Liebesleben

Eignet sich Schmuck als Verhütungsmethode?

Amerikanische Forscher testen eine neuartige Form der Empfängnisverhütung. Diese soll mit Hilfe eines Ohrrings vor Schwangerschaften schützen.

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Mit dieser neuen Innovation, soll der Verhütungsmarkt für Frauen optimiert werden.
Achisatha Khamsuwan / iStock

Pille, Spirale, Pflaster und Co: Neben erneuerten Formeln für die Zusammensetzung von hormoneller- und nicht-hormoneller Empfängnisverhütung für Frauen, wollen Wissenschafter nun eine "mordernere" Art der Verhütung gefunden haben. So sollen mit Hormonen versetzte Ohrringe die Zukunft der Schwangerschaftsprävention revolutionieren.

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Hormonelle Pflaster

US-Forscher des Georgia Institute of Technology untersuchten in einer neuen Studie, inwiefern sich die Empfängnisverhütung für Frauen vereinfachen lässt. Demnach soll die Verhütung in Form von getragenen Schmuckstücken angewendet werden. Dazu klebten sie Hormonpflaster mit dem Wirkstoff Levonogestrel auf Ohrringe, Ketten, Armbänder und Ringe. Diese wurden von Schweinen und haarlosen Ratten getestet. Durch die Berührung mit der Haut gelangen die Medikamente in den Körper und sollen so vor einer möglichen Schwangerschaft schützen.

"Da das Anlegen von Schmuck bereits Teil des Tagesablaufs vieler Frauen ist, kann diese Technik die Einhaltung der Medikamenteneinnahme erleichtern", erklärt Mark Prausnitz, der als Institutsprofessor fungiert. Um das Verhalten einer menschlichen Frau zu simulieren, trugen die Tiere die Hormonpatches für 16 Stunden auf der Haut. In der Nacht wurden die Pflaster für acht Stunden entfernt: Trotz der Abnahme blieb der Hormonpegel in der ausreichenden Dosierung im Blutkreislauf der Tiere. Dies könnte einen möglichen Schwangerschaftsschutz bei Menschen garantieren.

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Diskrete Anwendung

Ursprünglich wurde der Verhütungsschmuck für den Einsatz in Entwicklungsländern entwickelt, wo der Zugang zu wirksamen Verhütungsmitteln wie die Pille und Spirale sehr eingeschränkt ist. Mittlerweile sind sich die Forscher sicher, dass die Idee auch den weltweiten Markt ansprechen könnte.

"Je mehr Verhütungsoptionen zur Verfügung stehen, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Bedürfnisse einzelner Frauen erfüllt werden können", erklärt Prausnitz. Der Verhütungsschmuck soll auch eine diskretere Verwendung ermöglichen, da die angebrachten Hormonpatches nicht größer als ein Quadratzentimeter sind.

Im Vergleich dazu messen herkömmliche Verhütungspflaster 4,5 mal 4,5 Zentimeter und werden direkt auf dem Oberarm aufgetragen. Sollte der Verhütungsschmuck tatsächlich auf den Markt kommen, müssten die hormonellen Pflaster laut den Forschern wöchentlich gewechselt werden. Zuerst stehe jedoch noch die Testung an Menschen aus.

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