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Weight Watchers: Neue Diät-App für Kinder wird stark kritisiert

Weight Watchers sind für ihr Abnehmprogramm weltweit bekannt, nun stehen sie mit einer Diät-App für Kinder in der Kritik.

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Eine neue Abnehmapp für Kinder sorgt in den USA sorgt für Furore.
ridvan_celik / iStock

Mehr Fast-Food und Smartphone, weniger Bewegung und Sport: Immer mehr Kinder und Jugendliche sind übergewichtig oder gar adipös. Das amerikanische Unternehmen Weight Watchers hat dafür eine vermeintliche Lösung gefunden: Eine Diät-App für Kinder.

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Gesund abnehmen mit Diät-App?

Weight Watchers ist weltweit für seine Diät-Pläne und Erfolgsgeschichten ("Vorher-Nachher") bekannt. Durch einen Imagewechsel wurde der Wellness-Konzern in WW (Wellness Wins) unbenannt – dies soll den Firmen-Fokus auf einen gesunden Lebensstil umschwenken. So soll auch die neue Abnehm-App "Kurbo" Kindern und Jugendlichen ab acht Jahren dabei helfen gesund abzunehmen.

  • Zu diesem Zweck sollen die jungen Anwender zuerst einige Fragen beantworten und danach per Videochat mit einem Coach über ihre Körperziele sprechen. Daraufhin tragen die Kinder und Jugendlichen in die Applikation ein, welche Nahrungsmittel sie täglich konsumieren.
  • Ein "Ampelsystems" signalisiert dem Anwender, welche Nahrungsmittel gut für ihn sind und welch nicht. "Rote Lebensmittel" (z.B.: Süßigkeiten) sollten gemieden, orange selten und grüne oft verzehrt werden.
  • Auf diesem Wege sollen die Kinder und Jugendlichen ein gesünderes Verhältnis zum Essen aufbauen und dabei erfolgreich abnehmen. Der Preis ist moderat: Ein dreimonatiges Abonnement kostet umgerechnet 170 Euro.

Apropos Portionen: Im folgenden YouTube-Video werden das Ampelsystem sowie die Portionierung der Essensrationen der Kinder und Jugendlichen bildlich dargestellt. Reis, Pasta & Co sollen mit einer Faust, Pizzastücke mit einer offenen Handfläche "gemessen" werden:

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Harsche Kritik für Diät-App

WW ist von seinem Konzept sehr überzeugt, doch die Diät-App sorgt bei vielen Eltern für Aufregung. So schrieb die amerikanische Pädagogin Whitney Fisch einen offenen Brief in der  New York Times über Kurbo: "Ihr MÜSST das beenden. Alle Körper, besonders die, die sich noch entwickeln, verdienen Respekt und die Möglichkeit, in der Form zu wachsen, die für sie bestimmt ist", schreibt Fisch.

  • Sie unterstellt dem Unternehmen die finanzielle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen. Zudem ist Fisch erzürnt, dass "unausgebildete Gesundheitscoaches" die jungen Anwenderinnen quasi "anbetteln an einer Essstörung zu erkranken".
  • Sie macht in ihrem Facebook-Posting auf Folgendes aufmerksam: "90 Prozent aller Menschen, die abnehmen möchten, werden wieder an Gewicht zulegen. Die darauffolgende Scham und der Schmerz sind für die Betroffenen schwer zu ertragen."

Mittlerweile wurde auf change.org eine Petition ins Leben gerufen, die das Unternehmen auffordert, die Diät-App vom Markt zu nehmen. 94.000 von 150.000 benötigte Unterschriften wurden bereits gesammelt.

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Kein Kurbo in Österreich

Laut einer Stellungnahme von Weight Watchers Österreich gegenüber dem Kurier, wird es keine Diät-App hierzulande geben. Zwar orientiert sich das Unternehmen am amerikanischen Mutterkonzern, dennoch werden viele Entscheidungen eigenständig getroffen. Den Wert der App, ließ der österreichische Franchiser jedenfalls unkommentiert.

Fakt ist, dass die App Kinder und Jugendliche dazu ermutigt, ihre Ernährung zu überwachen und Lebensmittel in gute sowie schlechte Kategorien aufzuteilen. Dies kann dazu führen, dass die Anwender bei entsprechender Veranlagung ein höheres Risiko haben, eine Essstörung zu entwickeln. Wer seinem Nachwuchs gesundes Essen näherbringen möchte, sollte auf gemeinsames Kochen und regelmäßige Bewegung setzen. Für weitere Maßnahmen zur Gewichtsreduktion sollten Sie unbedingt einen Arzt konsultieren.

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