Familie

Ernährung und Sport: So motivieren Sie Ihr übergewichtiges Kind

Übergewicht bei Kindern gefährdet ihre Gesundheit. Es ist also höchste Zeit, die Ernährung umzustellen und das Kind zu mehr Bewegung zu motivieren.

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Tipps, wie man ein übergewichtiges Kind motiviert
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Schlägt die Waage Alarm, ist Vorsicht geboten. Besonders bei Kindern ist Übergewicht ein brisantes Thema, da es bereits im jungen Alter Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, Schlaganfall oder Gelenkprobleme auf den Plan ruft. Die Bausteine, die in der frühen Kindheit gelegt werden, bestimmen oft auch den weiteren Lebensweg. Abnehmen ist also angesagt! Lesen Sie hier, was Sie tun können, damit Ihr Kind an Gewicht verliert und ein gesundes Verhältnis zum Essen lernt.

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Ernährungsumstellung bei übergewichtigen Kindern

  • Abklären: Ernährt sich Ihr Kind einigermaßen gesund, isst kaum Süßigkeiten, macht viel Bewegung und ist trotzdem dick, überlegen Sie, ob Ihr Kind psychischen Belastungen wie Streit in der Familie oder im Freundeskreis, Mobbing oder Problemen in der Schule ausgesetzt ist. Suchen Sie auch einen Arzt auf, um Erkrankungen wie etwa an der Schilddrüse auszuschließen. Fragen Sie Ihren Arzt nach dem Idealgewicht Ihres Kindes, um ein klares Ziel vor Augen zu haben.
  • Vorbild: Seien Sie sich bewusst, dass sich der Lebensstil der Kinder nicht wesentlich von dem der Eltern unterscheidet. Gerade die Themen Ernährung und Sport übernehmen die Kinder oft 1:1. Wenn Ihr Kind also abnehmen soll, sollten Sie auch Ihre eigenen Gewohnheiten überdenken und das Richtige vorleben.
  • Sensibler Umgang: Sprechen Sie nicht abwertend mit dem Kind oder in seiner Gegenwart mit anderen Personen über seine Figur – es fühlt sich bestimmt schon ohne Ihr Zutun unwohl genug. Kündigen Sie die Ernährungsumstellung auch nicht als Mammutprojekt an, denn dann wird der Druck zu groß. Stellen Sie die Gewohnheiten in kleinen Schritten um, sonst droht der Jojo-Effekt.
  • Erklärung: Erklären Sie Ihrem Kind in angenehmer Atmosphäre, Ihnen wäre aufgefallen, dass sich die ganze Familie ungesund ernährt und Sie gemeinsam kleine Veränderungen vornehmen werden. Nennen Sie das Übergewicht Ihres Kindes nicht als ausschlaggebenden Grund. Das Essen wird immer noch schmecken, doch ein gesunder Lebensstil ist für alle wichtig. Machen Sie Ihrem Kind Mut und erklären Sie, dass Sie das gemeinsam durchziehen.
  • Ernährung: Verbannen Sie nicht von einem Tag auf den anderen alle Süßigkeiten und machen Sie Ihrem Kind auch klar, dass es in Zukunft nicht auf seine Lieblingsspeisen verzichten muss. Schnitzel wird es auch weiterhin geben, aber vielleicht seltener und dazu gibt es eben Petersilerdäpfel und Salat statt Pommes frites.
  • Gesunde Snacks: Kinder essen gerne auch zwischen den Mahlzeiten und tappen dabei in die Kalorienfalle. Stellen Sie sicher, dass es sich dabei um gesunde Snacks handelt wie Gemüsesticks oder Obst. Achten Sie darauf, dass Gesundes stets in Griffweite  ist, damit Ihr Kind nicht aus Faulheit zu Süßem greift.
  • Süßigkeitenschublade: Verbannen Sie die Süßigkeitenschublade oder gehen Sie sicher, dass Ihr Kind nicht rund um die Uhr Zugang zu Zuckerfallen hat. Gewöhnen Sie ihm an, dass es Süßes nicht regelmäßig und wenn, dann nur als Nachspeise nach einer gesunden Mahlzeit gibt. Tricksen Sie ein wenig: Statt Milchschokolade gibt es ein Stück Zartbitterschokolade.
  • Gemeinsam kochen: Integrieren Sie Ihr Kind in die Zubereitung von Mahlzeiten. Das Kochen mit Kind braucht manchmal zwar mehr Zeit, macht aber Spaß und bietet viele Vorteile. Gehen Sie gemeinsam einkaufen, sprechen Sie beim Kochen über frische Lebensmittel und lassen Sie Ihr Kind an Kräutern und Gewürzen schnuppern.

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Kinder zu mehr Bewegung motivieren

Kinder, die sich ungesund und kalorienreich ernähren, machen meistens auch zu wenig Bewegung. Sport und körperliche Aktivität ist jedoch ein wichtiger Faktor im Abnehmprozess und für einen gesunden Lebensstil.

  • Vorbild: Auch was die Bewegung betrifft, sind die Eltern Vorbild. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und integrieren Sie Bewegung in den Alltag. Wenn Sie ein aktives Leben führen, wird es mit großer Wahrscheinlichkeit auch Ihr Kind tun.
  • Kein Stubenhocker: Ihr Kind spielt Online-Games oder sitzt vor dem Fernseher? Schluss damit! Beschränken Sie den Medienkonsum auf maximal 30 Minuten pro Tag; den Rest der Zeit muss sich das Kind mit anderen Dingen beschäftigen – am besten mit Sport und Bewegung an der frischen Luft.
  • Motivation: Der Satz "Geh raus und mach' Bewegung" mag gut gemeint sein, ein Kind ist mit so einer Aussage aber eher überfordert. Bieten Sie ihm mehr Anreiz, indem Sie sich gemeinsam bewegen. Gehen Sie zum Beispiel in den Kletterpark, auf Spielplätze oder in den Wald. Das macht Spaß und die Bewegung passiert nebenbei. Konkrete Vorschläge machen ebenso mehr Sinn als die bloße Aufforderung "was Gescheites" zu tun.
  • Aktiv werden: Überlegen Sie, welche Sportart Ihnen gefallen würde. Sie gehen gerne joggen, Radfahren oder schwimmen? Dann fangen Sie gleich heute damit an und nehmen Sie Ihr Kind gleich mit.
  • Neues ausprobieren: Kinder sollten nachmittags nicht überfordert und mit Kursen eingedeckt werden. Doch ein sportlicher Fixpunkt pro Woche schadet nicht. Das Angebot reicht von Klassikern wie Fußball oder Ballett bis zu Kinderturnen, Kampfsportarten, Yoga, American Football, Hockey oder Klettern und Bouldern.

Lob und Anerkennung

Es dauert eine Zeit, bis der Körper den Stoffwechsel umstellt und sich erste Erfolge zeigen. Aber wenn es so weit ist, dann loben Sie Ihr Kind für sein Durchhaltevermögen und den starken Willen. Denn auch wenn jeder abnehmen kann, ist es alles andere als einfach! Belohnen Sie Ihr Kind auch mit neuer, cooler Kleidung.

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