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So beugen Sie den Dammriss bei der Geburt vor

Viele Frauen fürchten den Dammriss. Mit diesen Methoden können Sie das Gewebe unterstützen.

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Dammriss vorbeugen bei Geburt
NataliaDeriabina / iStock

Die meisten Frauen lernen ihren Damm erst kennen, wenn sie schwanger sind und der Geburtstermin näher rückt. Der Damm ist das Gewebe zwischen Vulva und After und wird während der Geburt stark beansprucht, weswegen der Dammriss zu den häufigsten Geburtsverletzungen zählt.

Kein Wunder also, dass neben den Wehen viele Schwangere auch den Dammriss fürchten. Wir erklären, wie Sie den Damm auf die Geburt vorbereiten können und warum der Dammschnitt heutzutage veraltet ist.

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Dammriss oder Dammschnitt?

Wie der Name schon sagt, wird der Damm beim Dammschnitt von der Hebamme aufgeschnitten, während beim Dammriss das Gewebe von alleine reißt. Den Damm aufzuschneiden ist heutzutage allerdings nicht mehr State of the Art. Der Grund: Beim Schnitt werden mehr Gewebeschichten durchtrennt, als es beim Riss auf natürliche Weise passieren würde. Beim Riss verläuft die Wundheilung entsprechend schneller und unkomplizierter. Das Geburtsteam schneidet daher nur noch, wenn es notwendig ist, etwa wenn der Geburtskanal zu eng ist oder das Baby schnell geholt werden muss.

Beim Dammriss unterscheidet man 4 Schweregrade (mehr dazu auf netdoktor.at), die unter lokaler Anästhesie oder Vollnarkose genäht werden.

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Die Dammmassage, der Klassiker

Die Dammmassage zählt zu den bewährten Methoden, um das Gewebe "Down Under" zu dehnen, doch nicht jede Schwangere mag sie. Probieren Sie es einfach aus, ob Ihnen diese Methode liegt (sonst gefällt Ihnen eine der alternativen Methoden weiter unten vielleicht besser?).

So funktioniert's:

  • Waschen Sie sich gründlich die Hände, um Infektionen zu vermeiden.
  • Begeben Sie sich dafür in eine bequeme Position (Liegen, Stehen, Hocken) und verwenden Sie dazu ein hochwertiges Pflanzenöl (etwa Mandel-, Distel-, Jojobaöl). In der Drogerie oder Apotheke finden Sie aber auch spezielle Mixturen, die dafür geeignet sind.
  • Ein kleiner Taschenspiegel kann als Orientierungshilfe dienen.
  • Träufeln Sie das Öl auf die Finger und verreiben Sie es.
  • Führen Sie den Daumen ein Stück weit in die Scheide ein, massieren Sie mit den restlichen Fingern mit kreisenden Bewegungen das äußere Gewebe.
  • Anschließend führen Sie den Daumen weiter hinein und beginnen Sie, das Gewebe mit dem Daumen von innen zu dehnen.
  • Ein Druck soll spürbar sein, Schmerzen sollten Sie dabei allerdings keine haben!

Führen Sie die Massage drei- bis viermal wöchentlich ca. 5 Minuten lang durch.

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So können Sie außerdem einen Dammriss vorbeugen

Ein Dammriss muss nicht zwingend vorkommen; es gibt ein paar Möglichkeiten, das Gewebe auf die bevorstehenden Strapazen vorzubereiten. Die folgenden Tipps dienen zur Vorbeugung, stellen aber keine Garantie dar.

  • Sitzbad: Viele Hebammen schwören auf Dampfsitzbäder. Besonders kurz vor der Geburt soll ein Sitzbad aus Heublumen den Beckenboden geschmeidig machen. Dazu Wasser und Heublumen in einem Topf erhitzen, etwas abkühlen lassen, ins Bidet oder in die Toilette stellen und sich untenrum etwa 10 Minuten lang bedampfen lassen.
  • Dammgymnastik: Wer trainiert, profitiert! Setzen Sie sich auf den Boden und pressen Sie die Fußsohlen aneinender. Locker lassen, wieder pressen. Wiederholen Sie die Übungen täglich 5 Minuten lang. Auch das Beckenbodentraining (das wir auch nicht-schwanger durchführen sollten) beugt vor.
  • Dehnung mit Ballon: Die Methode ist umstritten. Einige schwören drauf, andere belächeln sie. Hier wird ein Ballon in die Scheide eingeführt und mit einem kleinen Blasebalg von SSW zu SSW ein kleines Stück mehr aufgeblasen. Der Ballon soll das Gewebe von innen dehnen.

Für welche Methoden Sie sich entscheiden, ist in erster Linie Geschmacksache. Ein geeigneter Zeitraum, um mit den Vorbereitungen zu beginnen, ist ab der 34. SSW. Führen Sie die Anwendungen täglich durch, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

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Hebamme führt Dammschutz durch

Wer mit der Dammvorbereitung nichts anfangen kann oder es auch ganz einfach verabsäumt hat, braucht nicht verzagen. Hebammen unterstützen den Damm unter der Geburt ohnehin. Mit der linken Hand hält Sie Babys' Kopf, um ihn etwas zu bremsen. Mit der rechten Hand formt sie ein "C", wobei sie mit dem Daumen das Dammgewebe stützt.

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