Haustiere

Machen Katzen uns krank?

Sie denken bei Katzen-Parasiten an Flöhe, Zecken und Würmer? Wir stellen ein weiteres Tierchen vor, dass nicht nur Ihren Stubentiger, sondern gerne auch den Menschen befällt.

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Katzen können Giardien übertragen (Ryhor Bruyen / iStock)
Ryhor Bruyen / iStock

Plötzlich auftretender Durchfall kann eine Vielzahl an Ursachen haben. Häufig sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien die Ursache, auch systemische Erkrankungen kommen in Frage. Katzenbesitzer sollten aber auch an die Möglichkeit einer sogenannten "Giardiose" denken. Dabei handelt es sich um eine Durchfall-Erkrankung, die von der Katze auf den Menschen übertragen wird.

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Giardiose?

Giardien sind einzellige Geißeltierchen, die im Darm leben. So klein, dass sie für das menschliche Auge nicht sichtbar sind. Schätzungen zufolge sind in den Industrienationen rund 10% aller Einwohner mit Giardien infiziert, die meisten davon völlig beschwerdefrei. Damit sind die winzig kleinen Schädlinge die beim Menschen am häufigsten vorkommenden Darmparasiten, weit vor Würmern aller Art.

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Wie kommt es zur Ansteckung?

Giardien sind weltweit verbreitet und kommen bei vielen Säugetieren sowie beim Menschen vor. Etwa 10% aller Katzen tragen die Tierchen in sich, bei Katzenwelpen sind es bis zu 75%. Die meisten von ihnen zeigen jedoch keine Symptome.

Menschen stecken sich hauptsächlich durch engen Kontakt mit ihren Haustieren an. Kinder sind besonders gefährdet: Das liegt zum einen am meist engen Kontakt zum geliebten Tier, zum anderen am geringeren Hygienebewusstsein. Bei Kindern wird die Durchseuchungsrate sogar mit rund 25% beziffert.

Welche Symptome treten auf?

Die meisten Infektionen mit Giardien verlaufen völlig symptomlos. Bei immungeschwächten, sehr alten oder sehr jungen Personen hingegen kann eine Ansteckung zu Durchfall und Erbrechen führen.

Folgende Anzeichen deuten auf eine mögliche Giardieninfektion hin:

  • plötzliches Auftreten von wässrigem Durchfall
  • starke Blähungen
  • fettreicher, schleimiger Kot ohne Blutbeimengungen
  • Darmkrämpfe
  • Erbrechen
  • leichtes Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsabnahme

Konsultieren Sie bei Verdacht auf einen Darmparasitenbefall Ihren Arzt. Er kann die Erkrankung durch einen Labortest schnell und einfach diagnostizieren und eine entsprechende Therapie einleiten.

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Wie kann ich mich vor einer Ansteckung schützen?

Die einfachste Maßnahme, sich vor einer Ansteckung zu schützen, ist regelmäßiges Händewaschen. Katzen, bei denen sich der Giardiose-Verdacht durch eine Kotuntersuchung bestätigt, können gut therapiert werden. Es ist aber zu beachten, dass ausgeschiedene Giardien-Zysten noch über Wochen und Monate infektiös bleiben und deshalb die Gefahr einer Reinfektion relativ groß ist. Lassen Sie sich zu diesem Thema von Ihrem Tierarzt beraten.

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