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HypnoBirthing: Schmerzfrei entbinden

HypnoBirthing soll Gebärenden dabei helfen, eine entspannte und sanfte Geburt mit möglichst wenigen Schmerzen zu erleben.

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HypnoBirthing soll die Frau in eine Art hypnotischen Zustand (Selbsthypnose) versetzen, in dem sie das Kind ohne bzw. mit weniger Schmerzen und ohne medizinische Hilfsmittel auf die Welt bringen kann.
Orbon Alija / iStock

Die Geburt eines Babys ist im Normalfall kein medizinischer Anlass, sondern ein freudiges sowie natürliches Ereignis. Die Methode HypnoBirthing möchte genau das zelebrieren und die Geburt von ihrem Schmerz- und Krankenhaus-Image befreien. Aber was ist HypnoBirthing? Wie funktioniert es und ist jede Frau dazu in der Lage?

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Sanft und ohne Stress entbinden

HypnoBirthing soll die Frau in eine Art hypnotischen Zustand (Selbsthypnose) versetzen, in dem sie das Kind ohne bzw. mit weniger Schmerzen und ohne medizinische Hilfsmittel auf die Welt bringen kann. Im englischsprachigen Raum ist die Methode anerkannt und weit verbreitet, Herzogin Kate soll ihre Tochter Charlotte zum Beispiel auf diese Weise geboren haben.

Entwickelt wurde HypnoBirthing von der Hypnotherapeutin Marie F. Mongan. Sie ist der Ansicht, dass jede Frau grundsätzlich dazu fähig ist, eine schmerzarme und entspannte Geburt zu erleben, solange sie nur richtig auf diesen Moment vorbereitet wird. Das heißt, dass HypnoBirthing schon in der Schwangerschaft beginnt. In speziellen Kursen lernen die Frauen Entspannungs- und Visualisierungstechniken, die sie täglich üben und verinnerlichen sollen. Im Idealfall können sie das Gelernte während der Geburt ohne Probleme abrufen und umsetzen.

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Muss eine Geburt immer schmerzvoll sein?

Frauen, die sich für HypnoBirthing entscheiden, wünschen sich eine selbstbestimmte Geburt ohne unnötige Interventionen. Sie möchten besser vorbereitet in das Geburtsgeschehen gehen, die Kontrolle behalten und vor allem mit weniger Schmerz gebären. In einem HypnoBirthing-Kurs wird eine neue Herangehensweise an das Thema Geburt vermittelt.

Die Frauen sollen verstehen, was im Körper eigentlich passiert:

  • Was macht mein Körper, wenn ich Angst habe?
  • Was passiert, wenn ich verkrampfe?
  • Wie arbeitet die Gebärmutter?
  • Auf welche Weise kann ich die Gebärmutter in ihrer Arbeit unterstützen?
  • Wie schaffe ich es, entspannt zu bleiben?

Im besten Fall weiß die Gebärende dann, was sie in der Situation der Geburt tun muss und was sie will. Sie ist ruhig, entspannt, hat weniger oder gar keine Schmerzen. Sie empfindet die Geburt als schönes Erlebnis und fühlt sich auch danach gut.

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Atem-, Entspannungs- und Massagetechniken

Der Kurs wird mit dem Geburtsbegleiter, z.B. dem Papa, gemeinsam absolviert und kostet zwischen 300 und 500 Euro. Auch in Deutschland und Österreich stehen solche Angebote mittlerweile zur Verfügung.

Im Prinzip handelt es sich um eine Art Programm zur Schmerzbewältigung:

  • Der Schlüssel dafür ist die Selbsthypnose, die ein wenig an autogenes Training erinnert.
  • In einer Art Trance wird das Unterbewusstsein offen für positive Botschaften sowie Glaubenssätze.
  • Das hilft auch Frauen, die bereits ein traumatisches Geburtserlebnis hinter sich haben und sich nun eine angenehmere Geburt wünschen.

Aus diesen Aspekten besteht ein HypnoBirthing-Kurs:

  • Atmen: Die Frauen lernen die sogenannte Schlafatmung, die Geburtsatmung sowie langsames Atmen.
  • Entspannung: Vorgehen nach den Methoden der progressiven Muskelentspannung; Massage durch den Vater oder die geburtsbegleitende Person.
  • Visualisieren: Die Frau baut gedankliche Bilder und Affirmationen, die sie bei der Geburt unterstützen; die sogenannte Regenbogenentspannung wird praktiziert.
  • Vertiefen: Zuletzt stehen verschiedene Vertiefungstechniken auf dem Programm, die den Zustand der Selbsthypnose fördern.

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Raus aus dem Oxytocin-feindlichen Teufelskreis

Der Körper hat eigentlich das Rüstzeug für eine sanfte Geburt von Natur aus dabei. Oxytocin, Endorphine und viele andere Hormone werden bei einer Geburt ausgeschüttet, um den Muttermund zu öffnen und das Kind langsam, aber sicher aus der Gebärmutter zu schieben. Die Hormone wirken überdies als natürliche Schmerzmittel.

  • Ist die Schwangere gestresst, unter Druck oder fühlt sich während der Geburt nicht gut aufgehoben, passiert es, dass die Produktion der Hormone abebbt.
  • Die Wehen werden schmerzhafter, sogar ein Geburtsstillstand kann eintreten. Oft bekommen die Frauen dann künstliches Oxytocin verabreicht, um die Geburt voranzutreiben.
  • Das sorgt wiederum für unnatürlich starke Wehen, die Stress für die Mutter und auch für das Kind bedeuten können.
  • Um aus diesem Teufelskreis zu entkommen, sind die Praktiken des HypnoBirthings besonders gut geeignet.

Ein Garant für eine "Bilderbuch-Geburt" ist HypnoBirthing natürlich trotzdem nicht.

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Welche Vorteile gibt es?

Studien zeigen allerdings einige Vorteile und auch Erfolge der Methode:

  • Die Frauen brauchen weniger Schmerzmittel.
  • Sie erleben die Geburt gelassener.
  • Die erste Geburtsphase ist kürzer als ohne Selbsthypnose.
  • Zwischen den Wehen können sich die Frauen besser erholen.
  • Die Bindung zwischen dem Geburtspartner und der Frau ist durch die Vorbereitung oft enger; er/sie weiß, was die Gebärende zu welchem Zeitpunkt braucht.
  • Die Erholungsphase nach der Geburt ist deutlich kürzer.
  • Die Methode wirkt sich positiv auf die Mutter-Kind-Beziehung aus.

Wer sich für HypnoBirthing interessiert, beginnt idealerweise ab der 15. Schwangerschaftswoche mit dem Training. Dann bleibt genug Zeit, um bis zur Geburt alles verinnerlicht zu haben.

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