Allergie

TU Graz: Forscher testen Prototyp für neues Pollenmesssystem

Forscher der Technischen Universität Graz haben einen kostengünstigen und vollautomatischen Prototypen getestet, der die Pollenanalyse in Zukunft erleichtern könnte.

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Pollen messen
Constantinis / iStock

Juckende Augen, eine rinnende Nase und ein unangenehmes Kratzen im Hals. Die Pollenzeit ist für Allergiker oft eine Qual. Forscher der Technischen Universität Graz haben nun eine neue Pollenmesstechnik erfunden, die die Pollenanalyse erleichtern könnte.

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Aufwendige Pollenanalyse

Um eine genaue Prognose der Pollenflüge zu berechnen, die die Schleimhäute der Allergiker reizen, sind aufwendige Methoden notwendig. Eingesetzte Pollenmessnetze saugen bei der Messung eine gewisse Menge Luft pro Minute an. Diese gelangt danach auf eine Trommel, die mit einem Kunststofffilm versehen ist und die Mikropartikel aus der Luft filtert.

Der Kunststofffilm wird daraufhin von Experten auf Pollen und Sporen untersucht. Die Spezialisten unterscheiden dann die gesammelten Körner, die von unterschiedlichen Pflanzen stammen und zählen die einzelnen Mikropartikel. Das können bis zu Tausende sein, dementsprechend ist die Analyse sehr zeitaufwendig.

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Revolutionäre Erfindung

Die Forschergruppe rund um Olga Saukh am Institut für Technische Informatik an der TU Graz haben nun einen Prototyp eines Messsensors entwickelt, der den Prozess schnell digitalisiert und vereinfacht. So werden die Pollen über einen Partikelkonzentrator eingefangen und mit einem digitalen Durchlichtmikroskop analysiert. Dieses kann bis zu 100 mikroskopische Bilder in 30 Sekunden auf den Computer hochladen. Eine Software löst die Bilder bis in das kleinste Detail auf und identifiziert bzw. klassifiziert so die Pollenkörner. Mithilfe von selbstlernenden Algorithmen wird das System immer wieder optimiert.

Die Pollenfalle besitzt sechs Eingänge, die die Pollen aus allen Flugrichtungen erfassen können: "Wir haben uns dabei von modernen Staubsaugertechnologien inspirieren lassen und verwenden zum Sammeln der Pollenproben einen Zyklon, wie er für beutellose Staubsauger genutzt wird, die den aufgesaugten Schmutz in einem Auffangbehälter sammeln", erklärt Nam Cao, der mit Saukh den Prototypen entwickelte, in einer Presseaussendung.

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Kostengünstig & effizient

"Die Materialkosten belaufen sich auf maximal 1.000 Euro", erklärt Olga Saukh. Zum Vergleich: Die derzeit verfügbaren und vollautomatisierten Pollenmessgeräte kosten bis zu 100.000 Euro. Die revolutionäre Messtechnik könnte in Zukunft den aufwendigen Arbeitsvorgang effizienter und kostengünstiger gestalten. Um die Klassifizierung der Pollen weiter voranzutreiben, sind die Wissenschafter auf die Untersützung von Pollenfachleuten angewiesen.

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