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Bonding: Was ist die Bindungstheorie?

Die Bindungstheorie besagt, dass wir das angeborenes Bedürfnis in uns tragen, uns an eine vertraute Person zu binden. Wie Sie das Bonding zwischen sich und Ihrem Kind fördern können.

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Bei der Bindungstheorie steht das unsichtbare Band zwischen einem Baby und seiner wichtigsten Bezugsperson im Zentrum.
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John Bowlby heißt der Mann, der in den 1950er Jahren die Bindungstheorie prägte. Vor seinen Forschungen und letztendlich der Aufstellung seiner Theorie herrschte die psychoanalytische Betrachtungsweise vor. In der Psychoanalyse wird unter anderem nicht anerkannt, dass Trennungen bei Kindern zu einem Trauma führen.

Ganz anders in der Bindungstheorie: Bei ihr steht das unsichtbare Band zwischen einem Baby und seiner wichtigsten Bezugsperson im Zentrum. Lesen Sie hier, was Sie von den Ansätzen der Bindungstheorie für Ihren Alltag mit Kind mitnehmen können.

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Bindung bedeutet Nähe und Schutz

Von dem Zeitpunkt unserer Geburt an sind wir bestrebt, uns an jemanden zu binden, der für uns sorgt, unsere Bedürfnisse wahrnimmt und befriedigt. Die Suche nach Bindung steht übrigens vor dem Drang, die Umwelt zu erkunden. Erst, wenn wir uns der intakten Bindungssituation sicher sind, wird das Explorationsverhalten aktiv.

Heute wird diese instinktive Suche nach Bindung an einen Menschen meist als "Bonding" bezeichnet, das Mama (und Papa!) und Kind von Geburt an wie mit emotionalem Sekundenkleber aneinanderschweißt. Das Bonding kann durch verschiedene Rituale nach der Geburt unterstützt werden, zum Beispiel durch direkten Hautkontakt. Nach einem Kaiserschnitt ist es beispielsweise üblich, dass dem frischgebackenen Vater das unbekleidete Baby auf die nackte Brust gelegt wird, um sofort eine Bindung aufzubauen, während die Mutter noch im OP versorgt wird.

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Bande stärken, Bonding fördern

Eltern können Folgendes beachten, um die Bindung zwischen sich und ihrem Kind zu unterstützen:

  • Fütternd zum Bonding: In den ersten 12 Lebensmonaten ist es das oberste Ziel, eine stabile Bindung zum Baby aufzubauen. Die tägliche Gelegenheit dazu bietet sich beim Akt des Fütterns. Egal ob Sie stillen oder das Fläschchen geben, das Nähren des Kindes schafft Nähe in Kombination mit der Befriedigung eines essentiellen Bedürfnisses. Sehen Sie dem Kind beim Füttern in die Augen, sprechen Sie mit sanfter Stimme zu ihm und berühren Sie seine Wangen. Der Vorteil am Fläschchen: Auch Papa kann sich so im Bonding üben.
  • Vertrauen durch Halten: Eine gute Bindung steht und fällt mit Vertrauen bzw. Misstrauen. Herumtragen, halten, dabei singen, küssen und lachen reichen für sich aus, um Vertrauen aufzubauen. Sie können dem Baby niemals zu viel Zuwendung zeigen, überschütten Sie es mit Ihrer Liebe.
  • Ihre Stimme zählt: Der Klang der mütterlichen Stimme ist dem Baby schon aus dem Bauch bekannt. Sanftes Sprechen und Singen hat eine beruhigende Wirkung auf Ihr Kind und festigt das Band zwischen Ihnen. Auch der Papa kann das Baby mit seiner Stimme bekannt machen, indem er schon während der Schwangerschaft mit dem Bauch spricht.

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Rituale schaffen & miteinander spielen

  • Spielend aneinander binden: Scheuen Sie sich nicht vor lustigen Grimassen, Späßen beim Wickeln oder lautem gemeinsamem Lachen. Spielen und Spaß haben bindet Sie einerseits aneinander und hilft andererseits, wenn das Baby quengelt oder schlechte Laune hat.
  • Trost spenden: Es ist zwar selbstverständlich, das weinende Baby zu trösten, trotzdem ist dieser Akt der Zuwendung hervorhebenswert. In diesen Momenten kommen die Eltern nämlich dem großen Schutzbedürfnis des Kindes nach, was eine starke Bindung ausmacht.
  • Rituale schaffen Bindung: Babys suchen nach Orientierung und finden diese unter anderem in den täglichen, sich wiederholenden Ritualen, die wir rund um sie errichten. Wenn Sie zu ähnlichen Tageszeiten immer wieder dasselbe machen (Gute-Nacht-Ritual, bestimmtes Spiel beim Wickeln etc.), stärken Sie die Beziehung zwischen sich und dem Kind. Es kann sich auf Sie verlassen.

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