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Kinder & Doktorspiele: Was die Kleinen beim Doktor spielen lernen

Ihr Kind zieht sich dabei gerne nackt aus?

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Was Kinder durch Doktorspiele lernen
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Stethoskop, Thermometer, Skalpell, Reflexhammer, Spritze – der Arztkoffer ist ein beliebtes Spielzeug im Kinderzimmer. Neben diversen Büchern und einem offenen Umgang seitens der Eltern, sind auch Doktorspiele ein beliebtes Mittel. Was lernen Kinder beim Doktorspielen und ist es okay, wenn sie sich dabei ausziehen und gegenseitig untersuchen? Wir klären auf.

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Doktorspiele und der Lerneffekt

Kinder sind neugierige Wesen und diese Neugierde will gestillt werden. Nur zu! Doktorspiele sind nicht nur okay, sondern auch erwünscht.

  • Spätestens im Alter von drei bis sechs Jahren keimt in Kindern der Wunsch auf, ihren eigenen Körper zu entdecken.
  • Lernen sie ihren Körper spielerisch kennen, können sie dabei ein gesundes Selbstvertrauen sowie Selbstwertgefühl aufbauen.
  • Im Umgang mit Spielgefährten schulen Kinder ihr Einfühlungsvermögen und lernen sowohl ihre eigenen Grenzen kennen, als auch die des anderen zu respektieren.
  • Hat das Kind Angst vor dem Arztbesuch, kann der spielerische Zugang dabei helfen, die Angst vor dem Mediziner, der Untersuchung oder dem Impfen zu überwinden. Erklären Sie Ihrem Nachwuchs, dass der Arzt keine bösen Absichten hegt, sondern dabei unterstützt, gesund zu werden bzw. dass das Impfen vor Krankheiten schützt.

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Ist es okay, dabei nackt zu sein?

Hals, Nase, Ohren, Bauch – und auch die Geschlechtsteile gehören zum menschlichen Körper dazu. Diesen ungehemmt entdecken zu dürfen gehört zu einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung dazu. "Erwischen" Eltern ihre Kinder dabei, wie sie splitterfasernackt Doktor spielen, sollten sie gelassen reagieren. Schimpfen sollten Eltern keinesfalls – warum auch? Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre, lassen Sie sie daher alleine im Zimmer und schließen Sie einfach wieder die Türe. Der Altersunterschied der Spielgefährten sollte nur maximal zwei Jahre betragen. Bekommen Eltern das Spiel mit, sollten sie aufmerksam, aber nicht aufdringlich sein. Machen Sie keine große Sache draus, aber es lohnt sich, in einer ruhigen Minute mit dem Kind die Spielregeln zu besprechen.

Folgende Spielregeln sollten Kinder beim Doktorspielen beachten:

  • Alle Spielpartner müssen einverstanden sein.
  • Jeder darf sagen, wenn man keine Lust mehr hat und das Spiel beenden möchte.
  • Das andere Kind muss den Willen des Spielgefährten akzeptieren.
  • Es dürfen keine Gegenstände in Körperöffnungen gesteckt werden.

Fazit: Doktorspiele sind normal und gehören zu einer gesunden kindlichen Entwicklung dazu. Beachten Kinder dabei die Grenzen des anderen sowie ein paar Spielregeln, können sie für das spätere Leben profitieren. Gehen Eltern gelassen mit dem Spiel im Speziellen und Sexualität im Allgemeinen um, signalisieren sie dem Kind einen normalen Umgang.

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