Psychische Gesundheit

Mental Load: Unsichtbare Belastung im Familienalltag

Wo geht's hier raus aus der Mental-Load-Falle?

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Vor allem Mütter sind von Mental Load betroffen
AleksandarNakic / iStock

Es mag einfach klingen: Job, Haushalt, Kinder. Doch was zu den alltäglichen To-dos wie Kochen, Wäsche waschen dazu kommt, ist es oft nicht. Die Kinder brauchen neue Winterjacken, der Sohnemann außerdem ein passendes Fußballtrikot, die Tochter benötigt unbedingt eine neue Zahnbürste und neue Handschuhe, weil einer verloren gegangen ist und es ist kalt. Das Auto muss in die Werkstatt, die Topfpflanzen brauchen neue Blumenerde, Zahlungen müssen überwiesen werden ach ja, nicht vergessen, die Gartenmöbel zu überwintern, das Abonnement zu kündigen, Geschenkpapier zu besorgen, den nächsten Urlaub zu planen und noch zig andere Kleinigkeiten, die noch so anstehen. Geht es Ihnen genauso?

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Besonders Mütter von Mental Load betroffen

Die Last, die diese unsichtbare, unendliche To-do-Liste, die über den Kopf zu wachsen droht, auslöst, hat einen Namen: Mental Load. Vor allem Mütter, aber natürlich auch moderne und engagierte Väter, sind davon betroffen, stets viele Dinge im Hinterkopf und gleichzeitig den Überblick zu behalten. Das kann ganz schön an die Substanz gehen, wie der Name schon andeutet. Das andauernde Organisieren und Strukturieren von Erledigungen führt schneller zur "geistigen Überlastung" als einem lieb ist.

Damit der Alltag im Familienleben funktioniert, bedarf es einiges an "Mikro-Organisation" und Handgriffen im Hintergrund.  Oft ist es nicht der Job selbst, der Stress auslöst, sondern es sind die vielen Kleinigkeiten, die alles am Laufen halten. Und das summiert sich. Steht im Kalender in aller Kürze ein unschuldig wirkender Termin eingetragen, rattert im Inneren unausgesprochen eine Reihe von Abläufen ab: Geht sich das Hin- und Herfahren mit dem Abholen der Kinder aus? Muss ich auf dem Weg noch etwas besorgen? Hat das Geschäft dann Mittagspause? Steht etwas Außertourliches an? Kann man dort mit Bankomat zahlen? Sonst muss vorher noch ein Bankomat her. Zwischendurch ein Telefonat oder eine WhatsApp-Message, immerhin möchten auch die sozialen Kontakte gepflegt werden. Bestimmt können viele Betroffene bestätigen: Der Rattenschwanz an Abläufen ließe sich endlos fortsetzen.

Da ist es keine Überraschung, dass sich viele Eltern überlastet fühlen. In dieser schnelllebigen, hektischen Zeit, in der alles jetzt und sofort sein muss und der Alltag im Turbo an uns vorbei zischt, fällt es umso schwerer, nicht in die Mental-Load-Falle zu tappen. Das Gefühl, nie ans Ende zu kommen und jeden Tag aufs Neue Erledigungen aufgebrummt zu bekommen, löst bei vielen Eltern Stress, Kopfschmerzen, andauernde Anspannung bis hin zu Panikattacken aus.

 

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Hier geht's raus aus der Mental-Load-Falle

Was kann man tun, um dem Mental-Load-Phänomen zu entkommen? Abläufe optimieren, den Alltag strukturieren, Großeinkäufe statt immer nur Kleinigkeiten besorgen… Aber sonst? Gibt es überhaupt einen Weg, wie Eltern und andere Betroffene einen großen Bogen um Mental Load machen können?

Kurzfristig helfen Maßnahmen wie:

  • Tief durchatmen.
  • Alles niederschreiben, was zu tun ist.
  • Einen Schritt nach dem anderen machen.
  • Sich mit dem Partner austauschen.

Langfristig kann folgendes helfen:

Es kann eine Zeit lang dauern, bis der Prozess verinnerlicht wird, aber es lohnt sich und der Erfolg ist jeden Tag spürbar.

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