Bewusst leben

Mit Nudging zu klugen Entscheidungen: Besser essen mit Nutri-Score & Co?

Die Schokolade oder doch lieber der Apfel? Mit "Nudging" sollen wir wieder auf die richtige Spur kommen.

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Mit Nudging in ein bewusstes Leben finden
milanvirijevic / iStock

Das Jahresende naht und mit ihm die unzähligen Neujahrsvorsätze. Gesunde Ernährung, Sport oder doch ein umweltbewusster Alltag – all diese guten Absichten werfen wir oft schnell wieder über Bord. Unsere Umgebung ist voll von Verlockungen, die unsere gut gemeinten Ziele in Vergessenheit geraten lassen. "Nudging" soll uns dabei nun unter die Arme greifen: Laut Forschern soll ein Stups in die richtige Richtung dabei helfen, an positiven Vorsätzen festzuhalten.

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Nudging als Entscheidungshilfe

Barack Obama und Angela Merkel befürworten sie: die Nudging-Methode. Gemeint ist ein "sanftes Anstupsen" mithilfe von Anreizen, welche gesunde Alternativen wieder mehr ins Licht rücken sollen.

Der Schokoriegel an der Kassa verführt uns regelmäßig zum Spontankauf, und das ist Absicht: Der Handel platziert diesen gekonnt auf dem Silbertablett, nämlich an der Stelle im Geschäft, an der wir warten müssen. Beim Nudging hingegen müsse man aktiv werden und sich bewusst für den Leckerbissen entscheiden: Anstatt von Süßigkeiten wird also beispielsweise der Kauf von Obst und Gemüse gefördert. Kritiker stempeln die Methode als manipulative Abrichtung der Gesellschaft ab. Fakt ist allerdings, dass jene Wahrnehmungssteuerung längst Realität ist. Die Supermärkte platzieren schließlich nicht ohne Grund teurere Produkte in Augenhöhe. Gesundheitsexperten begrüßen deshalb den Stups zu einem gesunden Lebensstil. Laut dem amerikanischen Professor Sunstein Cass seien zwei Aspekte der Methode dabei unumgänglich:

  • Entscheidungsfreiheit: Den Bürgerinnen und Bürgern soll die Entscheidung stets frei bleiben, welche Option sie wählen. Ob das Ampel-System im Supermarkt oder der Hinweis auf der Kundentoilette die kleine Spültaste zu verwenden: Sie alle sollen uns helfen, auf die richtige Spur zu kommen. Lediglich die Wahlmöglichkeiten verändern sich, weshalb Nudging keine Einschränkungen zur Folge hat.
  • Transparenz: Die Anreize müssen somit transparent sein und klar den Grund der Verhaltenshinweise aufzeigen. Für viele Menschen verlieren Nudges leider gerade dadurch an Wirkung, weil sie eine Bevormundung ablehnen.

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Mit der Nutri-Score zur gesunden Ernährung?

An diesem Prinzip orientiert sich auch das neue Ampel-System in den Supermärkten, etwa in Deutschland und Frankreich. Der Einkaufswagen soll mehr mit grünem A, weniger mit rotem E gefüllt sein. Verschiedene Parameter, wie Fett-, Zucker- und Salzgehalt bestimmen die Farbe des Lebensmittels. Zwar wissen wir längst, dass Chips und Fast Food unserer Gesundheit keinen Gefallen tun, jedoch benötigen viele unter uns einen eindeutigen Hinweis. Auf hungrigen Magen vergisst man diese Tatsache nämlich meist. Etliche Studien belegen, dass unser rationaler Verstand sehr wohl auf die Nutri-Score reagiert und somit eine bewusste Ernährung anstrebt. Und auch hier kann nicht von Manipulation die Rede sein: Es steht den Konsumenten frei, ob sie sich für das Fertiggericht entscheiden oder den sanften Stups auf die richtige Spur annehmen.

Das unten abgebildete Posting zeigt, dass es selbst zwischen scheinbar gleichen Lebensmitteln deutliche Unterschiede geben kann:

 

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