Green Living

Sebastian Bohrn Mena im Interview: Wie unser Essen am Teller die Welt retten kann

Zuerst das Tierschutzvolksbegehren, nun sein Buch "Besser essen": Im Interview spricht Sebastian Bohrn Mena darüber, wie unser Konsum die Zukunft bestimmt.

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Dr. Sebastian Bohrn Mena

Osaka

Über 210.000 Stimmen konnte der Aktivist Sebastian Bohrn Mena bereits vor der Eintragungswoche, die im Januar 2021 stattfindet, für sein Tierschutzvolksbegehren gewinnen: Nun möchte er diesen Trend mit seinem Buch "Besser essen – Wie wir über unseren Teller die Welt gestalten" weiter vorantreiben, um somit den Weg in eine nachhaltige Zukunft zu ebnen.

Aber wieso entpuppt sich der achtsame Konsum eigentlich als enorme Herausforderung und wie können wir diese bewältigen? Fragen, auf die der österreichische Ökonom und Publizist Antworten weiß. Bohrn Mena zeigt Probleme und gleichzeitig Zusammenhänge auf, schafft Transparenz und ebenso Bewusstsein dafür, wie unser Konsumverhalten über die Entwicklung der Welt entscheidet. Im Interview liest du, warum das Essen am Teller nicht nur unsere ethischen Entscheidungen, sondern auch unsere ökologische Verantwortung widerspiegelt.

Mehr dazu: Tierschützer empört: Fast allen Schweinen wird der Schwanz gekürzt

gesundheitstrends.com: Inwiefern wirkt sich die "falsche" Ernährung auf unsere Umwelt, Menschen sowie Tiere aus?

Bohrn Mena: Die "falsche" Ernährung wirkt sich auf unterschiedlichen Ebenen auf unser Umfeld aus. Zum einen auf die Ökologie, denn die Regenwälder im Amazonas brennen, damit dort billiges Kraftfutter angebaut werden kann. Für dessen Anbau wird massenhaft Glyphosat eingesetzt, welches die Artenvielfalt vor Ort nachhaltig zerstört. Geschätzte 100 Millionen Kilogramm dieses Futters landen anschließend in österreichischen Schweinetrögen. Das "heimische Fleisch" wird trotzdem mit dem "AMA-Gütesiegel" ausgezeichnet, sodass Konsumenten im Glauben bleiben, sie kaufen ein gutes und regionales Produkt. Was am Ende des Tages auf dem Teller landet, ist jedoch ein Stück brandgerodeter Regenwald. Diese Tatsache ist vermutlich nur wenigen Menschen bewusst. Deshalb versuche ich in meinem Buch, das Bewusstsein für derartige Prozesse zu schärfen. Ich möchte aufzeigen, inwiefern wir über unseren Teller die Welt gestalten können und wo diese Gestaltungsmöglichkeiten auch ihre Grenzen finden.

Im Hinblick auf unsere eigene Gesundheit stellt vor allem die Massentierhaltung ein großes Problem dar: Vor allem bei Importen aus Deutschland, Polen oder der Ukraine. Erst kürzlich untersuchte eine Studie das Fleisch im Großhandel, das überwiegend aus dem Ausland stammt, auf antibiotikaresistente Keime, welche in 36% der Fleischproben zu finden waren. Immer dort, wo miserable Haltungsbedingungen kaschiert werden sollen, werden Unmengen an Antibiotika eingesetzt.

Mehr dazu: Greenpeace: Gentechnik im Schweinefleisch

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