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Umweltnotstand: Mauritius im Kampf gegen die Ölpest

Ölpest in Mauritius: Ein leckgeschlagenes Tankschiff führte zu "einer der schlimmsten ökologischen Krisen, die der Inselstaat jemals erlebt hat."

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Ölpest in Mauritius
3DFOX / iStock

Der afrikanische Inselstaat Mauritius rief vergangenen Freitag den Umweltnotstand aus. Ursache dafür ist ein leckgeschlagenes Tankschiff, aus welchem bereits 1000 Tonnen Öl in die türkisen Lagunen getrieben sind. Der verunglückte Frachter liegt mitten in einem artenreichen Naturschutzgebiet, die ökologischen Auswirkungen der Ölkatastrophe sind enorm. Bewohner kritisieren nun die zu späten Maßnahmen der Regierung.

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Ölkatastrophe auf Mauritius

Am 25. Juli bahnte sich die Umweltkatastrophe vor dem kleinen Inselstaat im Indischen Ozean an, als das japanische Tankschiff "Wakashio", welches am Weg nach Brasilien war, auf Grund lief. Dabei ist der Frachter sogar erst zwei Wochen später leckgeschlagen. Von den fast 4000 Tonnen Treibstoff sind mehr als 1000 davon ins offene Meer getrieben. Inselbewohner kritisieren nun die Katastrophenschutz-Strategie der Regierung. Sie sollen zu spät gehandelt haben, bestand doch schon von Anfang an die Gefahr, dass das Öl ausläuft.

Da der Frachter auseinanderzubrechen drohte, mussten Einsatzkräfte deshalb nun schnell handeln. So wurden der noch an Board geladene Treibstoff abgepumpt, damit ein weiteres Ölleck verhindert werden konnte. "Es war ein Wettlauf gegen die Zeit", so der Regierungschef des Inselstaats Pravind Jugnauth, welcher zuvor Frankreich via Twitter um Hilfe bat: "Wir haben nicht die Expertise und Erfahrung, um gestrandete Schiffe zu bergen, daher habe ich Frankreich um Hilfe gebeten."

 

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"Eine der schlimmsten ökologischen Krisen"

Das sonst so beliebte Urlaubsziel wurde von dem Leck des Frachters erschüttert. Malerische Strände sind von Öl überschwemmt, hell-blaues Wasser ist jetzt schwarz und dunkel. Das Tankschiff liegt nur wenige Kilometer von mehreren Naturschutzgebieten entfernt, besonders die Tierwelt sowie die Korallenriffe tragen schwere ökologische Folgen davon. Bislang ist unklar, inwieweit die Flora und Fauna beeinträchtigt ist. Die Regierung sowie die Umweltschutzorganisation "Greenpeace" sprechen jedoch von "einer der schlimmsten ökologischen Krisen, die der Inselstaat jemals erlebt hat". Die Einwohner versuchen nun mit allen Kräften, gegen die Ölpest anzukämpfen. Im unten abgebildeten Video zeigt der Helfer Willow-River Tonkin wie schrecklich die Situation vor Ort ist:

 

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Während jetzt auch internationale Hilfe naht, lobt Umweltaktivist Sunil Dowarkasing dabei vor allem die Bevölkerung von Mauritius: "Dieses Leck hat die ganze Insel erschüttert. Menschen aus allen Bereichen, aus der Zivilgesellschaft, Nichtregierungsorganisationen, Universitätsstudenten packen jetzt an. Der Privatsektor ist sehr stark beteiligt, was die Ressourcen betrifft. Das Stroh für die Ölbarrieren kommt direkt von den Feldern und eine Menge Material kommt von Privatleuten. All diese Menschen organisieren sich jetzt. Die Zivilgesellschaft ersetzt den Staat und versucht, diese Ölpest einzudämmen."

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