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Wanderratten in Wien: Forscher entdeckten multiresistente Erreger

In Wien werden immer mehr Wanderratten gesichtet. Forscher untersuchten in einer Studie, ob ein erhöhtes Risiko der Bakterienverbreitung durch die Nager gegeben ist.

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Forscher entdeckten, dass die Rattenplage in Wien auch unangenehme Erreger mitbringen könnte.
Whiteway / iStock

Ratten könnten laut neuen Forschungsergebnissen die Verbreitung von multiresistenten Keimen fördern. Deutsche und österreichische Wissenschafter untersuchten von 2016 bis 2017 die Rattenpopulation in Wien. Dabei entdeckten die Wissenschafter, dass die Tiere Hochrisiko-Erreger in sich tragen, die gegen die meisten Antibiotika resistent sind. Die Studie wurde im Fachjournal Eurosurveillance veröffentlicht.

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Antbiotikaresistente Bakterien

Aufgrund der immer heißeren Sommermonate, stieg in mehreren europäischen Städten die Anzahl der Rattenpopulation – darunter auch in Wien. Internationale Forscher haben infolgedessen 76 Wanderratten (Rattus norvegicus) an der Promenade des Donau-Kanals und am Wiener Karlsplatz eingefangen, um eine mögliche Verbreitung von Krankheitserregern durch die Nager zu untersuchen.

  • Im Labor wurden Proben aus dem Darmtrakt und dem Nasen-Rachenraum von 62 Nagern entnommen. Bei insgesamt 39 Tieren (62,9 Prozent) konnten antbiotikaresistente Bakterien festgestellt werden. Davon wiesen 12 Tiere multiresistente Varianten der Erreger auf.
  • "Wir haben Bakterien gefunden, die bereits gegen bis zu vier Antibiotikaklassen resistent waren. Von diesen hochresistenten Erregern geht eine große Gefahr aus, da sie ihre Resistenzgene auch auf andere Bakterienspezies übertragen können", erklärt  Studienleiter Ralf Ehricht vom Leibniz-Institut für Photonische Technologien.

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Ratten als gefährliche Krankheitsüberträger

Ob die multiresistenten Keime der Ratten ein erhöhtes Risiko für die menschliche Gesundheit darstellen, ist laut den Forschern noch nicht geklärt. Dennoch finden die Experten das vermehrte Auftreten der Nager durchaus besorgniserregend:

"Eine der von uns untersuchten Ratten wurde beispielsweise in einem Grünbereich gefangen, der im Sommer von Obdachlosen als Schlafstelle genutzt wird. Diese besondere Situation erhöht das Risiko einer Übertragung der resistenten Bakterien. Grundsätzlich ist für eine Übertragung aber auch eine Vielzahl weiterer Szenarien denkbar. Die Bekämpfung von Ratten, aber auch anderer Nagetiere wie Mäuse, ist und bleibt in Städten deshalb eine wichtige Priorität für die öffentliche Gesundheit", erklären die Veterinärmediziner weiter.

Ratten zählen zu den weit verbreitetsten städtischen Schädlingsarten. Da sich die Nager von menschlichen Abfällen ernähren und das Abwassersystem besiedeln, können sich dadurch multiresistente Bakterien verbreiten. Weitere Studien zu diesem Thema sind laut den Wissenschaftern noch ausständig.

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