Familie

Die magische Phase: Kinder und ihre Phantasie

Haben Kinder eine blühende Phantasie, stellen sie die Geduld ihrer Eltern auf die Probe. Erfahren Sie hier, was es mit der magischen Phase auf sich hat und wie Eltern sinnvoll damit umgehen können.

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Mädchen liest ein Buch und befindet sich in der magischen Phase
HiddenCatch / iStock

Wenn unter dem Bett Monster wohnen, in der gelben, linken Socke ein Kobold sitzt und das Kind in der Badewanne Angst hat, in den Abfluss gesogen zu werden – dann durchlebt das Kind wohl gerade die magische Phase.

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Was ist die magische Phase?

Zwischen dem 3. und 5. Lebensjahr ist die magische Phase am stärksten ausgeprägt. In dieser Zeit leben die Kinder in einer Welt der Phantasie und der kindlichen Vorstellungskraft sind dabei keine Grenzen gesetzt. Kinder glauben an Übernatürliches und gehen davon aus, dass sie ihre Umwelt mit Worten, Gedanken und ihrem Glauben beeinflussen können. Dies kann in positiver, aber auch negativer Hinsicht geschehen: So ist beispielsweise ein imaginärer Freund genauso normal wie die panische Angst nach Albträumen, weil das Geträumte für realistisch gehalten wird.

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Wertschätzung der Eltern ist wichtig

Der Osterhase, das Christkind, die Zahnfee, Märchenfiguren, Hexen und Monster leben für Kinder, die sich in der magischen Phase befinden, wirklich. Die wichtigste Botschaft: Nehmen Sie Ihr Kind ernst.

  • Betrachten Sie ausgedachte Geschichten nicht als Lügen und reagieren Sie nicht abwertend.
  • Seien Sie stolz, dass Ihr Kind eine blühende Phantasie hat, denn es handelt sich um ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung Ihres Kindes.
  • Viele Eltern fürchten, der Sprössling treibe es zu weit, doch für das Kind ist die Phase ein wichtiger Schritt für den Übergang aus dem magischen zum realistischen Denken.

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Das können Eltern konkret tun

Eltern dienen ihrem Kind während der magischen Phase als Stütze, indem sie ihre Sorgen und Ängste aufgreifen und sich einfühlen. Mit etwas Geduld und Phantasie können Eltern viel bewirken:

  • Monster vertreiben: Die Aussage "Monster gibt es doch gar nicht" hilft dem Kind nicht, sondern führt nur dazu, dass es sich nicht ernst genommen fühlt. Denn die Wesen, die dem Kind Angst machen, gibt es in seiner Welt eben wirklich. Vertreiben Sie die bösen Genossen stattdessen gemeinsam mit dem Kind, indem Sie beispielsweise mit dem "Monsterspray" (Raumduft) sprühen oder die Ungeheuer mit lautem Gebrüll verjagen. Trägt das Kind zum Beispiel gerne Grün, könnten die Wesen Angst vor Grünem haben. Und was immer hilft: Eine Runde Kuscheln mit Mama und Papa.
  • Imaginäre Freunde: Viele Kinder haben eine Zeit lang einen unsichtbaren Freund an ihrer Seite. Für manche Eltern mag das besorgniserregend sein, doch Psychologen schreiben Kindern eine höhere Sozialkompetenz und ein besseres Sprachgefühl zu. Oft dient der Begleiter als Sprachrohr, das Wünsche und Ängste besser aussprechen kann als das Kind selbst und es hilft dem Kind, Erfahrungen besser zu bearbeiten.
  • Situationen, die Angst machen, erklären: Hat Ihr Kind Angst vor bestimmten Dingen und fürchtet zum Beispiel den Abfluss der Badewanne, kann die Erklärung, dass das Kind zu groß für die kleine Öffnung ist, fruchten. Zeigen Sie ihm, dass nicht einmal der Fuß hineinpassen würde und erklären Sie es geduldig immer wieder.

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