Familie

Haben Sie ein High-Need-Baby?

Manche Babys sind einfach anders als andere. Sie weinen mehr und fordern mehr Aufmerksamkeit. Lesen Sie hier, ob Ihr Kind ein High-Need-Baby sein könnte.

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High-Need-Babys sind anspruchsvoll
damircudic / iStock

Es ist unfair. Bei manchen Familien scheint alles wie am Schnürchen zu laufen: das Baby schläft schon kurz nach der Geburt fast durch, schreit kaum und wirkt rundum zufrieden. Bei anderen wiederum stimmt so gar nichts:

  • das Baby weint viel
  • will ständig getragen werden
  • sein Verhalten ist nicht einzuschätzen
  • die Eltern sind dauermüde

Das kommt Ihnen bekannt vor? Folgende Anzeichen können Hinweise auf ein sogenanntes High-Need-Baby, einem Kind mit besonderen Bedürfnissen und Herausforderungen, sein.

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Die Betreuung des Kindes ist mehr als intensiv

Klar, jedes Baby ist ein Fulltime-Job für sich. High-Need-Babys legen aber noch eine Schippe drauf: Die Babys fordern ab dem Zeitpunkt ihrer Geburt mehr Aufmerksamkeit von ihren Mamas als andere Babys. Manche Hebammen meinen, diese Kinder schon an der Lautstärke und der Art des Schreiens zu erkennen. Sie wirken unruhig, nahezu getrieben, sehr aktiv und neugierig. Als Kleinkinder sind sie ihren Altersgenossen in Sachen Kreativität manchmal voraus, die Eltern müssen aber ständig hinterher sein.

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"Hyperaktiv" und anstrengend

Mit hyperaktiv ist in diesem Fall kein Symptom von ADHS gemeint, sondern schlichtweg eine Verhaltensbeschreibung. High-Need-Babys sind äußerst aktiv, geistig und körperlich:

  • sie spannen z.B. dauernd die Fäustchen an
  • wirken selten ganz entspannt
  • eher so, als würden sie ständig "durchstarten" wollen
  • sie kosten den Eltern die ganze Energie, Dinge wie der Haushalt bleiben außen vor

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Ständig Hunger, dauernd munter

High-Need-Babys müssen bei stillenden Mamas sehr häufig angelegt werden. Sie trinken langsam, um möglichst lange in der geborgenen Stillsituation zu bleiben. Dazu wacht es nachts häufig auf und scheint insgesamt nicht sehr viel Schlaf zu benötigen: Für die ohnehin schon geforderten Eltern ein zusätzlicher Dämpfer.

Wenn es weint, dann brüllt es den Eltern seine Not ins Gesicht. Schnuller helfen nicht, nur herumtragen, stillen und beschäftigen.

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Hochsensibel und unberechenbar

Während das Baby gestern noch ganz fasziniert vom Mobile über dem Wickeltisch war, scheint es dieses am Tag darauf zu verabscheuen. High-Need-Babys haben Stimmungsschwankungen und reagieren oft sehr sensibel auf Veränderungen. Durch diese hoch ausgeprägte Empfindsamkeit sind sie später aber häufig besonders empathisch.

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Was Eltern tun können

  • nicht versuchen, das Baby in das Verhalten eines "normalen" Kindes zu pressen
  • auf die Bedürfnisse des Babys eingehen, trotzdem Grenzen setzen und Regeln einhalten, vor allem bei älteren Babys und Kleinkindern
  • sich nicht von anderen einschüchtern oder Vorwürfe machen lassen ("Ihr verwöhnt das Kind")
  • viel mit dem Baby spazieren gehen, vielleicht auch alleine, damit sich ein Partner erholen kann
  • mit Gleichgesinnten austauschen und Tipps holen
  • Hebamme und Kinderarzt zu Rate ziehen

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