Familie

Wie man seinen Kindern die Wahrheit über das Christkind verrät

Je näher das Weihnachtsfest rückt, desto größer ist auch die Begeisterung der Kinder. Doch was, wenn die Kleinen Verdacht schöpfen, dass hinter dem großzügigen Christkind eigentlich die Eltern stecken?

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Gibt's das Christkind wirklich?
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Nikolaus, Weihnachten und Ostern: Wenn die Feiertage näher rücken, arbeitet auch die Fantasie der Kinder auf Hochtouren. Sie können kaum erwarten die vielen Geschenke vom Nikolo, Christkind und dem Osterhasen zu bekommen. Doch meist kommen die Sprösslinge in ein gewisses Alter, in dem sie an den großzügigen Besuchern zweifeln und meist auch die eigenen Eltern hinter der Bescherung verdächtigen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihrem Kind am besten erklären, dass Osterhasen und Co. eigentlich nicht real sind.

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Gut für die Fantasie

Circa im Alter von drei Jahren beginnen die Kinder an die gutmütigen Fantasiewesen der Feiertage zu glauben. Dies wird meist durch viele Geschichten der Eltern und Geschwister verstärkt, denn brave Kinder werden vom Christkind und Co gerne beschenkt. Ob das wirklich gut für die psychische Gesundheit des Nachwuchses ist? Psychologen bejahen dies, denn der Glaube an die magischen Besucher würde vor allem die Fantasie der Kinder bestärken und sie über Dinge nachdenken lassen, die es in der realen Welt nicht gibt. Genauso gut wirkt sich auch die Wahrheit über die Fabelwesen auf die kindliche Psyche aus, denn dies zeigt dem Nachwuchs, dass Illusionen und Träume nicht real sind und neben der Märchenwelt auch eine rationale Welt existiert. So wird ihnen vermittelt, was richtig und falsch ist.

Doch wann ist es denn nun an der Zeit die Wahrheit zu sagen?

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Kleine Zweifel, große Enthüllung

Einen richtigen Zeitpunkt für die Wahrheit gibt es da nicht, denn auf ein bestimmtes Alter der Kinder kann man dies nur schwer festlegen. Werden die Kleinen erstmal stutzig, tauchen auch immer mehr Fragen zu den Eigenschaften von Christkind und Co auf:

  • Wieso höre ich den Nikolo nicht, wenn er meinen Stiefel mit Geschenken füllt?
  • Wie kann das Christkind so schnell fliegen und warum kann ich es nie sehen?
  • Warum bringt der Osterhase Eier und warum sind sie bunt?

Kommen diese immer häufiger Fragen auf, dann finden sich die (Groß-)Eltern oder Geschwister meist in einer Erklärungs-Zwickmühle: Immerhin liebt das Kind die Feiertage, die Geschenke und Süßigkeiten. Viele Eltern haben Angst, dass sie durch die Enthüllung der echten Identität der Fabelwesen dem Nachwuchs die Freude nehmen. Psychologen raten hierbei, die Fragen der Kleinen ernst zu nehmen und ihnen die Wahrheit zu sagen.

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Religiöses Fest oder materieller Brauch?

Wie Sie die Erzählungen über Nikolo und Christkind aufklären, hängt meist davon ab, wie wichtig der Feiertag für Ihre Familie ist. So sollte beachtet werden, ob Ostern und Weihnachten nur als Tage des Schenkens oder auch als religiöse Festtage gesehen werden. Kommt es zu der Situation, dass Sie Ihr Kind endgültig über die großzügigen Fabelwesen aufklären müssen, dann sollten Sie bestimmte Dinge beachten:

  • Nehmen Sie sich Zeit! Führen Sie ein ernsthaftes Gespräch mit Ihrem Nachwuchs und trösten Sie es, falls es traurig wird.
  • Erklären Sie Ihrem Kind warum die Feiertage so wichtig sind und wo der Osterhase, Nikolaus und das Christkind herkommen.
  • Seien Sie einfühlsam und beantworten Sie alle offenen Fragen Ihres Nachwuchses. Denken Sie an Ihre eigene Kindheit zurück. Wie haben Sie damals auf die Neuigkeiten reagiert und was ging in Ihnen vor, als die Festtags-Mythen enthüllt wurden?
  • Erklären Sie Ihrem Kind, dass es den jüngeren Geschwistern oder Freunden nicht den Spaß an den Feiertags-Legenden nehmen soll, indem es die Wahrheit herumposaunt. Weisen Sie darauf hin, dass jeder Sprössling dieselbe Erfahrung machen muss.
  • Wichtig: Ziehen Sie die emotionale Reaktion und mögliche Tränen Ihres Kindes nicht ins Lächerliche! Die Wahrheit kann für viele Sprösslinge sehr prägend sein.

Auch, wenn Ihr Nachwuchs enttäuscht sein wird: Das Wichtigste an Ostern und Weihnachten ist das Beisammensein der Familie. An erster Stelle steht, dass alle die besinnliche Zeit genießen und die Bräuche auch weiterhin die Kindheit des Nachwuchses prägen: auch ohne Christkind, Nikolaus oder Osterhase!

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