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Was sind Mikrofaser & warum sind sie so umweltschädlich?

Mikrofaser werden in Putztüchern und Sportkleidung eingesetzt. Doch das atmungsaktive und leistungsstarke Gewebe hat nicht nur positive Eigenschaften, denn die Umwelt leidet stark unter den Mikrofasern.

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Mikrofaser Umwelt
Druv / iStock

Man findet sie in Putztüchern sowie in Outdoor- und Sportkleidung: Mikrofaser kommen vielseitig zum Einsatz. Doch trotz ihrer nützlichen Eigenschaften sind sie problematisch. Die Online-Plattform Utopia zeigt, wieso Mikrofasern unserer Umwelt schaden.

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Was sind Mikrofasern?

Bei Mikrofasern handelt es sich um besonders feine und dünne Fasen. Sie wiegen zwischen 0,3 und einem Gramm pro 10.000 Metern. Sie sind somit feiner als Baumwollfäden. Laut der Industrievereinigung Chemiefaser e. V. (IVC) bestehen Mikrofasergewebe meistens aus Kunstfasern, Polyamid (Nylon), Polyester und Polyacrylnitril. Die Fasern lassen sich auch aus Viskose herstellen.

Zudem haben Mikrofasern nützliche Eigenschaften:

  • Das Gewebe der Mikrofaser ist so dicht, dass sie Wassertropfen und Wind abhalten und dabei trotzdem atmungsaktiv bleiben.
  • Das Mikrofasergewebe ist weich, knitterfrei und trocknet schnell.
  • Da die Fasern so dünn sind, kann das Mikrofasertuch im Vergleich zu anderen Tüchern mehr Schmutz aufnehmen.
  • Durch die Reibung laden sich die Mikrofasern elektrisch auf, das führt dazu, dass die Partikel an den Tüchern haften bleiben. Deshalb kann man auch ohne Reinigungsmittel effizient mit Mikrofasertüchern putzen.

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Deshalb sind Mikrofasern problematisch

Obwohl man mit Mikrofasertüchern so gut putzen kann, ist ihre Herkunft alles andere als nachhaltig. Mikrofasergewebe bestehen überwiegend aus Kunstfasern wie Polyester oder Polyamid, die auf Erdöl basieren. Die Verarbeitung und der Abbau dieser Fasern ist energie- und wasserintensiv sowie umweltschädlich.

  • Noch schlimmer: Beim Waschen des Kunstfasergewebes lösen sich Mikrofasern. Dabei zeigt eine Studie der Universität von Plymouth, dass bei einer Waschladung mit Polyerstertextilien circa 400.000 Mikrofasern ins Abwasser gelangen!
  • Wie die Umweltorganisation Greenpeace berichtet, können Kläranlagen zum Teil diese Mikrofasern herausfiltern. Dennoch gelangt ein großer Teil über den Klärschlamm in die Umwelt.
  • Eine Studie der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) zeigt, dass bis zu 30% des Mikroplastiks in den Meeren aus Primärquellen stammen. Das bedeutet, dass dieses Mikroplastik nicht erst im Wasser aus größeren Plastikteilen entstanden sind, sondern bereits als Mikroplastik ins Wasser gelangte.
  • Zu den wichtigsten Primärquellen zählen laut den Studienergebnissen Reifenabrieb und Kunstfasern.

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Mikrofasern richtig waschen

Textilien aus Mikro- oder Kunstfasern solltest nur so oft waschen wie unbedingt notwendig. Zudem kannst auch auf verschiedenen Wegen das freigesetzte Mikroplastik verringern:

  • Verzichte auf Weichspüler! Laut den Studienergebnissen der Universität von Plymouth erhöht er die Menge der freigesetzten Mikrofasern.
  • Wasche Textilien mit Mikrofasern nicht im Schongang! Eine Untersuchung der Universität von Newcastle hat ergeben, dass dies ebenfalls die Menge der losgelösten Fasern erhöht.
  • Wasche die Mikrofasertextilien in einem Waschbeutel. So werden die losen Mikrofasern aufgefangen. Es gibt auch sogenannte "Waschbälle", die zur Wäscheladung beigelegt werden und anschließend die Mikrofasern auffangen.

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Alternativen zu schädlichen Mikrofasern

Trotz der "Helfernlein" für die Waschmaschine, solltest du Textilien aus Mikro- oder Kunstfasern eher selten kaufen oder ganz darauf verzichten. Als leistungsstarke Alternative eigenen sich Naturfasern wie

  • Viskose,
  • Tencel,
  • Modal
  • oder Lenpur.

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