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Zecken – auch im Herbst eine Gefahr

Die Zeckengefahr ist im Herbst noch lange nicht vorbei. Lesen Sie hier, wie sie sich vor den Plagegeistern schützen können und wie lange im Herbst mit Zeckenstichen zu rechnen ist.

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Zecken im Herbst
Kerrick / iStock

Der Sommer ist vorbei, die Tage werden kürzer und die Temperaturen sinken. Wer denkt, dass nun auch die Zeckensaison zu Ende geht, der irrt. Zecken sind noch bis in den Spätherbst aktiv – und weiterhin potentielle Überträger gefährlicher Erkrankungen wie FSME oder Borreliose. Die Spinnentiere benötigen, um sich aktiv bewegen zu können, eine Mindesttemperatur von 6-8° Celsius. Der Herbst bietet den Spinnentieren also nahezu ideale Lebensbedingungen.

Winterquartier

Erst wenn es richtig kalt wird oder friert, ziehen sie sich in ihr Winterquartier zurück: Gut bedeckt vom feuchten Laub und Nadeln finden sie in Bodennähe Schutz vor extremen Wetterbedingungen und die für sie überlebenswichtige hohe Luftfeuchtigkeit. Auch in Mäusenestern, Maulwurfsbauten oder Fuchshöhlen können sie problemlos überwintern.

Langes Leben

Zecken entwickeln sich während eines meist drei Jahre dauernden Zyklus aus einem Ei über ein sechsbeiniges Larven- und ein achtbeiniges Nymphenstadium in das achtbeinige Erwachsenenstadium. Vor jedem Wechsel in das nächste Entwicklungsstadium – für Weibchen zusätzlich vor der Eiablage –  müssen sie auf einem Wirtstier Blut saugen. Natürliche Wirte sind Nagetiere, Vögel und Rotwild. Der Mensch ist eigentlich ein Fehlwirt, wird aber in Ermangelung eines "besseren" Wirts nicht verschmäht.

Bei welchen (Herbst-)Tätigkeiten sind Menschen besonders gefährdet?

  • Waldspaziergänge
  • Schwammerl suchen
  • Besuche am Spielplatz
  • Gartenarbeit

Zeckenstiche verhindern

Die Vermeidung von Zeckenstichen ist – vor allem für Personen, die sich häufig im Freien aufhalten – nahezu unmöglich. Mit diesen Vorsorgemaßnahmen lässt sich das Risiko, gestochen zu werden, zumindest reduzieren.

  • Helle, lange und geschlossene Kleidung tragen
  • Hosenbeine in die Socken stopfen
  • Zeckenschutz aus der Apotheke (Repellentien) auftragen
  • Keine Wildtiere (z.B. Igel) berühren
  • Nach dem Aufenthalt im Freien den gesamten Körper auf Zecken absuchen

Mehr dazu: Haustiere als Zeckentaxis

Maßnahmen, wenn die Zecke in der Haut festsitzt

  • Zecke mit einer Pinzette vollständig – inklusive Kopf – entfernen
  • Keine "Hilfsmittel" wie Öl, Klebstoff oder Nagellack anwenden
  • Einstichstelle für etwa zwei Wochen beobachten: Ein roter Ring um die Einstichstelle könnte ein Hinweis auf eine mögliche Borreliose-Infektion sein, suchen Sie sicherheitshalber einen Arzt auf.

Mehr dazu: Zecken richtig entfernen

FSME nur im Frühsommer?

Die Bezeichnung Frühsommer-Meningoenzephalitis ist leider irreführend. Die Gehirnhautentzündung ist keineswegs auf den Frühsommer beschränkt, sie tritt ganzjährig auf. In der Zeckensaison von März bis Oktober ist die Ansteckungsgefahr am größten, doch auch im Herbst und sogar im Winter kommen Zeckenstiche vor.

FSME-Imfung

FSME ist eine schwere Erkrankung, gegen die es keine spezifische Therapie gibt. Schützen kann man sich dennoch: mit einer FSME-Impfung. Der österreichische Impfplan empfiehlt die Impfung für alle Menschen ab dem vollendeten ersten Lebensjahr, für Kinder gibt es einen eigenen Impfstoff. Die Impfstoffe werden grundsätzlich gut vertragen.

Die Zeckenimpfung besteht aus einer dreiteiligen Grundimmunisierung (nach der 3. Teilimpfung liegt der Impfschutz bei nahezu 100%) und laufenden Auffrischungsimpfungen, die erste nach drei Jahren, dann alle fünf Jahre. Ab dem 60. Lebensjahr wird eine Auffrischung alle drei Jahre empfohlen, da das Immunsystem mit zunehmendem Alter weniger schnell reagiert.

Mehr dazu: Impfen rettet leben

Borreliose – keine Impfung möglich

Die Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung, die über den Speichel der Zecke auf den Menschen übertragen wird. Die Symptome der Erkrankung sind nicht immer eindeutig und können auch erst Monate nach dem Zeckenstich auftreten. Schwellungen an Gelenken, insbesondere am Knie, Ellbogen oder Knöchel können auf eine vorangegangene Infektion hindeuten. In sehr ungünstigen Fällen breitet sich die Entzündung bis in die Nerven oder sogar ins Gehirn aus. Gegen Borreliose gibt es bis dato noch keine Impfung, eine Therapie mit Antibiotika ist aber möglich.

Mehr dazu: Befallen Zecken lieber Hund oder Menschen?

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