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"Andropause": Wechseljahre des Mannes nur ein Mythos?

Müdigkeit, Kraftlosigkeit, sexuelle Unlust: Diese Symptome können bei Mann und Frau ab einem gewissen Alter auftreten. Doch sind sie auch bei Männern als "Wechseljahre" zu bezeichnen?

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Mann Wechseljahre
Tim van der Kuip / Unsplash

Auch Männer haben im mittleren Alter mit Veränderungen von Körper und Psyche zu kämpfen. Bei Frauen können Symptome wie

auf einen plötzlichen Abfall des Hormons Östrogen zurückgeführt werden. Dieses sorgt für ein Ausbleiben der Regelblutung und schließlich für das Ende der fruchtbaren Lebensphase. Leiden Männer an denselben oder ähnlichen Symptomen, ist es oft nicht ganz klar, woran es liegt.

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"Andropause" nicht wissenschaftlich belegt

Für Männer, die ab 35 an einer niedrigeren Leistungsfähigkeit leiden, wurde der Begriff der "Andropause" geschaffen. Hierunter wird eine Reihe an Symptomen zusammengefasst, die von der psychisch bedingten "Midlife-Crisis" nicht klar abgrenzbar ist. Viele der Symptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit oder Stimmungsschwankungen sind stark subjektiv und häufig psychischen Ursprungs. Unumstritten ist jedoch, dass das Sexualhormon Testosteron bei Männern ab 40 jedes Jahr um 1-2% zurückgeht.

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Hormonrückgang kann zu Beschwerden führen

Obwohl dieser Hormonrückgang nicht so plötzlich und stark vor sich geht wie bei Frauen, kann auch ein verringerter Testosteronspiegel bei Männern zu Beschwerden führen. Verringertes Lustgefühl und verschiedene Formen der Erektilen Dysfunktion können meistens auf den Testosteronspiegel zurückgeführt werden.

Diesen künstlich anzuheben kann zu einer Verbesserung der Beschwerden führen, bringt jedoch auch Nebenwirkungen mit sich, wie ein erhöhtes Herzinfarkt-, Prostatakrebs- und Schlaganfallrisiko. Aus diesem Grund ist die Behandlung mit zusätzlichem Testosteron umstritten.

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Keine eindeutigen Studienergebnisse

  • Experten sind skeptisch, da es keine eindeutigen Studienergebnisse gibt, die die Vielzahl an "Männer-Wechsel"-Beschwerden direkt an den sinkenden Testosteronspiegel knüpfen.
  • Daher kann er nicht mit den weiblichen Wechseljahren verglichen werden.
  • Von im Internet angebotenen "Heilmitteln" für die Wechseljahre des Mannes sollten Sie also Abstand nehmen.
  • Es sollte auch bedacht werden, dass die anhaltenden Beschwerden auch auf andere Erkrankungen hindeuten könnten.
  • Sprechen Sie also unbedingt mit Ihrem Hausarzt und lassen Sie sich durchchecken, bevor sie Ihren Zustand auf die "Andropause" schieben.

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