Liebesleben

Fake-Profile auf Dating-Plattformen nehmen zu

Immer mehr Menschen möchten Online ihre große Liebe finden, doch unzählige Fakeprofile und unstimmige Flirtpartner erschweren die Suche.

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Laut einer aktuellen Studie sind viele Tinder-User & Co über die unzähligen Fakes auf Dating-Pflattformen verärgert.
LoveScout24 / iStock

Das Dating-Portal LoveScout24 führte unter 2.001 deutsche Singles eine Umfrage zum Thema Liebessuche im Internet durch. Für die Erhebung wurden von Oktober bis November 2018 Teilnehmer zwischen 18 und 65 Jahren befragt. Die Mehrheit der Probanden gab in der "Love Connection"-Studie an, besonders von Unwahrheiten der User und generierten Fakes genervt zu sein.

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Viele "Multi-Dater" auf Plattformen

Den richtigen Partner zu finden ist nicht immer einfach. Wenn dazu auch noch Unwahrheiten oder falsche Personenangaben von potenziellen Flirtpartnern kommen, dann wird die Suche nach der wahren Liebe zum Frust.

  • 82 Prozent der Befragten stört es, dass es viele Fake-Profile auf der Plattform gibt.
  • Jeder zweite der Teilnehmer (50 Prozent) hat das Gefühl, dass andere User viele Lügen über ihre Person erzählen.
  • 43 Prozent geben an, dass sie oft von der Entscheidungsfaulheit potenzieller Flirtpartner genervt sind. Viele User können sich demnach oft nicht entscheiden, ob sie eine ernsthafte Beziehung suchen oder nicht.
  • Ein Drittel kritisiert, dass viele "Multi-Dater" auf LoveScout24 unterwegs seien. Damit sind Personen gemeint, die sich mit mehreren Partnern gleichzeitig treffen.

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Die Kehrseite des Online-Datings

Menschen, die sich im Internet als eine andere Person ausgeben, werden umgangssprachlich auch "Catfish" genannt. Ein Catfish benützt Fotos und Daten von anderen Personen und denkt sich Geschichten oder Einzelheiten über sein Leben aus. Besonders in der Online-Dating-Welt ist dies ein immer größeres Problem, welches sich negativ auf die Partnersuche auswirkt.

“Das Vorspielen falscher Tatsachen, Unverbindlichkeit, das Überarbeiten von Bildern oder Lebensläufen ist die Kehrseite von Social Media und Online-Dating”, weiß German Market Director von LoveScout24 Carola Antelme. Sie möchte die Nutzer zu mehr Offenheit und Ehrlichkeit bewegen, um so die Suche nach der wahren Liebe transparent zu halten.

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Tinder erntet Shitstorm

Auf mehr Transparenz setzt auch die Dating-App Tinder: Das Unternehmen möchte in Zukunft eine Verfizierung der Körpergröße einführen, da besonders Männer zu diesem Thema gerne bei ihren Profilangaben schummeln. Laut der App sollen die User ein Ganzkörperfoto von sich selbst auf ihr Profil laden, auf dem sie neben einem "kommerziellen" Gebäude stehen. Mit dem hochentwickelten Tinder-Algorithmus soll die tatsächliche Körpergröße erkannt werden. Nach der Verifizierung soll ein blauer Haken neben der angegebenen Zahl aufscheinen.

Auf den sozialen Medien zeigen sich viele Männer empört und kontern schnell mit hitzigen Kommentaren: Die Größen-Verifizierung sei diskriminierend und sexistisch. Parallel dazu wünschen sich viele männliche Nutzer eine Verifizierung des Körpergewichts, da bei diesem Thema angeblich häufiger Frauen in die Trickkiste greifen.

Egal, wie sich die Dating-Plattformen in Zukunft entwickeln werden, spätestens beim ersten Treffen kommt sowieso die ganze Wahrheit ans Licht.

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Nachtrag

Ai, Ai, Ai, da hat uns Tinder aber in das Licht geführt! Die Dating-Plattform gab am 1. April bekannt, dass es sich bei dieser neuen Funktion nur um einen Aprilscherz handelt! Der PR-Gag war auf jeden Fall gelungen, denn die Debatte um Fake-Profile und "kleinen Lügen" auf Dating-Plattformen wurden weiterhin heiß diskutiert. Tinder veröffentlichte dazu folgenden Tweet: "Ja, die Verifizierung der Körpergröße ist ein Aprilscherz gewesen! Doch über seine wahre Identität auf Tinder lügen zu verbreiten ist alles andere als witzig! Also, seid groß oder klein und zeigt wer ihr wirklich seid."

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  • Ina sagt:

    Frau Tahirović ist schon bewusst, dass das Tinder-Größen-Ding ein Aprilscherz war???
    Da der Artikel am 3.4. bearbeitet wurde, hat sie es anscheinend nicht wirklich verstanden… steht auch nur auf der Seite von Tinder… seufz…Nee, einfach stumpf irgendwo abschreiben und nicht mal checken…

    • Selma Tahirović sagt:

      Liebe Ina!

      Leider ist mir hier tatsächlich ein Fehler unterlaufen, den ich mit einem Nachtrag im Text richtigstellen werde. In der Zeit der heutigen Dating-Apps werden die Entwickler leider immer kreativer – da kann es schon einmal passieren, dass man selbst Opfer eines Aprilscherzes wird. (Der von Tinder schon Ende März gepostet wurde, raffiniert, nicht wahr?)

      Nichtsdestotrotz: Danke für Ihren Hinweis und keine Sorge, „abschreiben“ funktioniert nicht so einfach. Fehler können aber jedem passieren – auch mir. Deswegen bin ich umso glücklicher, wenn wir so aufmerksame Leser auf unserer Seite begrüßen dürfen!

      Alles Liebe,

      Selma