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Hausaufgaben ohne Streit, Stress und Ärger? So gelingt's

Die tägliche Hausübung lässt grüßen und bedeutet jedes Mal Stress mit dem Nachwuchs? Mit diesen Tipps sparen Sie sich den Ärger.

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Tipps, wie Hausaufgaben entspannt gelingen
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Ob Hausübungen etwas bringen oder nicht, darüber scheiden sich die Geister. Fakt ist: Für die meisten Schüler und Eltern bergen Hausaufgaben ein großes Streitpotenzial. Mit den folgenden 10 Tipps gelingt es Kindern, die "Hü" schnell hinter sich zu bringen und mehr Freizeit zu haben.

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Hausaufgaben Pro und Contra

Sind Hausübungen sinnvoll oder nicht? Während Taferlklassler ihre Hausübungen meist noch stolz und gewissenhaft erledigen, empfinden ältere Schüler diese nur noch als lästige Pflicht. Viele pfeifen überhaupt darauf und erledigen sie einfach gar nicht. Das ist Eltern und Lehrer natürlich ein Dorn im Auge, dienen Hausaufgaben doch dem Zweck, die schulischen Leistungen zu verbessern. Genau das passiere aber nicht, kritisieren Hü-Gegner. Denn Hausaufgaben würden nur von "guten" Schülern erledigt werden, während "schlechte" Schüler nicht davon profitieren würden. Ein Argument dafür ist wiederum, dass Schüler auf diese Weise lernen, selbstständig und verantwortungsvoll mit Aufgaben umzugehen. Welche Seite recht behält, ist Ansichtssache.

Weil Hausaufgaben nun aber einmal den Alltag vieler oder sogar fast aller Schüler bestimmen, sollten sich alle Beteiligten damit arrangieren. Aber wie?

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10 Tipps für stressfreie Hausübungen

Auch wenn sie lästig sind, sie müssen nun einmal erledigt werden, sonst hagelt es Ärger und schlechte Noten. Also ran an die Arbeit. Wie das gelingt, lesen Sie hier:

  • Routine: Ein regelmäßiger Ablauf ist immer Gold wert, so auch in Bezug auf die Schule. Erledigen die Kinder ihre Hausaufgaben nicht bereits in der Schule oder Nachmittagsbetreuung, sollten Sie gemeinsam einen passenden Rhythmus festlegen. Ist die Situation jeden Tag anders, führt dies nur zu Überforderung und Streit.
  • Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Kinder sollten den Kopf zwischendurch zwar auslüften, doch die Hü erst nach dem Abendessen und kurz vor dem Schlafengehen zu machen, ist keine Lösung. Das Kind ist dann bereits müde und die Leistungskurve im Keller. Besser ist es, sich gleich nach der Schule oder nach einer kurzen Pause hinzusetzen. Das Spielen im Anschluss ist eine Motivation und macht mehr Spaß, wenn die Hü nicht im Nacken sitzt.
  • Selbstständig lernen: Gewöhnen Sie Ihr Kind von Anfang an daran, die Hausaufgaben selbst zu machen. Setzen Sie sich nicht daneben, um jeden Strich zu kommentieren. Hat das Kind Fragen, sind Sie da. Möchte das Kind Ihre Nähe, könnten Sie in der Zwischenzeit Hausarbeit erledigen, die in der Nähe anfällt, wie etwa Wäsche aufhängen oder die Nachmittagsjause vorbereiten.
  • Eigeninitiative: Das Kind möchte die Aufgabe nicht (zu Ende) machen? Lassen Sie sich gar nicht erst auf einen Streit ein und machen Sie keinen Machtkampf daraus, sondern erklären Sie, dass es seine Sache ist. Animieren Sie Ihr Kind zu Ordnung und Struktur, damit es den Überblick behält (zum Beispiel ein Heft, in das Deadlines eingetragen werden).
  • Umgebung: Schaffen Sie eine Atmosphäre, in der das Kind sich konzentrieren kann. Viele Kinder lernen lieber am Esstisch anstatt auf ihrem Schreibtisch im Zimmer. Radio und Fernseher, aber auch Geschwister lenken das Kind ab. Achten Sie darauf, was Ihr Kind (nicht) braucht.
  • Pause machen: Dauert die Hausaufgabe schon länger, tut eine kurze Pause gut. Bewegung und frische Luft wirken Wunder. Auch ein leichter Snack wie ein Apfel bringt wieder Energie. Und Wasser trinken fördert die Konzentration! Dauert die Hü regelmäßig sehr lange, können Sie auch ein Gespräch mit dem Lehrer andenken.
  • Sinn vermitteln: Kinder profitieren von der positiven Einstellung ihrer Eltern zur Schule. Erklären Sie, weshalb es gut ist, zu lernen immerhin ist die Schulzeit der Weg zum Wunschberuf. Sprechen Sie hin und wieder in lockerer Atmosphäre über die Berufsziele und Zukunftswünsche Ihres Kindes, um das große Ganze im Auge zu behalten. Aber natürlich ohne Leistungsdruck!
  • Vorbereitung: Gewöhnen Sie dem Kind an, nach den erledigten Hausübungen gleich die Schultasche für den nächsten Tag zu packen. Dann ist das Thema Schule für den restlichen Tag erledigt und die Freizeit kann unbeschwert genossen werden.
  • Freier Terminkalender: Pflastern Sie den Nachmittag Ihres Kindes nicht mit zu vielen Kursen und Unternehmungen zu. Das Kind braucht in erster Linie Freiraum und Zeit für freies Spiel und Kreativität.
  • Trödeln: Das Kind trödelt ewig rum? Vielleicht hilft ja dieser Trick: Stellen Sie dem Kind einen Timer 15 Minuten wird konzentriert gearbeitet, dann folgen 5 Minuten Pause, dann wird wieder 15 Minuten gelernt.

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Das Kind will ganz einfach nicht?

Ist das Kind andauernd bockig und weigert sich trotz aller Bemühungen vehement, die Hausaufgaben zu erledigen oder in die Schule zu gehen, sollten Sie sich auf Ursachenforschung begeben. Gründe für das Verhalten können sein:

  • Überforderung
  • zu hohe Anforderungen
  • zu hohe Ansprüche an sich selbst oder von außen
  • Motivationstief
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • fehlende Struktur
  • zu wenig Bewegung
  • zu viel Digitalzeit
  • Mobbing

Sprechen Sie mit Ihrem Kind und dem Lehrer über die Probleme. Überlegen Sie gemeinsam, was Sie tun könnten, um die Situation zu verbessern.

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