Psychische Gesundheit

Resilienz: Diese 4 Faktoren schützen Ihr Kind

Welche Faktoren benennt die Resilienzforschung die Kinder zu widerstandfähigen Kindern macht?

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Mit diesen Faktoren wird resilient!
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Die Begründerinnen der Resilienzforschung Emmy Werner und Ruth Smith, stellten in ihrer Langzeitstudie des Geburtsjahrganges 1955 fest, dass auch Kinder die unter widrigsten Umständen aufwuchsen, sich zu kompetenten und glücklichen Erwachsenen entwickelten. Nämlich rund ein Drittel der Probanden! Spätere Studien auf der ganzen Welt, kamen zu ähnlichen Ergebnissen. Was aber ist die Ursache dafür, dass sich manche Menschen nicht unterkriegen lassen? Unabhängig davon, wie sehr das Schicksal sie zu benachteiligen scheint? Vier allgemeine Faktoren bieten Schutz vor den negativen Folgen kritischer Lebensereignisse:

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Schutzfaktoren

  • Persönlichkeitseigenschaften: Kinder mit ausgeglichener Charakter, einem freundlichen und offenen, geselliges Wesen, die anpassungsfähig sind, die negative Emotionen leicht unterdrücken können, rufen positive Reaktionen bei anderen hervor. Aber auch hohe Intelligenz und gesellschaftlich anerkannte Begabungen (wie für Musik oder Sport) vergrößern die Chancen, dass ein Kind in der Schule und im sozialen Umfeld Anerkennung erfährt und belastende Erlebnisse zu Hause kompensieren kann. Kinder die eher reizbar und aufbrausend sind, strapazieren dagegen häufig die Geduld der Menschen in ihrem Umfeld und erleben daher weniger positive Rückmeldungen ihrer Umgebung.
  • Eine warmherzige Beziehung zu den Eltern bzw. zu einem Elternteil: Der das Kind beaufsichtigt bei seinen Aktivitäten, ein geordnetes häusliches Umfeld schafft, und angemessene dem Alter des Kindes entsprechende Anforderungen stellt. Hier ist es für Eltern leichter mit Kindern der oben genannten Eigenschaften, jedoch können Kinder aufgrund der liebevollen Fürsorge und Interesses liebenswürdige Eigenschaften entwickeln.

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Soziale Verbindungen fördern

  • Soziale Unterstützung außerhalb des engeren Familienkreises: Durch Großmutter, Großvater, Onkel, Tante, Nachbarin usw., die sich die Sorgen und Nöte anhören und unterstützen wo es möglich ist. Das ist der verlässlichste Schutzfaktor für Kinder um Resilienz zu fördern, deren Eltern keine sichere, liebevolle Bindung zu ihrem Kind aufbauen können.
  • Angebote und Chancen der Gemeinde: Gute Schulen, soziale Dienste, öffentliche Büchereien, Freizeitangebote sie unterstützen nicht nur die Kinder sondern auch deren Eltern. Die Möglichkeit sich am Gemeinschaftsleben zu beteiligen, religiöse Jugendgruppen oder ähnliche Jugendorganisationen vermitteln wichtige soziale Kompetenzen wie Kooperation, Führungskompetenz und auch auf das Wohlergehen anderer zu achten. Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl und Selbstwirksamkeit sowie wichtige Beziehungen können geknüpft werden, die die Resilienz stärken.

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Fazit:

Resilienz ist eine dynamische Fähigkeit und lässt die komplexen Zusammenhänge zwischen persönlichen Anlagen und Umwelt deutlich werden.

Resiliente Kinder und Jugendliche können stressreichen Situationen aktiv begegnen, sie bewältigen und sich wenn nötig Unterstützung aus ihrem Umfeld holen. Es ist daher wenig überraschend, dass das Konzept der Resilienz auch in die Pädagogik und Kindererziehung Einzug hielt.

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Literatur

Berk, Laura E., (2011): Entwicklungspsychologie. Pearson Education Deutschland GmbH, München.

Fröhlich-Gildhoff Klaus, Rönnau-Böse Maike, (2015): Resilienz, Ernst Reinhard Verlag, München.

Werner Emmy, (2005): Resilience and Recovery: Findings from the Kauai Longitudinal Study. In Focal Point, Resilience and Recovery, Research, Policy, and Practice in Children’s Mental Health, Vol. 19 Nr. 01 (S 11-14)

Über die Autorin:
Mag. Monika Fischer ist dipl. psychologische Beraterin, Ehe- und Familienberaterin, Coach und Lerntrainerin. Ihre Schwerpunkte sind Begleitung in Krisen, sowie berufliche Veränderungen. Mehr unter: psychologischeberatung-fischer.at

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