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Hunde richtig erziehen: Deshalb solltest du deinen Vierbeiner nicht anschreien

Laut einer Studie sollen bestrafende Erziehungsmethoden enorme Folgen für Hunde haben. Lies hier, warum du lieber auf positive Bestärkung setzen solltest.

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So wirkt sich Bestrafung auf Hunde aus
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Hunde sind wahre Freunde, die uns in jeder Situation treu zur Seite stehen. Doch an manchen Tagen bringen uns die Vierbeiner auch zur Weißglut: Der zerbissene Schuh, das laute Bellen oder ihr herrischer Charakter. Nicht ohne Grund investieren Besitzer viel Zeit und Energie in die Erziehung der Tiere. Aber wie trainiere ich meinen Hund am besten: Soll man unerwünschtes Verhalten bestrafen oder erwünschtes Verhalten belohnen? Eine aktuelle Studie zeigt, dass letztere Methode nicht nur gesünder, sondern auch effektiver ist.

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Positives bestärken oder Negatives bestrafen?

Für viele ist der Hund keinesfalls bloß ein Haustier, sondern eher ein vollwertiges Familienmitglied. Und während sie in einem Moment mit ihren großen Kulleraugen auf unsere Anweisungen warten, setzen viele Vierbeiner im nächsten Augenblick lieber ihren eigenen Kopf durch. Klar ist, dass die Erziehung das Um und Auf ist, wenn man sich einen Hund anschafft. Auch für die Tiere ist diese Maßnahme unausweichlich, denn sie sind Rudeltiere und wollen die Anerkennung von ihren Besitzern gewinnen. Die Debatte, ob man Hunde nun für schlechtes Verhalten bestrafen und schimpfen soll, oder stattdessen lieber das positive Benehmen im Fokus behält, hält sich hartnäckig.

Zahlreiche Untersuchung gingen dieser Frage bereits auf den Grund, jedoch zogen Wissenschafter bislang nur Polizei- und Laborhunde heran. Eine aktuelle Studie der Universität Porto, welche auf "bioRxiv" veröffentlicht wurde, konzentrierte sich nun auf Begleithunde. Welche Auswirkungen haben sowohl aversive als auch positive Trainingsmethoden auf unseren Vierbeiner?

  • Die Forscher untersuchten 92 Hunde und unterteilten diese in weiterer Folge in zwei Gruppen.
  • 42 Tiere stammten dabei aus Tierschulen, welche auf positive Bestärkung setzen. Die restlichen 50 rekrutierten die Wissenschafter aus Schulen, die Anschreien, körperliche Bestrafung oder Rucken an der Leine als Maßnahmen anstreben.
  • Um das Verhalten zu analysieren, durchliefen die Hunde drei Testphasen, bei denen sie während des Trainings gefilmt wurden. Außerdem nahmen die Forscher Speichelproben vor und nach dem Training ab, um den Spiegel des Stresshormons Cortisol zu messen. So prüften die Autoren im Anschluss, inwiefern sich die Erziehungsmethode auf die Psyche der Hunde auswirkt.

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Darum ist Bestrafung schlecht für Hunde

Wenngleich viele Besitzer mit guten Absichten ihren Hund zurechtweisen und auf aversive Trainingsmethoden zurückgreifen, hat diese Erziehungsmaßnahme besonders schlechte Folgen für die Gesundheit des Vierbeiners.

  • Laut der Studie sind die Tiere nicht nur nachhaltig gestresster, sie entwickeln ebenso pessimistische Charakterzüge und leiden deutlich unter der strengen Umgangsmethode.
  • Dies äußerte sich durch häufiges Gähnen sowie vermehrtes Lecken der Schnauze. Auf diesem Weg versuchten die Vierbeiner ihren Besitzer zu beschwichtigen, sich selbst zu beruhigen sowie eine Bedrohung abzuwehren.
  • Während die optimistischen Hunde sich schnell einem Leckerli näherten und ihren Besitzer mit intelligenten Aktionen überraschten, reagierten die gestressten Tiere eher zaghaft und langsam.

Das Fazit der portugiesischen Forscher: "Unsere Ergebnisse zeigen, dass Begleithunde, die aversiv ausgebildet wurden, sowohl auf kurz- als auch auf langfristiger Ebene ein schlechteres Wohlbefinden aufwiesen als Tiere, die mit belohnungsbasierten Methoden trainiert wurden." Damit Hunde also von einem glücklichen und erfüllten Leben profitieren, raten die Experten von Bestrafungstrainings ab. So lernen die Vierbeiner, dass die Futterschüssel nicht halbleer, sondern halbvoll ist.

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