Psychische Gesundheit

Psychische Gewalt in der Partnerschaft: Was tun?

Verbale Aggressionen in der Beziehung werden oft als "normales Verhalten" des Partners abgetan. Viele Betroffene erkennen dabei nicht, dass sie psychisch missbraucht werden.

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Psychische Gewalt in Beziehungen wird von den Betroffenen oft nicht wahrgenommen.
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Jeder von uns hat hier und da seine Macken: Vielleicht verwendest du keinen Untersetzer für deine Kaffeetasse, dein Partner lässt immer das nasse Handtuch am Badezimmerboden liegen oder ihr neigt beide dazu, das Einräumen des Geschirrspülers aufzuschieben.

Was es auch ist, oft werden diese "Kleinigkeiten" als normal oder selbstverständlich herunter gespielt. Kommt es jedoch zu psychischem Missbrauch in einer Partnerschaft, neigen die Betroffenen dazu auch offensichtlich beleidigende oder gemeine Gesten als normales Verhalten zu werten. Wie sich psychischer Missbrauch in einer Liebschaft äußern kann und was du dagegen tun kannst, verraten wir dir hier.

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Totale Kontrolle ist das Ziel

Seelische Gewalt in Beziehungen kommt oft schleichend und macht sich bei den Opfern erst richtig bemerkbar, wenn sie schon weit fortgeschritten ist. Die "harmlosen" Scherze über die Figur oder den Charakter des Betroffenen werden anfangs klaglos geduldet, dabei verfolgt der Täter ein genaues Ziel:

  • Er möchte seinen Partner erniedrigen, demütigen, beleidigen und sich über ihn lächerlich machen.
  • Zusätzlich kommen meist noch (Mord-)Drohungen und Erpressung hinzu.

Zwar kommt es bei dieser Art des Missbrauchs zu keinen äußerlichen Verletzungen, doch die Wunden in der Seele sitzen tief. Denn die Täter gehen systematisch vor das Selbstvertrauen und -bewusstsein ihrer Opfer zu zerstören. Diese denken dadurch, dass sie nichts wert sind und niemals den Ansprüchen des Partners genügen könnten. Befindet sich auch der Nachwuchs im "Schlachtfeld" wird es für die Betroffenen meist noch schlimmer, da Kinder oft als potenzielles Druckmittel eingesetzt werden.

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Alarmsignale wahrnehmen

Doch der Missbrauch beschränkt sich nicht nur auf gemeine Äußerungen über das Aussehen und Gewicht des Partners. Die Form der psychischen Gewalt kann in mehreren Szenarien auftreten:

  • Der Täter lässt dih an deinen mentalen Fähigkeiten zweifeln, versteckt Dinge und manipuliert Tagesabläufe, um dich zu verunsichern.
  • Du wirst andauernd gefragt, wo du dich aufhältst und mit wem du  unterwegs bist. Meist kontrolliert dein Partner auch dein Mobiltelefon oder die Sozialen Medien, um alles im Blickfeld zu haben.
  • In der Öffentlichkeit spielt dein Partner den perfekten Liebhaber, doch in den eigenen vier Wänden verwandelt er sich in einen Kontrollfreak.
  • Dein Partner droht damit deine Kinder wegzunehmen, verbietet dir den Kontakt zu Familie und Freunden. Er behält deine Finanzen im Auge und zwingt dich dadurch zu einem gemeinsamen Bankkonto.
  • Bist du gerade arbeitslos (oder in Karenz) wird Geld als Druckmittel eingesetzt. Deine finanzielle Abhängigkeit wird meist als glaubhafte Rechtfertigung für das kontrollsüchtige Verhalten verwendet.
  • Meist kann sich die Gewalt auch in Schweigen oder Ignoranz dir  gegenüber äußern. Dein Partner möchte damit einer Versöhnung entfliehen und sich damit an dir "rächen".

Personen, die über einen längeren Zeitraum seelischem Terror in der Partnerschaft ausgesetzt sind, tragen häufig gesundheitliche Schäden davontragen. Hierbei können Schlafstörungen, Panikattacken, totale mentale Manipulation des Opfers und dessen Isolation der Gesellschaft auftreten. Deshalb bleiben viele missbrauchte Männer und Frauen in den schädlichen Beziehungen – denn der Täter hat in vielen Fällen das Selbstbewusstsein sowie den Glauben an die mentale Fähigkeit ihrer Partner gebrochen.

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So kannst du dich wehren!

Passieren die beschriebenen Szenarien häufig in Ihrer Partnerschaft, dann ist es an der Zeit sich aus den Fängen des Missbrauchs zu befreien. Dabei solltest du möglichst strategisch vorgehen, indem du dir deine finanzielle Freiheit in Form eines eigenen Einkommens und Bankkontos sicherst. Erzähl' deinen Freunden, deiner Familie und deinen Arbeitskollegen von deiner Situation. Du wirst sehen, dass Außenstehende deine verzwickte Lage sofort erkennen werden und dir die Unterstützung bieten können, die du schon lange gesucht hast.

Trenne dich von deinem Partner und brich jeglichen Kontakt zu ihm ab. Will der Täter deine Trennung nicht akzeptieren und stalkt dich daher immer weiter, dann wird es Zeit die Polizei, einen Anwalt oder das Gericht zu konsultieren. So kann unter anderem ein Kontaktverbot und bei beharrlicher Verfolgung oder Bedrohung eine Geld- und Freiheitsstrafe verhängt werden.

Nicht nur physische Gewalt ist "richtige" Gewalt: Hör' auf die Verhaltensweise deines Partners zu relativieren! Seine halbherzigen Entschuldigungen dienen meist nur dazu seine manipulativen Spielchen weiterzuführen. Absolut niemand hat es verdient in Angst, Scham oder totaler Isolation zu leben.

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Professionelle Hilfe

Leidest du oder eine Person in deinem Umfeld unter psychischen Missbrauch, dann zögere nicht professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen:

  • Weißer Ring: Die Organisation bietet einen Opfer-Notruf (0800 112 112) und professionelle Beratung zu den Themen Stalking und Gewalt.
  • 24-Stunden Frauennotruf (01/71 71 9): Beratung und Krisenintervention für Frauen und Mädchen ab 14 Jahren, rund um die Uhr. Kostenlos, anonym und vertraulich: Telefon-, E-Mail-, und persönliche Beratung.
  • Krisen- und Lebensberatung für MännerAlles rund um die Fragen Trennung, Gewalt und Sexualität in 1100 Wien. Terminvereinbarung unter 01/603 28 28

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