Familie

Kinderverzicht zum Wohle der Umwelt?

Eine deutsche Lehrerin schockt die Medien; Laut der Pädagogin sei es schlecht für die Umwelt Kinder zu gebären. Was ist dran an dieser These und wirkt sich der Kinderverzicht wirklich positiv auf unsere Erde aus?

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Eine deutsche Lehrerin schockte mit der Aussage, dass sich der Kinderverzicht positiv auf die Umwelt auswirken kann.
Lisa5201 / iStock

Vegane Ernährung, Verzicht auf Flugreisen sowie Autos und weniger Kinder zeugen, all diese Sachen sollen unsere Mutter Erde schützen. In ihrem Buch "Kinderfrei statt kinderlos: Ein Manifest" schreibt die 38-jährige Lehrerin Verena Brunschweiger, dass sich der Kinderverzicht alle mal lohnt, um den Klimawandel zu stoppen.

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Keine Kinder = weniger CO2?

"Ein Kind ist das Schlimmste, was man der Umwelt antun kann", erklärte Brunschweiger im Interview mit der Zeitung KURIER. Jedes nicht in die Welt gesetzte Kind könnte demnach eine CO2-Einsparung von 50 Tonnen im Jahr bedeuten. Weiters bezeichnet Sie den Kinderwunsch als egoistisch und narzistisch.

Besonders kinderlose Menschen werden in unserer Gesellschaft oft zur Kasse gebeten, um den fremden Nachwuchs mitzufinanzieren. Sie selbst bezeichnet sich als Radikalfeministin und überzeugte Nicht-Mutter, die sich nicht für ihre Entscheidung rechtfertigen möchte.

  • "Die ganze Kultur ist darauf ausgerichtet Kinder zu wollen", erklärt die Buchautorin weiter. Daher sei der Status der Frau immer noch sehr eng mit der Rolle als Mutter verknüpft. Brunschweiger betont, dass sie nicht als Mutter und Hausfrau von ihrem Ehemann abhängig sein möchte.
  • Ihre These schließt Brunschweiger auf eine kanadische Studie aus dem Jahr 2017 zurück. Den Studienergebnissen zufolge spart der Verzicht auf Kinder ganz genau 58,6 Tonnen CO2 im Jahr.
  • Das Forscher Team schrieb dazu: „Eine amerikanische Familie, die sich entscheidet, weniger Kinder zu haben, trägt im gleichen Maße zur Verringerung der CO2-Emissionen bei wie 684 Heranwachsende, die entscheiden, den Rest ihres Lebens ihre Abfälle systematisch zu recyclen.“

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50.000 Euro Prämie für Kinderverzicht

Als eine angemessene Motivation für den Kinderverzicht hat sich die Pädagogin eine hohe Geldsumme vorgestellt: Jede Nicht-Mutter soll zu ihrem 50. Geburtstag eine Prämie von 50.000 Euro ausbezahlt bekommen.

  • Diese Ansicht fordert auch der Club of Rome, ein Zusammenschluss von Experten für Nachhaltigkeit. Die Organisation, mit dem Sitz in der Schweiz, fordert sogar 80.000 Dollar pro Frau (circa 70.800 Euro), die keinen Nachwuchs gebärt.
  • Durch das mobilisieren der Nicht-Mütter, erhofft sich die Gymnasiumlehrerin für Deutsch, Englisch und Ethik (!), den Klimawandel und Luft- sowie Wasserverschmutzung aufzuhalten und bedrohte Tierarten zu beschützen. Sie und ihr Mann haben sich beide deshalb bewusst für die Umwelt und gegen den Nachwuchs entschieden.

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Shitstorms häufen sich

Ihre Ansichten kommen aber nicht bei allen Menschen gut an. Auf den Sozialen Medien häufen sich immer mehr Kritiker, die ihre Aussagen als "menschenverachtend" empfinden und "ihre sofortige Entfernung aus dem Schuldienst" fördern.

  • Auch der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbands Heinz-Peter Meidinger zeigt sich nicht begeistert: "Ich hoffe, dass die Dame als Lehrkraft mehr Empathie für ihre SchülerInnen aufgebracht hat, als diese unsäglichen Äußerungen befürchten lassen."
  • Positive Stimmen lassen sich auf Twitter und Co eher in verminderter Anzahl, aber doch finden. Einige User stimmen der kinderlosen Pädagogin zu und bekräftigen sie in ihrer Entscheidung: denn Frauen seien nicht nur auf dieser Welt, um Mutter zu werden.

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Kinder sind die Zukunft

Vielleicht regt die These der Lehrerin viele Menschen, und vor allem Eltern, in Bezug auf ihre Familienplanung zum Nachdenken an. Auf Kinder zu verzichten, um unsere Erde zu schützen, muss dabei jeder für sich selbst entscheiden. Unser Planet sollte auf jeden Fall durch kompetente Zusammenarbeit und eine umweltfreundliche Lebensweise geschützt werden. Fest steht: Es liegt in unserer Verantwortung unsere Kinder über Umweltschutz und Nachhaltigkeit aufzuklären.

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