Liebesleben

Stealthing: Wenn er das Kondom heimlich verschwinden lässt

Vorsicht vor Männern, die beim Sex einfach das Kondom abziehen…

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Stealthing bedeutet Grenzüberschreitung
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Egal ob One-Night-Stand oder Sex in der Beziehung: Haben zwei Menschen einvernehmlichen Sex und sie haben sich in Sachen Verhütung für das Kondom entschieden, ist das eine vorbildliche und vernünftige Vereinbarung.

Zieht er das Kondom während des Geschlechtsverkehrs heimlich ab oder verwendet er absichtlich ein beschädigtes Gummi, gerät bei vielen Frauen – sofern sie es hinterher überhaupt bemerken – sprichwörtlich das Blut ins Stocken. Der Begriff "Stealthing" kommt aus dem Englischen "stealth", dem Wort für List und Verheimlichen. In den USA ist die hinterhältige Handlung mittlerweile zum traurigen Trend mutiert.

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Stealthing ist Missbrauch. Punkt.

Ein One-Night-Stand ist grundsätzlich keine schlimme Sache. Jeder hat seinen Spaß, meist ganz ohne Gefühle. Hat man den Typen gerade erst kennengelernt, bleibt das Vertrauen naturgemäß auf der Strecke.

"Mein Penis ist zu groß, es ist unangenehm, es hält nicht, eine Allergie" – Männer werden erfinderisch, wenn es darum geht, Ausreden dafür zu finden, keinen Gummi überziehen zu wollen.

Davon gültig ist keine einzige. Will er nur ohne Kondom, sollte man ihn schleunigst laufen lassen. Doch was, wenn er zuerst dem Kondom zustimmt, es vielleicht sogar gar keine Überredungskunst braucht und er es aber dann, z.B. nach einem Stellungswechsel, heimlich abzieht?

  • Stealthing missbraucht die Selbstbestimmung,
  • es ist respektlos und demütigend.
  • Der Sexualpartner könnte so mit einer sexuell übertragbaren Krankheit infiziert werden.
  • Verhütet die Frau nicht, könnte sie schwanger werden.

Zu den Beweggründen, weshalb ein Mann diese linke Tour abzieht, zählen u.a.:

  • Eine der oben genannten Ausreden, aber er will trotzdem Sex.
  • Er verkauft die Frau für dumm.
  • Der Typ möchte seine Macht demonstrieren.
  • Stealthing bringt ihm den nötigen Kick.

Die Liste ließe sich noch lange fortführen… Fakt ist, Stealthing ist sexueller und psychischer Missbrauch. Manche sprechen sogar von Vergewaltigung, da der Sex nur unter der Bedingung, ein Kondom zu verwenden, einvernehmlich war und ansonsten nicht stattgefunden hätte.

Aufgrund der dürftigen Beweislage ist es zwar nicht einfach, die Männer zur Rechenschaft zu ziehen, doch es ist nicht unmöglich, wie ein Beispiel aus der Schweiz zeigt (der Mann wurde zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt). In Österreich ist Stealthing leider nur dann illegal, wenn der Täter an einer Infektionskrankheit leidet – dann handelt es sich um ein Gefährdungsdelikt.

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Kontrolle ist besser

Wir müssen ja nicht gleich jeden Typen verdächtigen, einer von der üblen Sorte zu sein. Hat man einen netten Mann an der Angel, können Panik und Hysterie ganz schön die Stimmung versauen. Aber es schadet nicht, währenddessen die Lage zu checken. Es muss ja nicht offensichtlich sein…

Wurde eine Frau zum Stealthing-Opfer, sollte sie unbedingt zur Polizei gehen und Anzeige erstatten.

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