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Öko-Test: Wie gut sind feste Shampoos und Haarseifen wirklich?

"Öko-Test" untersuchte 26 Haarseifen und feste Shampoos auf ihre Inhaltsstoffe. Die Testergebnisse verblüfften sogar die Experten.

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Feste Haarseife Öko-Test
jchizhe / iStock

Der Umwelt zuliebe steigen immer mehr Konsumenten auf feste Shampoos und Haarseifen um. Diese sollen vor allem ohne Plastikverpackung auskommen und besonders nachhaltig sein. Das Verbrauchermagazin "Öko-Test" nahm die Produkte genauer unter die Lupe.

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Alle Produkte frei von Silikonen, Parabenen & Co

"Öko-Test" untersuchte 26 feste Shampoos und Haarseifen auf ihre Inhaltsstoffe. Die Ergebnisse zeigen, dass Haarseifen in der Regel aus klassischer Seife (Öle und Fette mit Laugen verkocht) bestehen. Sie weisen zudem einen basischen pH-Wert auf. Feste Shampoos haben naturnahe sowie synthetische schaumbildende Tenside und einen leicht sauren pH-Wert. Obwohl zehn Seifen gar kein Naturkosmetik-Siegel tragen, verzichten sie dennoch auf die meisten Substanzen, die in Shampoos häufig kritisiert werden.

  • Keines der Produkte wies Silikone, umweltschädliche synthetische Polymere oder Parabene auf. Besonders Letztere werden häufig als Konservierungsstoff eingesetzt, sie werden verdächtigt, wie ein Hormon zu wirken.
  • Auch von PEG/PEG-Derivaten war nichts zu finden. Diese verbinden als Emulgatoren Wasser und Fett, dadurch wird aber unsere Haut gleichzeitig durchlässiger für Fremdstoffe.

Dass besonders diese Stoffe nicht in den Produkten zu finden waren, lobte das Verbrauchermagzin: "(…) offenbar sprechen die Hersteller der Trendprodukte eine ganz bestimmte Klientel an, bei der das Bewusstsein für Zero Waste mit dem Wunsch nach einer nachhaltigen und reizstoffarmen Zutatenliste einhergeht."

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Kritik: Ein Produkt enthielt Lilial

Zwar konnten 16 von 17 festen Shampoos mit "sehr gut" benotet werden, ein Produkt enttäuschte jedoch mit dem Inhaltsstoff Lilial. Dieser steht laut einigen Tierversuchen im Verdacht fortpflanzungsgefährdend zu sein.

Von neun Haarseifen im Test konnte nur ein Produkt die Experten nicht überzeugen. Der Grund: Die Haarseife ist mit zwei künstlichen Moschusdüften parfürmiert. Diese enthalten Galaxolid und hautreizende Tonalide, die sich im Fettgewebe von Tieren und Menschen anreichern können. Sie gelten als gewässergefährdend und sind schwer in der Umwelt abzubauen.

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Haarseife & feste Shampoos: Das solltest du beachten!

Da die Haarseife alkalisch bzw. basisch ist, kann sich das Produkt mit Kalk verbinden – dadurch lagern sich beim Gebrauch meist Rückstände im Haar an. Eine "saure" Rinse kann Abhilfe schaffen. So wandert der pH-Wert der Haare wieder in den sauren Bereich, die Rückstände werden entfernt und die Mähne wird wieder schön glatt. Für die "saure" Rinse vermischt du einfach zwei Esslöffel Apfelessig mit einem Liter Wasser. Anschließend über die Haare gießen und nicht mehr auswaschen.

So verwendest du die Haarseifen und festen Shampoos richtig: 

  • Um mehr Schaum zu erzeugen, reibe das Haarwaschstück direkt in das feuchte Haar. Danach verteile es mit deinen Händen gut in deiner Mähne.
  • Lagere deine Haarseifen und festen Shampoos immer trocken. Entweder in einem aufgehängten Netz oder in einer Schale mit Löchern.

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