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Wie sich die Corona-Krise auf unsere Umwelt auswirkt

Neueste Erkenntnisse zeigen, dass sich die Corona-Pandemie positiv auf unsere Umwelt auswirkt. Grund dafür sind die verhängten Ausgangssperren. 

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Coronavirus Umwelt
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Kann die Corona-Krise auch positive Nebenwirkungen haben? Ja! Denn neueste Erkenntnisse aus China und Italien zeigen, dass die Corona-Pandemie sich besonders vorteilhaft auf unsere Umwelt auswirkt. Grund dafür sind die verhängten Ausgangssperren.

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Bessere Luft & klares Wasser

Das Coronavirus verbreitet sich in Europa deutlich schneller. Immer mehr Menschen werden gebeten zuhause zu bleiben und das Haus nur in dringenden Fällen zu verlassen. Touristen-Hotspots sind leer, Flugverbindungen sind gestrichen, Kreuzfahrtschiffe und Autos bleiben in Häfen und Garagen stehen und unzählige Fabriken produzieren nicht mehr. Das scheint sich äußerst positiv auf unsere Umwelt auszuwirken, denn laut verschiedenen Medienberichten, war das Wasser in der Lagune von Venedig noch nie so klar. Kleine Fische tummeln sich in dem ruhigen Gewässer, auf dem normalerweise viele Gondeln und Boote Touristen transportieren:

Doch wie die Stadtverwaltung von Venedig gegenüber dem Nachrichtensender CNN klarstellt, hat sich die Wasserqualität nicht verbessert. Der Grund für das klare Wasser liegt eher darin, dass weniger Boote und Schiffe auf dem Wasser unterwegs sind und die Ablagerungen auf dem Boden nicht aufwirbeln.

Dafür hat sich die Luftqualität im Land verbessert. Wie ein Video der europäischen Weltraumorganisation ESA zeigt, begünstigten die Ausgangssperre und die geringere industrielle Aktivität die Luft in Italien. Besonders in der Po-Ebene in Norditalien, wo sich viele Industriegebiete befinden, sind die Stickstoffkonzentrationen signifikant gesunken.

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Schmutzige Luft ist tödlich

Die chinesischen Städte Shanghai und Wuhan sind normalerweise mit einer dichten Smog-Wolke bedeckt. Eine Studie des Umwelt-Wissenschafters Marshall Burke der Universität Stanford zeigt, dass die Ausgangssperre in China vielen Kindern und älteren Menschen das Leben gerettet hat – doch nicht nur in Bezug auf das Virus.

  • Marshall zufolge sterben nun 20 Mal weniger Menschen an schmutziger Luft, als an den Folgen einer Corona-Infektion. Der Wissenschafter betont, dass er damit nicht die Gefahr des Virus herunterspielen möchte, sondern auf die positiven Folgen für die Umwelt hinweisen möchte.
  • Jedoch nicht alle Städte profitieren von der Ausgangssperre. In Beijing wurde kein positiver Effekt im Vergleich zu den Vorjahren verzeichnet. Durch ein Umweltprogramm der Regierung (seit 2014) konnte die Feinstaubbelastung in den Metropolen gesenkt werden.
  • 2019 wurde der Smog in den Metropolen um mehr als 17% reduziert. Ein großes Problem stellt immer noch die Stromerzeugung in China da: diese wird auch heute noch größtenteils mit Kohle hergestellt.

Eine Studie der  Universität Mainz zeigt, dass die Luftverschmutzung unsere Lebenserwartung im weltweiten Durchschnitt stärker verringert als Infektionskrankheiten oder Faktoren (z.B.: Rauchen) für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Laut dem Fernsehsender SWR ist der Grenzwert für Feinstaub in Europa doppelt so hoch, als von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen. Ein niedrigerer Grenzwert und der Verzicht auf fossile Brennstoffe könnten die Sterberate durch Luftverschmutzung um die Hälfte reduzieren.

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