Health News

Erschreckender Greenpeace-Marktcheck: Im österreichischen Schweinefleisch steckt Gentechnik

Nicht einmal auf das AMA-Gütesiegel ist Verlass…

  • Drucken
Im österreichischen Schweinefleisch steckt Gentechnik
borevina / iStock

Greenpeace führt regelmäßig einen "Marktcheck" in verschiedenen Supermärkten durch. Diesmal im Visier: Handelsübliches Schweinefleisch aus Österreich, darunter auch Produkte mit dem AMA-Gütesiegel. Das Ergebnis ist alarmierend, die Umweltschutzorganisation fand heraus, dass 90% des Schweinefleisches gentechnisch verändert war.

Obwohl nur mit einem "Befriedigend" ausgezeichnet, punkten die Supermarktketten Hofer, Interspar und Merkur als Testsieger. Auch M-Preis und Spar wurden mit einem befriedigenden Ergebnis ausgezeichnet. Lidl, Billa, Unimarkt erhalten die Note "Genügend"; Penny fällt mit einem "Nicht Genügend" ganz durch. Die detaillierten Ergebnisse sehen Sie hier.

Mehr dazu: Antibiotika im Fleisch: Mit Bio auf Nummer Sicher?

Gentechnikfreies Schweinefleisch ist Ausnahme

Die traurige Bilanz des Marktchecks lautet: Gentechnikfreies Schweinefleisch oder gar Bio-Fleisch vom Schwein sind die Ausnahmen im Regal. Vom Umweltbundesamt geprüft wurden gängige Futtermittel für Schweine, Mastschweine sowie für Ferkel – rund 90% des dafür verwendeten Sojas war gentechnisch verändert.

"Unser Test zeigt schwarz auf weiß, auch im Schweinefleisch mit AMA-Gütesiegel steckt Gentechnik. Und das, obwohl die Menschen in Österreich Gentechnik durch die Bank ablehnen", nimmt Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace in Österreich dazu Stellung.

Greenpeace prangert vor allem mangelnde Transparenz an: Konsumenten wissen oft gar nicht, ob sie Fleisch von Tieren kaufen, die mit Gentech-Soja aus Übersee gefüttert wurden. Auf den Verpackungen suchen Konsumenten vergeblich nach einem Hinweis. "Niemand will Tierleid und Waldzerstörung als Beilage zum Schnitzel", kritisiert Theissing-Matei. Für die Produktion der Futtermittel werden häufig Urwälder in Südamerika gerodet – ein wunder Punkt auch in Bezug auf die Klimakrise.

Mehr dazu: Sind Tierversuche ethisch vertretbar?

Greenpeace fordert Gentechnik-Ausstiegsplan

Laut Gesetzgeber ist der Einsatz von Gentech-Soja erlaubt, selbst für Ware mit dem AMA-Gütesiegel. Theissing-Matei richtet seine Worte daher direkt an die Politik: "Es ist höchste Zeit, dass Bundesministerin Köstinger aktiv wird. Sie muss endlich den völligen Ausstieg aus Gentechnik-Futtermitteln in der österreichischen Lebensmittelproduktion umsetzen, beginnend mit der AMA."

Dass dies prinzipiell möglich ist, machten die österreichische Milchwirtschaft sowie die Eierproduzenten bereits 2010 vor, als sie komplett auf gentechnikfreie Fütterung umstellten. 2012 zog die Hühnerfleischproduktion nach.

Mehr dazu: Ist Soja eigentlich gesund?

Gentechnikfreies Schweinefleisch?

Wer nicht auf Schweinefleisch, sehr wohl aber auf Gentechnik verzichten möchte, setzt auf folgende Nischenprodukte:

  • Bio-Schweinefleisch
  • Schweinefleisch mit dem grün-weißen "Ohne Gentechnik"-Siegel

Mehr dazu: Flexitarismus: Fleisch ja, aber mit Genuss

letztes Update:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.