Familie

Ist der Mozart-Effekt beim Baby nur ein Mythos?

Sonaten des Salzburger Wunderknaben sollen den IQ von Babys steigern. Ist das nur Einbildung?

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Mozart-Effekt beim Baby
ljubaphoto / iStock

Klassische Musik, am besten von Wolfgang Amadeus Mozart komponiert, soll die Hirnleistung von Babys anregen. Werden Kinder zu Genies, nur weil sie Mozart-Sonaten hören?

Der Startschuss für die Annahme, Mozart könne Einfluss auf das Denkvermögen haben, fiel mit einer Studie aus dem Jahr 1993. Seither folgten einige weitere Untersuchungen. Was ist also dran? Wahrheit oder Fehlschluss?

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Intelligenter durch Mozart?

Studenten wurden in zwei Kohorten aufgeteilt, die eine Gruppe lauschte herkömmlichen Entspannungsklängen, die andere bekam Mozart zu hören. Bei anschließenden Tests war die Mozart-Gruppe erfolgreicher. Der Mozart-Effekt war geboren.

  • Ja, als in den frühen 90er Jahren Probanden im Rahmen einer Studie an einer kalifornischen Universität nach dem Hören von Kompositionen des Salzburger Wunderknaben bei Intelligenztests besser abschnitten, löste die Meldung einen Hype aus.
  • Eltern beschallten daraufhin ihre Kinder, bereits die Ungeborenen kamen zum Handkuss.

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Klänge von Mozart sollen den IQ steigern – ein spannendes Thema, dessen sich zahlreiche Wissenschafter widmeten. Signifikante Ergebnisse, die die Erststudie bestätigen sollten, blieben jedoch aus. Hat Mozart demnach doch keinen so hohen Stellenwert?

Musik wirkt auf die Gene

Im März 2015 gab eine Studie aus Helsinki, die in dem Magazin Peer J veröffentlicht wurde, dem brisanten Thema einen neuen Aufschwung: Demnach kann Musik die Genexpression beeinflussen und das Hervortreten bestimmter Gene begünstigen oder eben nicht. So werden kognitive Fähigkeiten wie die Gedächtnisleistung oder das Lernen beeinflusst.

Interessant ist auch, dass Babys, die im Mutterleib eine bestimmte Musik hörten, sich nach ihrer Geburt daran erinnern konnten. Ab der 27. Schwangerschaftswoche können Babys mit klangvollen Reizen geprägt werden.

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Musikalische Erziehung bringt's

Wichtig ist hingegen nicht zwingend, was gehört ist. Die Hauptsache ist, es macht Spaß und das Kind hört die Musik gerne. Heavy Metal ist demnach genauso okay wie Klassik oder Pop.

Später ist auch das Musizieren selbst sinnvoll. Lernen Kinder selbst ein Instrument zu spielen, wird das Gehirn herausgefordert, Neuronen können sich neu verankern und die geistige Flexibilität wird geschult.

Ausprobieren schadet nicht – in dem Video gibt es Mozart-Klänge fürs Baby:

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