Familie

Kurzsichtig wegen Smartphone & Co

Die Weichen für Kurzsichtigkeit werden bereits in der Kindheit gestellt. Kinder, die sehr früh und intensiv von Smartphones, Tablets oder PCs Gebrauch machen, haben ein erhöhtes Risiko, kurzsichtig zu werden.

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Smartphones begünstigen Kurzsichtigkeit
DNY59 / iStock

Kurzsichtigkeit ist eine Form der Fehlsichtigkeit, bei der entfernte Dinge nur unscharf gesehen werden. Je weiter diese vom Auge entfernt sind, desto verschwommener sind sie. Bilder in der Nähe des Auges erscheinen hingegen scharf. Kurzsichtigkeit kann nur durch das lebenslange Tragen von Brille oder Kontaktlinsen bzw. durch eine Laserbehandlung kompensiert werden.

Kurzsichtigkeit häufig vermeidbar

Bei Kurzsichtigkeit handelt es sich jedoch um keine Erkrankung des Auges, sondern um eine Augenschwäche, die zu rund 50% vom Lebensstil beeinflusst wird.

Studien zufolge kann eine sehr frühe und intensive Nutzung von Smartphones, Tablets und Computern im Kindesalter die Entwicklung der Kurzsichtigkeit begünstigen. So ist die Anzahl kurzsichtiger Menschen in Industrienationen in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. In asiatischen Ländern liegt die Quote bereits bei alarmierenden 95%.

Betroffen sind vor allem Kinder unter drei Jahren: Bei exzessivem Starren auf nahe Bildschirme kommt es zu einem unverhältnismäßigen Wachsen des Augapfels und damit zu einem "längeren" Auge. Die Größe des Geräts – Smartphone, Tablet oder PC – spielt dabei keine Rolle, ausschlaggebend ist vielmehr die Nähe zum Bildschirm. Fernsehen ist im Vergleich dazu weniger schlimm, denn der Bildschirm ist weiter weg.

Mehr dazu: Tipps für den gesunden Umgang mit dem Smartphone

Nutzung von Smartphone & Co begrenzen

Ist das Auge einmal so gewachsen, verändert es sich nicht mehr. Ab einem Alter von etwa 12 Jahren sind die Weichen für eine lebenslange Fehlsichtigkeit gestellt. Experten empfehlen daher, die Zeit, in der sich Kinder mit Smartphone etc. beschäftigen, zu begrenzen:

  • Vier bis Sechs-Jährige: maximal 30 Minuten pro Tag
  • Volksschulkinder bis 10 Jahre: maximal 60 Minuten pro Tag

Mehr dazu: Kurzsichtige Schüler? Muss nicht sein

Kollateralschäden

Bei Kindern, die ihre Freizeit hauptsächlich vor dem Bildschirm verbringen, leidet auch die Entwicklung des räumlichen Seh- und Vorstellungsvermögens. Durch die permanente Nähe zwischen Auge und Gerät fehlt der Wechsel zwischen Nah- und Fernsicht. Wird das Auge in jungen Jahren nicht entsprechend trainiert, drohen dauerhaft verschwommenes Sehen und/oder Schielen. Müde, gereizte und trockene Augen inklusive.

Der Blaulichtanteil in Bildschirmen hemmt darüber hinaus die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin. Kinder sollten sich daher mindestens zwei Stunden vor dem Schlafengehen nicht mehr mit Handy, Tablet oder Computer beschäftigen. Dies gilt übrigens nicht nur für die Kleinsten, sondern auch für Jugendliche und Erwachsene.

Mehr dazu: Hausmittel zum Einschlafen

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