Green Living

Welternährungstag: So viel österreichisches Brot landet im Müll!

Mehr als 146.000 Tonnen Brot werden in Österreich weggeschmissen, der "Bauernbund Österreich" möchte daher ein Gütesiegel für diese Lebensmittelgruppe einführen.

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Brot Abfall Österreich
tolgart / iStock

Der Welternährungstag am 16. Oktober soll darauf aufmerksam machen, dass weltweit mehrere Millionen Menschen an Hunger leiden. Gleichzeitig ist dieses Datum auch dem internationalen Tag des Brotes gewidmet. Trotz der Bedeutung von Brot zur Bekämpfung von Hunger landen in Österreich jährlich 210.000 Tonnen Brot und Gebäck im Abfall.

Der "Bauernbund Österreich" fordert daher ein "AMA"-Gütesiegel auf Brot und Backwaren. "Es gibt noch kein Gütesiegel für die Warengruppe. Wir wollen den Mehrwert staatlich anerkannter Gütesiegel auch in diesem Bereich nutzen und einen respektvollen Umgang mit Lebensmitteln schaffen. Schließlich produzieren wir unser Brot nicht für die Tonne", so "Bauernbund"-Präsident Georg Strasser.

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Ein Drittel der Lebensmittel landet im Mistkübel

Während in Zeiten der Corona-Krise weltweit wieder mehr Menschen an Hunger leiden, landet Jahr für Jahr ein Drittel der Lebensmittel im Müll. Am Beispiel von Brot und Gebäck wird das Ausmaß besonders sichtbar: Hier werden in Österreich laut Schätzungen 210.000 Tonnen entlang der Wertschöpfungskette verschwendet, der größte Teil davon (146.000 Tonnen) landet in den Mistkübeln privater Haushalte. "16 kg Brot und Gebäck verschwenden wir jährlich pro Kopf. Damit schaden wir nicht nur dem Klima, sondern kübeln auch wertvolle Lebensmittel. Unsere Bäuerinnen und Bauern bestellen den Acker nicht zum Spaß", erklärt Strasser.

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Mehr Wertschätzung für Lebensmittel

Oft fehle es an Wertschätzung gegenüber unseren hochqualitativen Lebensmitteln. Mit schuld daran sei auch die Preispolitik der großen Handelsketten. Die 'chronische Aktionitis', etwa bei Semmeln, die um 15 Cent pro Stück verkauft werden, führt zu einem emotionalen Wertverlust. "Diese Rabattschlachten gehen auf Kosten der Bauernfamilien und der Umwelt. Die Produktion von Semmeln benötigt wertvolle Ressourcen wie Boden, Wasser, Energie und nicht zuletzt auch menschliche Arbeitskraft", betont Strasser.

Das Problem: Regionale Lebensmittel kann man als Konsument oft kaum erkennen. "Deshalb braucht es ein staatlich anerkanntes Qualitätssiegel, das die Herkunft und die Produktionsstandards klar nachvollziehbar macht", erklärt Strasser. (APA / Red)

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