Liebesleben

Extremer Pornokonsum führt zu Erektionsstörungen

Das Netz ist überflutet von pornografischen Inhalten. Besonders Männer haben ein erhöhtes Risiko von Sexfilmen abhängig zu werden.

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Unter Pornosucht ist eine ernstzunehmende Störung zu verstehen, die schwer zu überwältigen ist.
TARIK KIZILKAYA / iStock

Porno-Webseiten sind beliebter denn je. Neben dem Angebot unzähliger Genres können sich Internetnutzer die anzüglichen Filme rund um die Uhr kostenlos ansehen oder herunterladen.

  • Pornhub gilt als die beliebteste Pornoseite der Welt und verzeichnete 2018 eine Zugriffssumme von insgesamt 3,6 Milliarden Besuchern. Das entspricht etwa 92 Millionen Usern pro Tag.
  • Obwohl Pornhub & Co. für schnelle sexuelle Befriedigung sorgen können, sind sie ebenfalls eine "Einstiegsdroge" für eine schwerwiegende Pornosucht.

Wir verraten Ihnen, wodurch sich eine Abhängigkeit von Pornographie äußern kann.

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Der Weg in die Pornosucht

Der Anfang der Erkrankung zeigt sich eher schleichend und kann sich durch übermäßigen Konsum von Sexfilmen oder zwanghaftem Masturbieren äußern. Prinzipiell sind Männer von der Pornosucht betroffen, doch auch Frauen können in die Abhängigkeit geraten.

  • Die Betroffenen sind hierbei nicht immer einsame Singles, die sich nach körperlichem Kontakt sehnen. Die meisten süchtigen Personen sind in einer Beziehung oder auch verheiratet.
  • Anfangs suchen sich die Betroffenen normale pornografische Filme, die sie zur Masturbation anschauen. Nach einiger Zeit wird das Verlangen nach einem größerem Kick unerträglich, sodass die Videos immer extremer oder die Handlungen darin brutaler sein müssen.
  • Dabei wird nicht nur einmal täglich ein Porno angesehen (inklusive Selbstbefriedigung): Der Konsum steigert sich meist auf drei-, sechs- oder mehrmals pro Tag.
  • In extremen Fällen wird auch die Masturbation "upgedatet": Das Reiben des Penis an harten Gegenständen, oder eine krampfhaften Nutzung von Sexspielzeug kommt dabei oft vor.
  • Sex mit dem Partner wird oftmals zur Nebensache, da dieser nicht mehr die gleiche sexuelle Erregung hervorrufen kann wie die Pornos.

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Anzeichen der Erkrankung

Suchterkrankungen können mit dem sogenannten SAFE-Prinzip erkannt werden:

  • Secret: Die Sucht wird meist geheim gehalten und so gut wie möglich versteckt. Zuerst gelingt es den Abhängigen die Sucht zu verbergen, doch irgendwann können sie ihre Erkrankung auch im Alltag nicht mehr unterdrücken.
  • Abusive: Sexfilme werden übermäßig oft und lange angesehen oder man zwingt sich selbst zum Masturbieren. Das kann als Selbstmissbrauch gesehen werden.
  • Feelings: Mit der Sucht werden Gefühle wie Langeweile, Trauer oder Wut kompensiert. Es hilft dabei, den Probleme zu entfliehen.
  • Empty: Die Sucht steht in keinem emotionalen Bezug zu einer Person und führt auch dazu, dass die Betroffenen immer mehr "abstumpfen".

Bei einer akuten Abhängigkeit können schon Trigger wie Dessous-Werbungen als Reiz, eine Niederlage im Job (Trost) oder der Sieg der Lieblingsfußballmannschaft (Belohnung) den Betroffenen dazu animieren, sich selbst zu befriedigen und Sexfilme zu konsumieren.

  • Die Sucht äußert sich meistens nicht nur in Form von erhöhtem Pornokonsum, sondern auch in Fremdgehen, Verkehr mit unbekannten Personen (egal welchen Geschlechts) und regelmäßigem Besuch von Prostituierten.
  • Vorsicht: Wer einmal täglich zu Pornographie masturbiert, hat ein erhöhtes Risiko, eine Erektionsstörung zu bekommen. Dies passiert, da die sexuelle Reizschwelle immer höher gesetzt wird und diese durch reale Menschen nicht mehr erreicht werden kann.

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Folgen der Sucht

Bei der Suchterkrankung leiden jedoch nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Partner. Etwa drei Monate dauert es, bis sich das Belohnungszentrum eines Süchtigen normalisiert hat. Manche Lernprozesse sind dabei gar nicht mehr umkehrbar und nur mit einer Therapie zu bewältigen. Weiter Folgen sind: 

Das Risiko, seine Beziehung oder seinen Arbeitsplatz zu verlieren ist groß. Wird der ganze Tag nur mit Pornographie verbracht oder dreht sich jeder Gedanke nur um die Sucht, kann einem normalen Alltag nicht mehr nachgegangen werden.

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Hilfe in Anspruch nehmen

Wenn Sie glauben an einer Pornosucht zu leiden, dann sollten Sie eine "Pause" oder anderweitige Maßnahmen in Erwägung ziehen:

  • Reduzieren Sie Ihren Sexfilmkonsum: Beschränken Sie diesen nur auf einmal statt dreimal am Tag und nur mehr alle zwei Tage die Woche.
  • Löschen Sie Ihren Browserverlauf: Um nicht weiterhin in Versuchung zu kommen, löschen Sie Ihren Verlauf und hören Sie auf zu masturbieren.
  • Für Außenstehende klingen diese Schritt sehr einfach, doch für die Betroffenen kann es eine enorme Anstrengung, körperliche und psychische Qual sein.

Professionelle Hilfe und Beratungsstellen:

  • porno-sucht.com: Online-Beratung und Aufklärung zum Thema auf der Website.
  • Anonyme Sexsüchtige Österreich: Telefonische und persönliche Beratung (Meetings) unter +43 664 6504993 oder auf der Website.
  • Safesurfing: Online-Beratung und weitere Beratungsstellen auf safesurfing.org.

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