Haustiere

Studie zu "Barfen": Roh-Hundefutter kann Salmonellen enthalten

Schweizer Wissenschafter entdeckten, dass Hundefutter mit hohem Rohfleischanteil keimbelastet sein kann.

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Ist Rohfleisch für Hunde gefährlich?
FatCamera / iStock

"Barfen" ist seit Jahren ein Trend in der Welt der Tierhalter. Unter der Bezeichnung "Born-Again Raw Feeders" wird das Füttern von vorwiegend Hunden mit rohem Fleisch und Gemüse verstanden. Diese Rohfütterung soll besonders artgerecht sein und das Immunsystem unterstützen. Schweizer Forscher haben nun entdeckt, dass "Barf-Hundefutter" alles andere als gesund ist: Viele getestete Produkte sind mit Bakterien belastet.

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Hohe Keimbelastung festgestellt

Für die Studie untersuchten die Wissenschafter der Universität Zürich 51 verschiedene Roh-Futterproben auf Bakterien und Salmonellen. 31 davon enthielten Fleisch aus der Schweiz, 20 Fleisch aus Deutschland. Die Sorten bestanden aus Rind, Huhn, Pferd, Lamm und Truthahn. Das Forscherteam kam bei seiner Untersuchung zu ernüchternden Ergebnissen:

Besonders mit Salmonellen verseuchte Produkte könnten laut den Wissenschaftern zu einer Übertragung auf das Tier führen. Dabei kann es passieren, dass der Salmonellen-positive Hund keine Symptome zeigt, die Erreger sich jedoch in seinem Umfeld verbreiten und damit auf den Menschen übergehen. Dasselbe Risiko besteht auch bei multiresistenten Bakterien, die durch

  • das Zubereiten des Hundefutters,
  • beim Abschlecken des Besitzers
  • oder durch den Tierkot übertragen werden könnten.

Wer das Fleisch vor der Fütterung kocht (was dem Barfen widerspricht), tötet die Bakterien ab – im Gefrierfach überleben sie jedoch. Ob die resistenten Keime tatsächlich vom Hund auf den Menschen übertagbar sind, soll in weiteren Studien untersucht werden.

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Kinder sind durch Salmonellen gefährdet

Die Salmonellenbelastung sei besonders für Kinder problematisch, erklärt Josef Kamphues, Direktor des Instituts für Tierernährung an der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

Eine Studie der Universität Utrecht aus 2018 dazu schockiert: Die Wissenschafter entdeckten, dass 20 Prozent von 35 Rohfuttermitteln mit Salmonellen belastet waren. Die Resultate übertreffen diese der aktuellen Studie bei Weitem.

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Infektion mit Salmonellen erkennen

Besonders problematisch sei es, wenn das rohe Futter in Kontakt mit Alltagsgegenständen oder Küchenutensilien kommt oder Kleinkinder in der Nähe des Futternapfs spielen, sagt Kamphues weiter. Bei einer Kontaminierung mit Salmonellen können beim Menschen

In schlimmen Fällen kann ein Salmonellenbefall lebensbedrohliche Ausmaße annehmen.

"Hundehalter sollten sich informieren, bevor sie mit einer Rohfuttergabe anfangen", sagt Studienautorin Nüesch-Inderbinen. Nach dem Tier- oder Futterkontakt sei Händewaschen wichtig. "Wenn ich einen Hund hätte, ich würde ihn nicht mit Rohfutter ernähren", erklärt die Forscherin weiter.

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