Fitness

Die Gartensaison ist eröffnet

Pünktlich zu Frühlingsbeginn haben Hobbygärtner wieder viel zu tun. Gut so! Die Arbeit an der frischen Luft macht nämlich nicht nur Spaß, sie steigert auch unsere körperliche und seelische Gesundheit.

  • Drucken
Gartenarbeit ist gesund
AleksandarNakic / iStock

Sobald die Tage länger und die Sonnenstunden mehr werden, zieht es uns wieder hinaus ins Grüne. Frische Luft, Sonnenlicht und Bewegung tun uns gerade jetzt – nach den kalten, trüben Wintermonaten – besonders gut. Im Garten gibt es nun jede Menge zu tun:

  • Rasen mähen,
  • Sträucher schneiden,
  • Blumen pflanzen.

Wer keinen Garten besitzt, kann sich dennoch seine eigene, kleine Wohlfühloase schaffen: Auch beim Gärtnern am Balkon oder auf der Fensterbank kommt man der Natur ein Stück näher. In vielen Städten gibt es zudem die Möglichkeit, kleine Parzellen zum Anbau von Obst und Gemüse anzumieten.

+++ Mehr zum Thema: Garteln für die Psyche +++

Green Fitness

Die Mühe lohnt sich: Bereits eine halbe Stunde Gartenarbeit an mehreren Tagen pro Woche ist vergleichbar mit leichtem Ausdauertraining. Außerdem werden verstärkt jene Muskelgruppen beansprucht, die im Alltag häufig zu kurz kommen: Insbesondere Oberschenkel-, Arm- und Schultermuskulatur profitieren von aktiver Gartenarbeit.

Der Energieverbrauch entspricht dabei mit rund 300 kcal pro Stunde in etwa dem beim Wandern oder Schwimmen. Wer im Garten aktiv ist, tut überdies etwas für sein Immunsystem und seine Herzgesundheit: Blutdruck und Cholesterinwerte sinken. Übereifer ist trotzdem kontraproduktiv. Gönnen Sie sich regelmäßig Pausen und vergessen Sie – besonders an warmen Sommertagen – nicht, ausreichend zu trinken.

+++ Mehr zum Thema: Warum Wasser so wichtig ist +++

Ruheoase

Für die Seele stellt die Arbeit unter freiem Himmel eine Art "Achtsamkeitskur" dar. Sie fokussiert unsere überreizten Sinne und zwingt uns, unser Tempo zu drosseln. Ein Garten ist nämlich immer auch eine Lehrstunde in Geduld: Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Mit den ersten Sonnenstrahlen kommen auch die Frühlingsgefühle. Angekurbelt werden sie durch Endorphine, also "Glückshormone", die bei Sonneneinstrahlung vermehrt ausgeschüttet werden. Außerdem produziert der Körper unter Einwirkung von Sonnenlicht vermehrt Vitamin D: Dieses mineralisiert Zähne und Knochen, unterstützt den Muskelaufbau und stärkt das Immunsystem. Ausgeglichenere Psyche inklusive.

Gesund und ökologisch

Wer Obst und Gemüse selbst anbaut, spart nicht nur Geld: Die Ernte ist auch gesünder als vergleichbare Produkte aus dem Supermarkt. Wir wissen genau, was drinnen (oder eben nicht drinnen) und es gibt Bonuspunkte für den kleineren ökologischen Fußabdruck. Exotische Früchte etwa haben meist eine weite Reise hinter sich: Im Ursprungsland noch unreif geerntet, können sie
– bei uns angekommen – ihr volles Geschmackspotenzial schlichtweg nicht entfalten.

Lange Transportwege oder Lagerzeiten lassen den Nährstoff- und Vitamingehalt schrumpfen. Im Gegensatz dazu landet selbst Angebautes frisch vom Strauch auf unseren Tellern, Geschmack und Inhaltsstoffe bleiben erhalten.

+++ Mehr zum Thema: AbHof: App für regionalen Konsum +++

Sicherheit im Garten

Zur Basisausstattung eines jeden Hobbygärtners gehören:

  • funktionelle Kleidung,
  • Handschuhe
  • und festes Schuhwerk.

Bei sommerlichen Temperaturen darf ein Sonnenhut nicht fehlen, freie Hautstellen werden zusätzlich mit Sonnencreme geschützt. Kleine Hautverletzungen – wie beispielsweise durch Rosendornen – lassen sich nicht immer vermeiden. Damit sich auch aus kleinsten Kratzern oder Abschürfungen keine gefährliche Infektion entwickelt, ist ein ausreichender Tetanus-Impfschutz nötig.

