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Hundebussi gefällig? So schädlich ist der Hundekuss wirklich

Menschen, die sich von Hunden das Gesicht ablecken lassen, tun dies häufig, um anderen ihre "innige Beziehung" zu demonstrieren. Das ist leider keine gute Idee, wie ein Fall aus Bremen zeigt.

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Mann wurde von Hund abgeschleckt und starb
RyanJLane / iStock

Ein Hund schleckt seinem 63-jährigen Herrchen über das Gesicht. Er kommt mit grippeähnlichen Symptomen in ein Bremer Spital. Einem Bericht zufolge, der im Fachblatt European Journal of Case Reports in Internal Medicine erschienen ist, starb der Mann 16 Tage später an multiplem Organversagen. Er hatte sich mit dem Bakterium Capnocytophaga canimorsus infiziert. Ein Einzelfall?

Hunde sind gut für unsere Seele, schützen uns vor Allergien, sorgen für Bewegung und retten sogar Leben. Aber sie stecken ihre Nase auch mit Vorliebe in Dinge, von denen Menschen lieber Abstand nehmen. Ein kurzer Schnüffler in die Hinterlassenschaft eines Artgenossen, Stöbern im Mistkübel oder Abschlecken der eigenen Genitalien – auf diese Weise landen Millionen von Keimen in den Schleimhäuten von Mund und Nase des Hundes. Wie gefährlich ist der Hundekuss tatsächlich?

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Untersuchter Hundesabber

Bereits 2015 untersuchten kanadische Forscher Speichelproben von Hunden und identifizierten eine Vielzahl an Bakterien, Viren und Pilzen.

  • Diese sind für den Hund großteils ungefährlich, beim Menschen können sie jedoch zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen.
  • Aus diesem Grund sollten insbesondere kleine Kinder, Schwangere und immungeschwächte Personen darauf achten, nicht mit den Schleimhäuten von Hunden in Kontakt zu kommen.
  • Berührt der Hund mit seiner Schnauze unser Gesicht, so bietet die Hautbarriere im Normalfall genügend Schutz vor dem Eindringen der Keime in den Körper.
  • Über Schleimhautkontakt zwischen Mensch und Hund gelangen sie jedoch auf direktem Weg in den Organismus des Menschen und können dort – je nach Stärke der Abwehrkräfte des Betroffenen – Probleme auslösen.

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Welche Keime finden sich im Speichel von Hunden?

Die Forscher fanden neben Salmonellen und E. Coli Bakterien, die Magen-Darm-Erkrankungen auslösen können, auch weitaus gefährlichere Keime im Hundespeichel.

  • Eine bestimmte Bakterienart (Capnocytophaga canimorsus) ist zwar für Hunde völlig ungefährlich, kann aber bei gesundheitlich angeschlagenen Menschen schwerwiegende Infektionen wie Wundbrand, Blutvergiftungen oder Hirnhautentzündungen verursachen.
  • Auch Wurmeier können über den Speichel übertragen werden. Sie sind so klein, dass sie mit freiem Auge nicht sichtbar sind. Durch ein "Schlabberbussi" auf den Mund gelangen sie in den Verdauungstrakt des Menschen und entwickeln sich dort zu ausgewachsenen Würmern.

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Grenze ziehen

Unter Einhaltung allgemeiner Hygienemaßnahmen ist für gesunde Menschen auch ein enger Kontakt mit Hunden nicht gesundheitsgefährdend. Dennoch ist es ratsam, Hunde nicht dazu zu animieren, Menschen und besonders kleinen Kindern über das Gesicht zu schlecken.

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  • ingrid klebinder sagt:

    wurde von einem Menschen gebissen, die Keimzusammensetzung des menschlichen Speichels ist gefährlicher als die eines Hundes, also Küssen verboten?

  • Marion sagt:

    also man kann ja alles übertreiben , es ist doch komisch dass die Menschen die ein HAustier haben leben gesünder und jetzt kommt diese Aussage ,