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Umwelt & Klima: Das solltest du über Mineral- & Leitungswasser wissen!

Das Verbrauchermagazin Öko-Test analysierte, ob Mineral- oder Leitungswasser umweltfreundlicher ist.

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Mineralwasser Leitungwasser
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Du trinkst gerne Mineralwasser aus Flaschen anstatt mit Leitungswasser deinen Durst zu stillen? Dann solltest du deine Trinkentscheidungen noch einmal überdenken, denn wie das Verbrauchermagazin Öko-Test berichtet, ist Mineralwasser alles andere als umweltfreundlich.

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Was ist der Unterschied zwischen Leitungs- & Mineralwasser?

Produkte dürfen nur dann als Mineralwasser bezeichnet werden, wenn sie aus tiefen und geschützten Quellen stammen, die sehr wenig behandelt wurden. Leitungswasser besteht vor allem aus oberflächennäherem Grundwasser – unter anderem auch aus Wasser von Flüssen oder Talsperren. Wasserwerke behandeln das Leitungswasser in (meist) mehrstufigen Aufbereitungsverfahren und befreien es so von Schadstoffen.

Mineralwasser ist im Vergleich zu Leitungswasser besser geschützt, da die Quellen sehr tief in der Erde liegen. Oberflächenwasser ist häufig mit Nitrat, Pestiziden, Medikamentenrückständen oder Chemikalien belastet.

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Leitungswasser mit Nitrat, Pestiziden & Co belastet

Wie die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) berichtet, gelangt Nitrat meist über Dünger aus der Landwirtschaft ins Grundwasser. Nitrat kann sich im Magen-Darm-Trakt zu problematischem Nitrit umwandeln, deswegen gilt: je niedriger die Werte im Wasser, desto besser. Für Trinkwasser gilt ein Parameterwert von 50 Milligramm pro Liter.

Auch Abbauprodukte von Spritzgiften (Pestizide) werden im Grundwasser nachgewiesen. Darunter befinden sich auch Stoffe, die seit 20 Jahren verboten sind, aber noch immer nicht vollständig abgebaut wurden. Durch Reinigungsmittel, Pflegeprodukte, Duftstoffe & Co kommen ebenfalls Chemikalien in das Grundwasser.

Doch nicht nur das: Betablocker, Schmerzmittel, Röntgenkontrastmittel und ähnliche Dinge werden ebenfalls in unser Trinkwasser gespült. Durch menschliche Ausscheidungen, aus der Massentierhaltung oder durch falsche Entsorgung gelangen diese Arzneireste im Wasser. Sogar Kläranlagen können nicht alle Rückstände vollständig zurückhalten.

  • Ein Grund zur Sorge sei dies jedoch nicht: "Wir können schon sehr kleine Konzentrationen nachweisen. Damit befinden wir uns in einer komfortablen Lage, um frühzeitig gegenzusteuern" , sagt Umweltanalytiker Christian Zwiener gegenüber dem Verbrauchermagazin. Der Experte ist sich jedoch sicher, dass die Menge an Wirkstoffen im Abwasser mit der älter werdenden Bevölkerung auf jeden Fall steigen wird.
  • Ein Rückstandsmonitoring im Trink- und Grundwasser der AGES zeigt: "Die in österreichischen Grund- und Trinkwässern festgestellten Antibiotikagehalte liegen in Konzentrationsbereichen, die keine toxikologischen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben."

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Mineralwasser ist nicht frei von Schadstoffen

"Auch tiefe Mineralbrunnen sind nicht komplett unberührt", erklärt Zwiener. Denn auch die verkauften Produkte enthalten Schadstoffe. Laut Öko-Test ist fast jede fünfte Quelle verunreinigt.

Zwar wird in der österreichischen Mineral- und Tafelwasser-Verordnung festgelegt, dass das Wasser "vor Verunreinigungen geschützt" und von "ursprünglicher Reinheit" sein soll, doch die Begriffe werden nicht näher erklärt. Die gesetzlich festgelegten Kriterien zur Beurteilung dieser Reinheit fehlen, deshalb können Hersteller ihre Produkte weiterhin "natürliches Mineralwasser" nennen, obwohl noch Rückstände von Spritzgiften nachgewiesen sind.

Beide Produkte (Mineral- und Leitungswasser) werden streng kontrolliert und sind in den meisten Fällen sauber. Dass Mineralwasser jedoch "sauberer" ist als Leitungswasser lässt sich nicht behaupten. Die Trinkwasserverordnung ist in Teilen sogar strenger als die Mineralwasserverordnung.

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Leitungswasser trinken ist umweltfreundlicher

Laut Mirjam Busch vom Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg, ist es wesentlich klimaschonender Leitungswasser zu konsumieren. Die Treibhausgasemissionen, die durch einen Liter Leitungswasser entstehen, betragen weniger als zehn Prozent der Menge, die für eine 1-Liter-PET-Flasche freigesetzt wird.

Laut der Verbraucherzentrale ist die Klimabelastung durch Mineralwasser in Deutschland 600-mal höher als bei Leitungswasser. "Aufbereitung, Speicherung und Verteilung des Leitungswassers bringen insgesamt trotzdem viel weniger Klima- und Umweltbelastungen mit sich als Verpackung, Abfüllung und vor allem der Transport beim Mineralwasser", erklärt Busch. Das bedeutet, dass Leitungswasser weniger klimaschädlich ist als Mineralwasser, zudem ist es auch die günstigere Alternative.

Doch nicht nur das: Leitungswasser ist im Vergleich zu Mineralwasser wesentlich umweltfreundlicher. Das Wasser aus dem Hahn benötigt keine Verpackung und hinterlässt keinen Abfall. Auch der Transport erübrigt sich im Gegensatz zum Mineralwasser.

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