Familie

Pucken: Ist die Wickeltechnik wirklich gesund für mein Baby?

Pucken, im Englischen swaddling, meint das feste Einwickeln des Babys in ein Tuch. Die Säuglinge sollen sich auf diese Weise schnell beruhigen.

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Was ist Pucken?
LindaYolanda / iStock

Pucken ist keine neue Erfindung, ganz im Gegenteil. Es handelt sich um eine alte Wickelmethode, die Babys auf sanfte Weise beruhigen soll. Wer sein Kind pucken möchte, sollte auch über die Risiken dieser Praktik Bescheid wissen.

Hier finden Sie alle Vor- und Nachteile des Puckens im Überblick.

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Was bedeutet Pucken?

  • Beim Pucken wird das Baby fest in ein sogenanntes Pucktuch gewickelt. Dazu wird eine spezielle Technik angewendet.Das Baby hat im Tuch kaum Bewegungsfreiheit, auch die Arme werden festgesteckt.
  • Bis ins 19. Jahrhundert war Pucken üblich, auch bei wachen Babys. Ab dann galt es eher als verpönt. Viele Naturvölker haben bis heute nicht damit aufgehört. Heute wurde die Methode wiederentdeckt und erlebt eine Art Revival.

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Pucken: Pro und Contra

  • Vorteile: Pucken imitiert die Enge im Mutterleib und kann vor allem Neugeborenen Sicherheit geben. Der sogenannte Moro-Reflex (unkontrollierte Zuckungen) wird unterdrückt, wodurch die Babys länger und fester schlafen. Insbesondere Kinder mit noch unreifem Nervensystem können von der straffen Umwickelung profitieren.
  • Nachteile: Kritiker geben zu bedenken, dass das Tuch dem natürlichen Bewegungsdrang widerspricht. Es sei lediglich für die Eltern ein Benefit, weil das Baby weniger schreit und mehr schläft. Einige Ärzte warnen sogar vor dem Pucken. Warum, lesen Sie weiter unten.

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Ist Pucken gefährlich?

Unter gewissen Umständen kann die Wickeltechnik gesundheitliche Schäden verursachen:

  • Werden Babys zu fest gepuckt, können Nerven abgeklemmt werden.
  • Die motorische Entwicklung kann beeinträchtigt werden.
  • Zudem erhöht sich das Risiko für Hüftdysplasien.
  • Vor allem im Sommer oder in stark beheizten Räumen droht den Kleinen im Tuch Überhitzung.
  • Gepuckte Kinder liegen häufig auf dem Rücken, dadurch kann es zu einem platten Hinterkopf kommen.
  • Zu eng gewickelte Babys können sogar Atemprobleme erleiden. Das Luftholen zum Schreien ist z.B. oft gar nicht möglich.

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Pucken, nicht fesseln

Wer sich trotz der potenziellen Gefahren dafür entscheidet, sein Kind zu pucken, sollte dabei einiges beachten:

  • Nur zum Schlafen bzw. nachts pucken.
  • Dazu kann ein spezielles Pucktuch, ein Pucksack oder auch eine gewöhnliche dünne Decke oder ein Tuch aus Naturmaterialien verwendet werden.
  • Das Tuch wird anhand einer speziellen Wickeltechnik fest um das Baby geschlagen.
  • Lassen Sie sich die Technik am besten von einer Hebamme zeigen und erklären, denn: Falsches Pucken ist ein großes Risiko!
  • Pucken Sie Ihr Baby nur in den ersten Lebenswochen.
  • Bei Schreibabys kann (richtiges!) Pucken über einen kurzen Zeitraum Entspannung für das Baby und die Eltern schaffen.

Pucken Sie Ihr Kind nicht, falls es einen Hüftschaden hat und eine Hüft-Beuge-Schiene oder eine Spreizhose tragen muss. Auch bei Fieber ist das Einwickeln keine gute Idee. Das gleiche gilt, wenn im Sommer hohe Außentemperaturen vorherrschen.

Tipp: Nehmen Sie Ihr Baby einfach ins Tragetuch, das ebenso eine enge Begrenzung schafft. So haben Sie Ihr Kind immer dabei, es beruhigt sich gut und baut eine feste Bindung zu Ihnen auf. Dann können Sie das Pucktuch getrost weglassen …

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