Psychische Gesundheit

Melo, der Therapiebegleithund

Melo ist ein ganz besonderer Hund, und das in vielerlei Hinsicht. Gemeinsam mit seiner Besitzerin besucht er Kindergärten und Seniorenheime.

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Credit: Silke Brenner / netdoktor

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Die Ausbildung

Für Melo begann „der Ernst des Lebens“ nach seinem ersten Geburtstag. Nach positiv abgelegtem Wesenstest startete seine mehrwöchige Ausbildung beim Verein Tiere als Therapie (TAT) an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Gemeinsam mit seiner Besitzerin durchlief er vier Module, bestehend aus unterschiedlichen praktischen und theoretischen Trainingseinheiten. Dabei werden Mensch und Hund gezielt auf Situationen vorbereitet, denen sie in ihrem künftigen Einsatzgebiet begegnen könnten. Die Ausbildung erfolgt nach dem Prinzip der positiven Bestärkung: Reagiert der Hund in einer bestimmten Situation so wie erwünscht, erhält er unverzüglich eine Belohnung. Die Prüfung wird abgelegt, sobald der Hund 24 Monate alt ist. Um die Qualität der tiergestützten Therapie langfristig zu sichern, folgen jährliche Wesenstests und Nachkontrollen des Therapiebegleithundeteams.

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Melo im Kindergarten

Credit: Silke Brenner / netdoktor

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Schon Melos Ankunft im Kindergarten wird bejubelt. Mit stoischer Ruhe steht er mitten im Raum und lässt sich von vielen kleinen Kinderhänden streicheln. Doch dann wird es still, wissen die Kinder doch bereits von Melos vorherigen Besuchen, dass Hunde keine lauten Geräusche und kein wildes Herumgehopse mögen. Ein Mal pro Woche stattet Melo einer Floridsdorfer Kindergartengruppe einen Besuch ab und sorgt dort für leuchtende Kinderaugen. Alles begann vor einigen Jahren, als Melo und seine Besitzerin erstmals zur Unterstützung für ein verhaltensauffälliges Kind in den Kindergarten gerufen wurden.

Der Erfolg der Hundetherapie war verblüffend, alle Beteiligten berichteten von einer deutlichen Entspannung der Situation. Sogar die Kindergartenleiterin, die dem Projekt – nicht zuletzt wegen ihrer eigenen Hundeangst – anfänglich mit großer Skepsis gegenüberstand, ist mittlerweile vom Nutzen der Hunde-Besuche für ihre Schützlinge überzeugt. Insbesondere hyperaktive Kinder profitieren von Melos Anwesenheit: Sie sind konzentrierter und kommen schneller zur Ruhe. Im Gegensatz dazu lockt Melo introvertierte Kinder mit seiner fröhlichen und unkomplizierten Art aus der Reserve. Sie werden in Anwesenheit des Hundes mutiger, offener und gewinnen an Selbstvertrauen. Auch Kindern, die im Alltag nur wenig oder keinen Kontakt zu Tieren haben, wird hier die Möglichkeit geboten, spielerisch, aber unter professioneller Anleitung, den richtigen Umgang mit Hunden zu erlernen. „In jedem Fall sorgt der Hund für eine Stärkung des Selbstwerts. Durch kleine Aufgaben wie den Hund zu führen oder ihm Wasser zu geben, lernen die Kinder, Verantwortung zu übernehmen. Dabei darf aber natürlich der Spaß nicht zu kurz kommen“, so Weihrauch.

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  • Viktoria Maisner sagt:

    Hallo zusammen,
    vielen herzlichen Dank für den schönen und spannenden Artikel. Ich finde es toll, wenn Hunde zu Therapiebegleithunden ausgebildet werden. Meine besten Freundin kennt sich sehr gut mit diesem Thema aus, da sie selber schon einmal einen Therapiebegleithund zur Pflege zu Hause hatten.