Bewusst leben

Zero Waste-Selbstversuch: Die Redaktion berichtet von ihren Erfahrungen

Eine Woche lang nach dem Zero Waste-Konzept leben? Wie uns das gelungen ist, können Sie hier nachlesen.

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Erfahrungsbericht von Redakteurin Birgit

Auf Plastik verzichten gelingt mal mehr, mal weniger. Aber so gar keinen Mist produzieren? Schwierig! Schon seit längerer Zeit bin ich auf feste Seifen und Shampoo umgestiegen, ein echter Win-Win-Effekt. Naturseifen fühlen sich nicht nur angenehmer auf der Haut an und machen das Haar geschmeidiger, sondern sind auch gut für mein grünes Gewissen.

Schon lange ein Dorn im Auge war der geöffnete und daher mit Alufolie abgedeckte Joghurtbecher. Zwar wurde die Alufolie mehrmals verwendet, doch am Ende ist sie auch nur ein Wegwerfprodukt. Dank des Zero-Waste-Vorhabens habe ich endlich ein Bienenwachstuch gekauft – Problem gelöst.

Doch sonst gibt es durchwegs noch enormes Verbesserungspotenzial. Allein die Einkäufe verursachen sehr viel Müll. Das ewige Dilemma Bio in Plastik oder herkömmliches Obst & Gemüse ohne Plastik stellt sich nicht nur bei der Gurke, sondern bei nahezu jedem anderen Produkt. Zwar möchte ich öfters am Markt einkaufen oder ein Bio-Kistl abonnieren, allerdings ist das aus organisatorischen Gründen nicht immer möglich.

Und erst die Post, die ungefragt in den Briefkasten flattert! Zwar haben wir ein Bitte-keine-Werbung-Schild, dennoch sammelt sich genügend adressierte Post. Kuverts, die sonst nach dem Öffnen im Papiermüll landen, können aber als Einkaufs- oder Notizzettel weiterverwendet werden.

Relativ zufrieden bin ich mit meinem Mittagessen im Büro, das meist aus Restln vom Vorabend besteht. Der Glasbehälter steckt zwar in einem Plastiksackerl (Auslaufschutz!), wird aber mitunter bis zur Unansehnlichkeit verwendet. Einen Strich durch die Rechnung macht mir nur das bestellte Essen, um das ich nicht immer herumkomme.

Apropos Sackerl: Auch da kann ich punkten. Ein Jutebeutel befindet sich immer in der Handtasche und Mehrweg-Taschen warten im Kofferraum auf ihren Einsatz, sodass ich meine Einkäufe – egal ob Kleidung, Lebensmittel etc. – darin verstauen kann. Shoppingtrips mit massenhaft Sackerl an jeder Hand sind definitiv passé.

Mein Fazit: Nach einer Woche passt mein Müll definitiv nicht in ein kleines Marmeladenglas, wie es zahlreiche Zero-Wastler vormachen. Zero Waste ist alles andere als einfach und im strengen Stil für mich leider nicht umsetzbar. Dennoch versuche ich, auch weiterhin unsere Umwelt im Hinterkopf zu behalten und mit grünem Gewissen durch den Alltag zu gehen.

Mehr dazu: Können wir Fisch noch mit gutem Gewissen genießen?

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