Liebesleben

Living apart together: Fördern getrennte Wohnungen das Liebesglück?

Das traditionelle Bild von Heirat, Kind und trautem Heim, ist in diesem Beziehungsmodell nicht zu finden. Living apart together beschreibt Paare, die zwar zusammen sind, aber nicht einen gemeinsamen Haushalt führen.

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Zusammen sein, doch getrennt leben?
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Sie lieben Ihren Partner, sind gerne mit ihm zusammen, doch könnten niemals mit ihm eine Wohnung teilen? Dann sind Sie nicht alleine mit diesem Gedanken, denn viele Pärchen setzen neuerdings auf getrennte Wohnungen, die unter anderem zu einem besseren Liebesglück beitragen können.

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Mehr Sex, weniger Kompromisse

Was sich zuerst sehr komisch anhört, ist für viel Pärchen Realität: Zwei Menschen, die zwar ein Liebespaar formen, aber nicht zusammenziehen möchten. Jeder hat seinen persönlichen "Rückzugsort" und führt einen eigenen Haushalt. "Living apart together" (LAT) also zu Deutsch "gemeinsam getrennt wohnen", soll das Liebesleben aufregend machen – denn nichts ist langweiliger als der anstrengende Alltag und unzählige Diskussionen darüber, wer schon wieder vergessen hat den Geschirrspüler einzuschalten.

Doch warum möchten Verliebte lieber getrennt wohnen?

  • Mehr Zeit für sich: Durch die separaten Wohnungen entsteht auch mehr Freiraum. Man sieht sich vielleicht nur zwei bis dreimal in der Woche oder verbringt das Wochenende zusammen.
  • Besserer Sex: Man vermisst sich mehr und freut sich dadurch auch mehr auf den Partner. Dies führt auch zu einem besseren Sexleben, denn die körperliche Nähe wird durch die räumliche Distanz nicht als selbstverständlich gesehen.
  • Wenige Kompromisse: Zusätzlich bleibt auch mehr Zeit für eigene Hobbys und Freunde. Der jeweilige Lebensrhythmus der einzelnen Person bleibt bestehen und muss nicht angepasst werden. Kompromisse werden in diesem Beziehungskonstrukt nur selten getroffen.

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Glücklicher, aber auch instabiler

Ein häufiger Gründ für diese Lebensweise ist der Beruf. Paare, die in verschiedenen Städten angestellt sind oder häufig Schichtarbeiten verrichten müssen, möchten mit einer eigenen Wohnung flexibel bleiben. Sogar nach einem Eheversprechen bleibt dieses Beziehungskonstrukt für viele Partnerschaften bestehen.

Kommen Kinder noch ins Spiel, wird die ganze Situation komplizierter. Ist der Nachwuchs den geregelten und strukturierten Tagesablauf der Mutter gewöhnt, kann es zu Unstimmigkeiten beim Lebensstil des Vaters kommen. Dies kann auch bei LAT-Beziehungen zu einigen Differenzen und Konflikten führen.

Einen großen Nachteil hat das Modell allemal: Die sehr eigenwilligen Partnerschaften zerbrechen laut einer deutschen Studie häufiger, als Beziehungen, die ein Zusammenleben inkludieren. Kein Wunder, immerhin ist es im Falle einer Trennung wesentlich einfacher alles hinter sich zu lassen und sich von dem Partner zu lösen.

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Jedes Paar tickt anders

Was für einige Liebespaare besonders gut funktioniert, muss nicht auf Ihre eigene Partnerschaft zutreffen. Zwar bietet der LAT-Lebensstil viele Vorteile, doch das Zusammenwohnen mit dem Partner kann auch seine schönen Seiten haben.

Abgesehen vom Alltagsstress und den Zankereien um Kleinigkeiten, lernen Sie Seiten an Ihrem Partner kennen, die Sie nie zuvor entdeckt haben. Den Tag (und die Kindererziehung!) zusammen zu meistern, stärkt die Bindung und die Liebe in einer Beziehung.

Wer seine Partnerschaft vor dem Alltagstrott retten möchte, sollte hierbei unbedingt auf Zeit zu Zweit und abwechselnde Aktivitäten setzen. Wie wäre es also mit einer wöchentlichen Date-Night nur für Sie und Ihrem Schatz?

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