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Darum fressen Katzen Gras

Katzen brauchen Katzengras. Aber warum?

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Warum Katzen Gras fressen
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Katzen fressen gelegentlich gerne Katzengras. Warum? Anscheinend soll es ihrer Verdauung gut tun, sie in Schwung halten und ihnen dabei helfen, sich verschluckten Haaren zu entledigen – oder etwa nicht? Forscher der University of California sind der Frage, weshalb Katzen gerne Gras fressen bzw. warum sie es brauchen, auf den Grund gegangen.

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Katzen unter Beobachtung

Katzen fressen Gras, würgen es auch mal wieder hoch – soweit alles normal. Doch was steckt hinter diesem Verhalten der Stubentiger? Bisherige Erklärungen, warum die Fleischfresser hin und wieder ins Gras beißen, sind beispielsweise:

  • Beim Abschlecken des Fells sammeln sich Haare im Magen-Darm-Trakt. Diese sind schwer zu verdauen.
  • Das Grasfressen löst einen Brechreiz aus, wodurch sie die Haarbüschel hervorwürgen und ausspucken.
  • Nach dem Fressen würden sie sich besser fühlen.

Das Forscherteam Benjamin L. Hart, Lynette A. Hart und Abigail P. Thigpen wollte es genauer wissen und führte eine webbasierte Umfrage durch. Online befragten sie 1.021 Katzenbesitzer, die ihr Haustier mindestens drei Stunden täglich beobachten konnten. Die Ergebnisse:

  • 71% gaben an, ihre Katzen wenigstens sechs Mal beim Graskauen beobachtet zu haben.
  • 61% konnten dies über zehn Mal mit ansehen.
  • 11% gaben an, sein Haustier gar nicht beim Grasfressen "ertappt" zu haben.
  • Jene Katzen, die zehn Mal Grünfutter und jene, die keines fraßen, unterschieden sich jedoch nicht in Bezug auf Alter, Kastration oder der Anzahl der im Haushalt mitlebenden Gefährten.
  • Von jenen Katzen, die zehn Mal fraßen, langten 67% täglich oder wöchentlich zu, 27% erbrachen regelmäßig nach dem Grasfressen.
  • 91% der Haustierbesitzer gaben an, keine Auffälligkeiten in Bezug auf Benehmen oder Wohlbefinden wahrgenommen zu haben.

Da sich die Katzen zuvor nicht unwohl fühlen und Erbrechen auch nicht zum primären Ziel gehören dürfte, bestätigen die Forscher die lang geglaubte Hypothese, Katzen würden sich krank fühlen und sie würden erbrechen wollen, nicht. Auch untersuchten sie das Verhalten von jüngeren (drei Jahre und jünger) und älteren Katzen (vier Jahre und älter) und können dahingehend ausschließen, dass sich jüngere Tiere das Verhalten von ihren älteren Weggefährten abschauen würden.

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Grasfressen hat evolutionäre Ursache

Frühere Studien von Primaten zeigen, dass diese unverdauliche Pflanzen fressen, um Parasiten loszuwerden. Die Wissenschafter verfolgen daher die Theorie, dass die Samtpfötchen instinktiv Gras fressen und dieses Verhalten angeboren ist, was die Beobachtungen von fleischfressenden Wildtieren bestätigen.

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