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Mensch und Hund: gemeinsam gesund altern

Forscher haben den Alterungsprozess bei Hunden entschlüsselt. Von diesen Erkenntnissen könnten zukünftig auch wir Menschen profitieren.

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Mensch und Hund altern
Wavebreakmedia / iStock

Genau wie wir Menschen profitieren auch Hunde von den Fortschritten der Medizin und einer besseren, bedarfsorientierten Ernährung: Ihre Lebenserwartung steigt zunehmend. Obwohl wir uns statistisch gesehen immer länger an unseren vierbeinigen Begleitern erfreuen können, hat der Trend zum längeren Leben auch seine Schattenseiten: Hunde leiden mit zunehmendem Alter vermehrt an typischen Alterserscheinungen und Erkrankungen.

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Aderlass im Dienste der Wissenschaft

Altershundeforscher um Dr. Alexander vom Waltham-Zentrum für Tiernahrung in Großbritannien gingen der Sache näher auf den Grund. Sie wollten herausfinden, ob die Alterungsprozesse bei Hunden mit denen von Menschen vergleichbar sind.

Um zu klären, ob derartige Alterungsprozesse auch bei Hunden zu finden sind, untersuchte das Team über einen längeren Zeitraum hinweg entsprechende Blutproben. Für die Studie wurden 80 Labrador Retriever herangezogen, denen vom Erwachsenenalter an bis zu ihrem Lebensende regelmäßig Blut abgenommen wurde. Besonderes Augenmerk legten die Forscher dabei auf zwei Parameter, die in Bezug auf den Alterungsprozess beim Menschen schon gut erforscht sind:

  • Vermehrung entzündlicher Prozesse
  • Verstärkter oxidativer Stress

Ungeahnte Ähnlichkeiten

Das Ergebnis bestätigte, was Hundeliebhaber ohnehin schon lange vermutet hatten: Hunde sind uns in vieler Hinsicht ähnlich. Diese Hypothese lässt sich auch auf den Ablauf des Alterungsprozesses umlegen.

Die Analyse der Blutwerte ergab, dass sich mit zunehmendem Alter auch bei Hunden vermehrt Anzeichen für Entzündungen im Blut finden. So steigen beispielsweise bestimmte Antikörper (IgM) aus dem Immunsystem mit zunehmendem Alter an. Andere Entzündungszeichen hingegen wie das IgG oder ein bestimmtes Protein, das im Rahmen akuter, entzündlicher Erkrankungen ansteigt (C-reaktives Protein) scheinen nicht kontinuierlich, sondern erst im letzten Lebensjahr des Hundes anzusteigen.

Ob bei Hunden der oxidative Stress im Alter zunimmt, konnte durch Untersuchung des sogenannten Hitzeschock-Proteins festgestellt wird. Dabei handelt es sich um einen Eiweißkörper, der immer dann zur Stelle ist, wenn gerade besonders viele aggressive Abfallstoffe aus dem Stoffwechsel entsorgt werden müssen. Die Menge dieser Helferlein sank jedoch mit dem Alter. Dennoch waren die Hunde in der Lage, sie bei Bedarf in ausreichender Menge wieder herzustellen. Nur im letzten Lebensjahr wurde es kaum noch produziert.

Das Ergebnis der mehrjährigen Studie lässt sich also folgendermaßen zusammenfassen:

  • Die Alterungsprozesse des Hundes ähneln denen des Menschen.
  • Während die Fähigkeit des Körpers, körpereigene Reparaturwerkzeuge herzustellen mit steigendem Alter sinkt, werden entzündliche Prozesse nach und nach stärker.

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Ergebnisse gezielt nutzen

Da der Alterungsprozess von Menschen und Hunden also durchaus vergleichbar ist, hoffen Forscher nun, im Rahmen weiterer Untersuchungen nicht nur unseren vierbeinigen Freunden ein längeres Leben zu ermöglichen, sondern gleichzeitig Rückschlüsse auf den menschlichen Alterungsprozess ziehen zu können. Je besser der Ablauf der Körperfunktionen im Alter verstanden wird, umso eher kann auch das erklärte Ziel erreicht werden:

  • Verlangsamung der entzündlichen Prozesse
  • Stärkung der körpereigenen Reparaturmechanismen

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