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Hunde riechen Malaria

In Sachen Riechvermögen sind Hunde uns Menschen weit überlegen. Forscher haben nun herausgefunden, dass Vierbeiner sogar Malariaerreger erkennen können – anhand des Geruchs getragener Socken.

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Hunde erschnüffeln Malaria
bigtunaonline / iStock

Hunde sind wahre Riechkünstler: Egal ob (menschliche oder tierische) Spuren, Drogen oder eine drohende Unterzuckerung beim Menschen – ein entsprechend trainierter Hund kann aus einer schier unendlichen Anzahl an Geruchsmolekülen in seiner Umgebung das "Gesuchte" herausfiltern. Selbst Malaria können sie scheinbar mühelos erschnüffeln.

Erstklassiger Geruchssinn

  • Möglich macht das die Ausstattung der hündischen Riechschleimhaut: Sie besitzt bis zu 300 Millionen Riechzellen.
  • Im Vergleich dazu ist das Riechvermögen eines Menschen geradezu kümmerlich.
  • Zweibeiner haben nur etwa 20 bis 30 Millionen Riechzellen und hinken in Sachen Geruchssinn Hunden weit hinterher.

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Hunde erschnüffeln Malaria

Die außergewöhnliche Leistung der Hunde machen sich Menschen gerne zunutze. Britische Wissenschafter an der Universität Durham haben nun in einer Studie herausgefunden, dass trainierte Hunde sogar in der Lage sind, Malaria zu erschnüffeln.

Die Ergebnisse der Untersuchung hat das Team um Prof. Steve Lindsay beim Jahreskongress der American Society of Tropical Medicine and Hygiene vorgestellt:

  • Untersucht wurden getragene Socken von 5 bis 14 Jahre alten Kindern aus Gambia.
  • Die Kinder waren zum Teil mit Malaria infiziert.
  • Die Hunde schnüffelten an den getragenen Socken der Kinder.
  • Die Trefferquote bei Kindern, die mit Malariaerregern infiziert waren (aber noch keine entsprechenden Symptome zeigten), lag bei 70%.
  • Die Quote bei jenen Kindern, die frei von Malariaerregern war, lag bei 90%.

Olfaktorische Früherkennung

Die Ergebnisse zeigen, dass der Einsatz von Spürhunden eine schnelle und einfache Methode werden könnte, Malaria beim Menschen zu diagnostizieren. Prof. James Logan, Leiter der Abteilung für Krankheitskontrolle an der London School of Hygiene and Tropical Medicine betont vor allem die Bedeutung der Krankheitsfrüherkennung: "Es werden auch jene Infizierten erfasst, die zwar noch keine Symptome zeigen, aber dennoch hochansteckend sind."

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Erregerverschleppung durch Reisende eindämmen

  • Die Forscher hoffen nun, die Hunde darauf trainieren zu können, dass sie die Malariaerkrankung nicht nur anhand der getragenen Socken, sondern direkt am Körpergeruch erkennen können.
  • So könnten die feinen Hundenasen in Zukunft sogar in der Lage sein, infizierte Reisende direkt an Grenzübergängen und Flughäfen ausfindig zu machen, bevor sie den Erreger in ein Land einschleppen.

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