Familie

Ohne Hektik: Entschleunigung im Familienleben

Chaos am Morgen, das Eltern-Taxi – der Alltag mit Familie kann stressig sein. Und doch verbringen Familien oft zu wenig wertvolle Zeit miteinander. Diese 12 Tipps helfen auf dem Weg zu einem entspannten Alltag miteinander.

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Vater und Sohn genießen entschleunigten Familienalltag und spielen auf dem Sofa
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Für viele Familien beginnt der Tag gleich ab dem Klingeln des Weckers stressig: Geschirrspüler aus- und einräumen, Frühstück und Jausenbrote vorbereiten, die Kinder waschen und anziehen und natürlich sich selbst auch. Vom Job in Schule und Kindergarten hetzen, Freizeitaktivitäten organisieren, kochen und dann startet auch schon das abendliche Programm.
Und dazwischen? Jede Menge Sätze wie "Beeil dich!", "Wir haben keine Zeit!" und "Das machen wir später!".

Der Alltag mit Kindern, Job und Haushalt kann stressig sein – muss es aber nicht.

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Was bringt Entschleunigung im Alltag?

Es besteht kein Zweifel: Stress macht Mutter, Vater und Kind krank. Mehr Mut zum Müßiggang statt weniger Hektik im Alltag besinnt wieder auf das Wesentliche:

  • Man verbringt mehr Quality-Time miteinander.
  • Die Eltern-Kind-Bindung wird gestärkt.
  • Entschleunigung führt automatisch zu einem achtsamen Umgang miteinander.
  • Das Kind fühlt sich wahrgenommen.
  • Dem Kind wird der richtige Umgang mit Stress vorgelebt.

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12 Tipps für Entschleunigung im Familienalltag

  • Terminkalender: Entrümpeln Sie den Terminkalender. Alles, was nicht zwingend notwendig ist, kann verschoben oder abgesagt werden. Planen Sie auch freie Nachmittage ein und schaffen Sie Raum für spontane Aktivitäten mit den Kindern. Kindern tut alleine spielen gut. Streichen Sie ein paar Nachmittage im Kalender durch, damit der Tag auch wirklich nicht anderweitig verplant wird.
  • Freizeit: Vom Ballett zum Fußball, Klettern hier und Malkurs da – schon der Nachmittag der Allerkleinsten ist mit Sport- und Kreativprogramm zugepflastert. Möchte und braucht Ihr Sprössling das wirklich? Lassen Sie das Kind maximal eine Lieblingsaktivität auswählen.
  • Regeln: Gibt es zu viele Regeln, fühlen sich Kinder schnell überfordert und reagieren bockig. Überlegen Sie, welche Regeln den Alltag strukturieren und welche wirklich wichtig sind. Lassen Sie überflüssige Vorgaben bleiben und bleiben Sie bei den wichtigen Regeln konsequent.
  • Rituale: Rituale sind eine ideale Voraussetzung für einen entschleunigten Alltag; bieten sie Kindern doch Sicherheit und schaffen Routine.
  • No Multitasking: Mehrere Dinge gleichzeitig zu machen ist alles andere als entspannend. Konzentrieren Sie sich immer nur auf eine Sache. Das spart Nerven und ist sogar effizienter als mehreren Tätigkeiten gleichzeitig nachzugehen.
  • Mitmachen lassen: Der Haushalt macht sich nicht von selbst, doch die meisten Kinder freuen sich, wenn sie mithelfen dürfen. Die Waschmaschine einräumen oder beim Tischdecken helfen sind Tätigkeiten, die Kinder schon früh selbst übernehmen wollen und können.
  • Familienzeit: Hand aufs Herz – wie oft verbringen Sie bewusst Zeit miteinander als komplette Familie? Planen Sie regelmäßig Familienzeit ein, etwa einen Ausflug oder auch nur einen Nachmittag zuhause mit Spielen und Vorlesen.

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Was sonst noch helfen kann

  • Elternzeit: Zeit zu zweit ist wichtig für die Beziehung und auch fürs Familienleben. Sind die Eltern entspannt, sind es die Kinder auch. Wie wäre es mit einem Besuch im Restaurant? Ist gerade kein Babysitter verfügbar, ist auch ein Abend zuhause ohne Fernseher gemütlich.
  • Vorbereitung: Herrscht oft ein organisatorisches Durcheinander, kann es helfen, einige Dinge vorzubereiten: Am Vorabend kann das Jausenbrot gerichtet, der Rucksack gepackt und die Kleidung ausgewählt werden. Ein Speiseplan für die ganze Woche erleichtert den Ablauf beim Einkaufen.
  • Perfektionismus: Es muss nicht immer alles perfekt sein und Sie müssen auch nicht alles selber machen. Delegieren Sie und haben Sie Mut zur Lücke. Gewisse Ansprüche runterzuschrauben kann so gut tun.
  • Innehalten: Beißen Sie sich auf die Zunge, sobald Ihnen Sätze der Kategorie "Beeil dich!" über die Lippen kommen möchten. Das bringt das Kind auch nicht dazu, sich zu beeilen – im Gegenteil. Lassen Sie den Kindern die Zeit, die Schnecke am Wegesrand genauer zu betrachten und planen Sie mehr Zeit für diese Kleinigkeiten ein, die den Kindern die Welt bedeuteten.
  • Spaßfaktor: Lassen Sie den Spaß in der Familie nicht zu kurz kommen. Sehen Sie die Dinge nicht zu eng, sondern lachen Sie auch mal drüber. Humor bringt Leichtigkeit in den Alltag.

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