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Die 5 häufigsten Mythen zur Geburt

Wenn ein Baby auf dem Weg ist, machen sich vor allem die Mamas viele Gedanken über die bevorstehende Geburt. Welche kursierenden Mythen du vergessen kannst und an welchen etwas dran ist, erfährst du hier.

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5 bekanntesten Geburtsmythen
AleMoraes244 / iStock

"Eine Geburt ist ein echtes Gemetzel, da spritzt das Blut nur so!", "Zuallererst entleerst du deinen Darm vor allen Anwesenden, die ärgste Sauerei.", "Erst wenn die Fruchtblase platzt, weißt du, dass es auf jeden Fall losgeht." Die Liste der Binsenweisheiten und Vorurteile zur Geburt eines Kindes könnte ewig fortgeführt werden. Wir haben die verbreitetsten Mythen diskutiert, bewahrheitet oder endgültig ins Reich der Unwahrheiten verbannt.

Mehr dazu: Häufige Schwangerschaftsmythen

Mythos 1: Bei einer Geburt fließt immer viel Blut

Der Kreißsaal ist ein Schlachtfeld, das an einen Horrorstreifen im Late-Night-TV erinnert? Ja es stimmt, keine Entbindung kommt ohne Blutungen aus. Starke Blutungen treten aber meist nur auf, wenn Komplikationen wie eine Plazentaablösung vorliegen.

  • Die normale Blutverlustmenge bei einer Geburt liegt bei einer natürlichen Geburt bei 300 ml,
  • bei einem Kaiserschnitt bei ungefähr 500 ml.

Manche Frauen verlieren mehr (bis zu 15% ihrer Blutmenge), andere weniger. Ab einem Verlust von 20% werden der Gebärenden Bluttransfusionen oder Medikamente zur Blutstillung verabreicht. Also: Natürlich fließt bei einer Geburt etwas Blut, auch das Gebären der Nachgeburt (Plazenta) kann für manche gewöhnungsbedürftig sein und etwas Brachiales an sich haben. Blutungen im Wochenbett sind ebenfalls normal, sie legen sich nach sechs bis acht Wochen.

Mehr dazu: Die Plazenta als Superfood?

Mythos 2: Eine Geburt bedeutet unglaublich großen Schmerz

Richtig, eine Geburt ist kein Spaziergang. Aber so unterschiedlich die Frauen und ihre Babys sind, so verschieden ist auch das individuelle Schmerzerlebnis. Um eine Geburt möglichst schmerzfrei zu gestalten, muss die Frau die Möglichkeit haben, ihre naturgegebenen Hormone auszuschütten, die bei der Bewältigung des Schmerzes helfen:

  • Katecholamine, z.B. Adrenalin
  • Oxytocin
  • Endorphine

Diese Mischung sorgt dafür, dass die Geburt voranschreitet und der Schmerz durch Atmen etc. gut zu bewältigen ist. Diese feinen körperlichen Mechanismen können gestört werden, wenn sich die Frau während der Geburt nicht wohl, gestresst, nicht gut behandelt oder ausgeliefert fühlt. Das kann den Schmerz unerträglich machen, sodass eine PDA oder sogar ein Kaiserschnitt nötig werden, weil die Frau einfach nicht mehr kann. Wenn alles stimmt, soll eine Geburt aber sogar weitgehend schmerzfrei möglich sein. Schwangere können das zum Beispiel in einem Hypnobirthing-Kurs lernen.

Mehr auf netdoktor.at: Schmerztherapie bei der Geburt

Mythos 3: Für Männer ist eine Geburt unerträglich

Daddy cool? Glaubt man den "Warnhinweisen" mancher Besserwisser, so ist eine Geburt alles andere als Männersache: Ihnen würde schlecht, manche würden sogar ohnmächtig oder das ganze Spektakel lieber aus sicherer Entfernung beobachten. Schon gar nicht wollten sie zwischen die Beine der Frau schauen, "ekelhaft".

  • Mit diesen Pauschalisierungen tut man einem Gros der Papas Unrecht. Viele möchten hautnah dabei sein, mit der Mama mitatmen und bei der letzten Presswehe das Kind empfangen.
  • Wenn es ihnen ein wenig übel wird, ist das auch nicht weiter schlimm. Das ist in vielen Fällen nicht Ekel, sondern Aufregung, Müdigkeit und Hilflosigkeit geschuldet.
  • Fazit: Väter können eine tolle Unterstützung sein. Wenn sie es sich nicht zutrauen und einer entspannten Geburt eher im Wege stehen, sollen sie das vorab sagen und gemeinsam mit der Frau eine andere Begleitperson wählen. Auch das ist okay!

Mehr dazu: Doula als Geburtsbegleitung

Mythos 4: Zu Beginn der Geburt platzt erstmal die Fruchtblase

Ja, so fängt eine Geburt in Hollywood an. Aber sicher nicht im realen Leben. Tatsächlich starten nur 25% der Frauen mit einem Blasensprung in die Geburt. Während bei manchen tatsächlich ein richtiger Schwall herauskommt, sind es bei manchen nur ein paar Tropfen. Meistens absolvieren die Frauen einige Stunden mit Wehen, bevor die Fruchtblase platzt. Ein Blasensprung ist rechtzeitig, wenn der Muttermund schon geöffnet ist. Alles andere gilt als verfrüht.

Mehr dazu: Erholung nach der Geburt

Mythos 5: Während der Geburt entleert sich der Darm

Auch wenn das jetzt manche enttäuschen wird: Das ist kein Mythos, sondern normale Realität. Dass unser Körper sämtlichen Ballast aus den Gedärmen im Laufe einer Geburt loswerden will, ist ganz natürlich und vor allem sinnvoll: Denn das Baby braucht Platz und ein gefüllter Darm ist im Weg. Für die Hebammen und Ärzte ist dieser Anblick Routine, das Krankenpflegepersonal wird die Exkremente ohne Kommentar entfernen. Im Eifer des Geburtsgefechts ist den meisten Frauen übrigens egal, ob sie Stuhl abgeben. Es geht immerhin um Wichtigeres.

Mehr dazu: Checkliste für den Geburtsplan

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