Schwangere sollten zudem bei der Gartenarbeit stets Handschuhe tragen, sie bieten einen zuverlässigen Schutz vor einer Ansteckung mit Toxoplasmen aus dem Erdreich. Für alle Personen, die sich regelmäßig im Freien aufhalten, ist eine Zeckenimpfung sinnvoll. Sie schützt vor FSME, nicht aber vor einer Ansteckung mit Borreliose. Aus diesem Grund sollten Hobbygärtner ihren Körper nach getaner Arbeit auf Zecken absuchen.

Körperhaltung

Damit ein Tag im Garten nicht mit Rückenschmerzen oder Bandscheibenproblemen ausklingt, ist es besonders wichtig, bei der Gartenarbeit auf eine korrekte Körperhaltung zu achten. Vermeiden Sie eine gebückte Körperhaltung, indem Sie zum Aufheben schwerer Gegenstände, wie Topfpflanzen oder Säcke mit Gartenerde, in die Knie gehen und die Kraft aus den Oberschenkeln holen. Achten Sie darauf, alles Schwere nahe am Körper zu tragen, das schont den Rücken zusätzlich.

Den Transport von schweren Dingen können Sie sich überdies erleichtern, indem sie diese rollen oder ziehen. Große, schwere Pflanzentöpfe also einfach schon vor dem Bepflanzen auf Rollbretter stellen und anschließend an den gewünschten Ort schieben. Sperrige Gegenstände werden am besten mit der Scheibtruhe transportiert, wobei es wichtig ist, darauf zu achten, dass das größte Gewicht vorne über dem Rad liegt. Arbeiten wie Einpflanzen, Pikieren oder Umtopfen sollten auf einem Arbeitstisch in Hüfthöhe oder – besonders komfortabel – gleich im Hochbeet erledigt werden. Für angenehmes Arbeiten in Bodennähe ist der "halbe Kniestand" anzuraten: Dabei knien Sie mit einem Bein am Boden und winkeln das andere im 90-Grad-Winkel an.

Und zu guter Letzt gehören alle Gartenpflanzen noch mit Wasser versorgt. Überall dort, wo der Gartenschlauch nicht zum Einsatz kommen kann, ist Muskelkraft gefragt. Aber übertreiben Sie es nicht mit dem Wasserschleppen:

  • Füllen Sie große Gießkannen nur halb voll und tragen Sie in beiden Händen etwa die gleiche Menge.
  • Lassen Sie die Arme dabei nicht schlaff hängen, sondern spannen Sie die Muskeln an. Schulter und Rücken werden es Ihnen am Abend danken.

Gut gerüstet

Geeignete (und regelmäßig gewartete) Werkzeuge erleichtern die Arbeit. Klingen müssen scharf sein, Scheren gut schneiden. Das ist Voraussetzung für effizientes und verletzungsfreies Arbeiten. Die Stiele der Arbeitsgeräte sollten immer so lang sein, dass Hobbygärtner sich beim Gebrauch nicht bücken müssen. Statt auf wackelige Leitern zu steigen, lohnt sich die Neuanschaffung von Gartengeräten mit Teleskopstielen. Rasenmäher sollten – um den Rücken zu schonen – ein geringes Eigengewicht haben und höhenverstellbar sein. Auch wichtig: ergonomisch geformte Griffe, um die Handgelenke zu schonen.

Gartentherapie

Übrigens: Die positiven Auswirkungen des Gärtnerns werden auch ganz gezielt therapeutisch genutzt – Rehabilitationszentren und Kuranstalten liegen nicht ohne Grund meist im Grünen. In der Gartentherapie geht es für die Patienten vor allem darum, Abwechslung vom Klinik- und Stationsalltag zu haben, sinnvolle Aufgaben und Verantwortung zu übernehmen und nicht zuletzt darum, das Gefühl der Freude wieder zu spüren. Der tages- und jahreszeitliche Rhythmus gibt Halt und Struktur. Die Therapie orientiert sich dabei nicht an einem starren Schema, sondern wird von Ärzten, Physio- und Ergotherapeuten, aber auch Pflegern und Landschaftsgärtnern gemeinsam mit dem Patienten individuell erstellt.

Besonders gute Erfolge wurden bislang bei dementen und depressiven Personen sowie bei Suchtkranken erzielt. Grundsätzlich kann Gartentherapie aber – als Ergänzung zur medizinischen Behandlung – für Patienten aller Altersstufen und bei unterschiedlichsten Krankheitsbildern eingesetzt werden.

letztes Update:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.