Liebesleben

Studie: Einsamkeit treibt Singles in die Dating-App-Sucht

Forscher entdeckten, dass der vermehrte Konsum von Dating-Apps zur Abhängigkeit und Vernachlässigung des Privatlebens führen kann.

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Macht Tinder süchtig?
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Dating-Apps haben die Art und Weise, wie sich Millionen von Menschen verabreden, revolutioniert. Doch genauso wie viele andere Aspekte des digitalen Lebens (z.B.: Social Media) neigt die Nutzung dieser Apps zur Gewohnheit zu werden. Einige Menschen werden sogar so süchtig, dass sie ihr Privatleben dadurch vernachlässigen. Eine Studie der Ohio State University untersuchte, wodurch diese Abhängigkeit ausgelöst werden kann.

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Einsamkeit & Tinder

Seine wahre Liebe zu finden, gestaltet sich für viele Singles äußerst schwierig. Nur die wenigsten lernen ihren Partner noch im echten Leben kennen, genau deswegen greifen sie auf Dating-Apps zurück. Doch können Tinder, Badoo & Co. tatsächlich süchtig machen?

Dieser Frage gingen auch die Wissenschafter der Ohio State University nach, die eine Umfrage mit 269 College-Studenten, die Erfahrungen mit mindestens einer Dating-App hatten, durchführten. Sie stellten ihnen bestimmte Fragen, um das Vorhandensein von Einsamkeit oder Angsstörungen zu messen. Die Teilnehmer sollten ebenfalls angeben, wie sehr sie Aussagen wie: "Ich bin nicht in der Lage meinen Konsum von Dating-Apps zu reduzieren", zustimmen, um eine mögliche Abhängigkeit von Tinder & Co. festzustellen. Dabei wurde deutlich, dass Probanden, die sich sehr einsam fühlten, vermehrt Dating-Apps benutzten oder süchtig danach waren.

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Vernachlässigtes Privatleben durch Dating-Apps?

Die Mehrheit der Probanden gab an, dass sie durch die konstante Verwendung der Dating-Apps ihre schulische Ausbildung, ihren Job oder den Freundeskreis vernachlässigten: "Ich habe Leute gesehen, die Dating-Apps zwanghaft benutzen. Sie nehmen ihre Handys heraus, wenn sie mit Freunden essen gehen. Sie können wirklich nicht aufhören zu wischen (Anmerkung: Auf Dating-Apps Profile ansehen)", erzählt Studienleiterin Kathryn D Coduto, die ein derartiges Suchtverhalten häufig in der Öffentlichkeit beobachtete.

  • Zudem kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass Probanden, die eine Sozialphobie aufwiesen, es mehr bevorzugten, mit potenziellen Partnern online anstatt persönlich zu sprechen.
  • Zwar sind das Gefühl der Einsamkeit, Sozialphobie oder Angststörungen nicht der grundsätzliche Auslöser für den übermäßigen Konsum der Apps, dennoch erhöht das Vorhandensein aller Faktoren negative Auswirkungen auf den Konsum und das Leben der Dating-Apps-User.

Die Experten raten Benutzern von Dating-Portalen, sich öfters eine Pause zu gönnen und die Zeit auf den Plattformen zu begrenzen. Vielleicht könnte das gelegentliche Aufblicken vom Smartphone-Display dabei helfen, seiner wahren Liebe doch noch offline zu begegnen…

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