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Fleischersatz der Zukunft: Werden wir bald Steak aus dem 3D-Drucker essen?

Die Zukunft ist fleischlos: Zahlreiche Start-Ups bringen bald ihr Steak aus dem 3D-Drucker auf den Markt.

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Fleisch aus dem 3D-Drucker
Magone / iStock

Das Interesse nach Fleischalternativen nimmt immer mehr zu, die pflanzlichen Angebote am Markt boomen. Dabei erstrecken sich die Hintergründe vom Tierleid und der Massentierhaltung bis hin zu den gesundheitlichen und ökologischen Folgen des Fleischkonsums. Nun bahnt sich ein neuer Durchbruch in der fleischlosen Szene an: In Zukunft dürfen wir Steak & Co aus dem 3D-Drucker genießen.

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Steak aus dem 3D-Drucker?

Klingt verrückt, ist aber so: Zahlreiche Firmen arbeiten derzeit an Technologien, die vielleicht schon bald gedrucktes Fleisch auf unsere Teller bringen. Ist man hierzulande immer noch vom Geschmack der pflanzlichen Burgern fasziniert, streben Start-Ups aus aller Welt schon das nächste Level des fleischlosen Konsums an.

Dabei ist keineswegs nur mehr von einer Vision die Rede: Bereits im kommenden Jahr sollen entsprechende 3D-Gerichte bei uns den Markt stürmen. Aus Israel, Spanien oder Russland: Der Wettbewerb für den geschmackvollsten und realistischsten Rinder- oder Hühnerfleischersatz ist bereits im vollen Gange. Auch die US-amerikanische Fast-Food-Kette "KFC" sieht großes Potenzial in der Technologie: So gab das Unternehmen vergangene Woche bekannt, bald Hühnernuggets aus dem 3D-Drucker anzubieten.

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Schicht für Schicht: Herstellung der Fleischalternative

Doch eins nach dem anderen: Bedeutet das, wir kommen in Zukunft in den Genuss einer künstlichen Materie? Was für viele im ersten Moment unappetitlich klingt, ist bei näherer Betrachtung gar nicht so abwegig. Denn beim Druck des 3D-Fleischs kommen entweder pflanzliche Eiweißquellen aus Sojabohnen und Erbsen, oder aus dem Labor stammende Fleischzellen zum Einsatz. KFC werde beispielsweise auf eine Kombination aus Hühnerzellen und pflanzlichen Ausgangsstoffen zurückgreifen – das bedeutet also, dass diese Option weder für Veganer noch Vegetarier geeignet ist. Die Zielgruppe ist somit klar definiert.

  • Bei jeglichen Verfahren wird das Fleisch Schicht für Schicht aus kleinen Düsen aufgetürmt.
  • Die Unternehmen legen dabei verschiedenste Parameter fest, welche die Echtheit von Steak & Co garantieren sollen. So könne man die fasrige Struktur, den Kauwiderstand, aber auch den Geschmack des Fleisches optimieren.
  • Von letzterem seien Testpersonen bislang durchaus überzeugt: Das 3D-Filet komme dem Original also sehr nahe und soll selbst eingefleischte Steakliebhaber für sich gewinnen.

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Genuss mit gutem Gewissen

Die Art der Produktion ist deshalb eine Sensation, weil so nicht nur ökologische, sondern ebenso moralische und gesundheitliche Aspekte miteinander vereinbart werden können. Denn der Burger aus dem Drucker kommt ohne Viehzucht und Schlachtung aus. Dadurch könne man die Umweltbelastung um ein vielfaches minimieren, da vor allem bei der Massentierhaltung von Rindern, enorm viele Treibhausgase freigesetzt werden. Hinzu kommt natürlich, dass die Tiere für den bloßen Genuss des Menschen kein Leid mehr auf sich nehmen müssten. Gerade in Zeiten des Klimawandels erweist sich diese Art der Ernährung demnach als sehr bedeutend. Außerdem beinhaltet das 3D-Steak keine Antibiotika, Salmonellen oder andere Bakterien, welche im traditionellen Fleisch vermehrt vorkommen.

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Konsumenten sollen selbst drucken

Prinzipiell betonen die Start-Ups jedoch, dass sie nicht die Produktion der pflanzlichen Alternativen anbieten möchten. In den kommenden Jahren sollen viel eher Drucker zum Kauf angeboten werden, welche Konsumenten die Eigenherstellung ermöglichen. Lediglich den Vertrieb der Kapseln für den 3D-Druck streben die Firmen an. Ob der Fleischersatz nun tatsächlich den Geschmack der breiten Masse trifft, wird sich jedoch erst in den kommenden Monaten zeigen.

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