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Nur eine Zigarette täglich macht krank

Laut einer neuen Studie müssen Raucher das Qualmen ganz sein lassen, damit sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt. Denn: Schon eine Zigarette pro Tag kann zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.

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Frau raucht einmal täglich
Terroa / iStock

Viele Raucher denken, dass sie ihr Risiko für Lungenkrebs und andere mit dem Zigarettenkonsum assoziierten Krankheiten durch die Reduktion der täglich gerauchten Menge senken können.

Eine Untersuchung, die kürzlich im British Medical Journal veröffentlicht wurde, macht nun kurzen Prozess mit dieser Illusion: Auch wenn die Zahl der Glimmstängel stark eingeschränkt wird, ist die Wahrscheinlichkeit für Schlaganfall und Herzinfarkt immer noch halb so hoch wie bei denjenigen, die täglich ein ganzes Packerl rauchen.

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Warum die Gefäße leiden

Die meisten denken bei den gesundheitlichen Folgen des Rauchens vor allem an Krebs. Dabei gibt es noch eine Reihe weiterer Krankheiten, die durch Zigaretten häufiger werden. Rauchen verengt die Gefäße, dauerhaft führt dies häufig zu einer koronaren Herzerkrankung (KHK). Dadurch kann es eher zu einem Gefäßverschluss kommen, die Wahrscheinlichkeit für Schlaganfall und Herzinfarkt steigt stark.

Das Problem: Dieser gefäßverengende Effekt tritt auch ein, wenn nur wenige Zigaretten pro Tag geraucht werden. Leichte Raucher glauben, dass sie ihrer Gesundheit durch das reduzierte Rauchen kaum schaden, eine Untersuchung beweist nun das Gegenteil.

Rauchen schadet immer

Die Wissenschafter werteten in besagter Studie 141 Arbeiten aus, die zwischen 1946 und 2015 publiziert wurden.

Die wichtigsten Resultate:

  • Männer, die eine Zigarette pro Tag rauchen, bekommen im Vergleich zu Nichtrauchern zu 48 Prozent eher eine Herzerkrankung und zu 25 Prozent eher einen Schlaganfall.
  • Bei Frauen steigt das Risiko sogar um 57 bzw. um 31 Prozent.
  • Insgesamt haben Raucher, die sich täglich eine Zigarette anzünden, noch 40 bis 50 Prozent der Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung eines Rauchers, der 20 Zigaretten am Tag "vernichtet".

Aber warum richtet eine einzige Zigarette schon so viel Schaden an? Die Forscher begründen dies in der hohen Toxizität der Inhaltsstoffe des blauen Dunstes. Schon bei geringer Konzentration – auch beim Passivrauchen – wird die Auskleidung der Blutgefäße in Mitleidenschaft gezogen. Atherosklerose und Thrombosen sind typische Folgen.

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Besser ganz aufhören

Die Wissenschafter empfehlen aufgrund der Ergebnisse, von vornherein einen Rauchstopp zu fokussieren, anstatt auf eine Reduktion der täglich gerauchten Zigaretten zu zielen. Eine Ausrede à la "ganz oder gar nicht" ist das allerdings nicht: Denn eine Einschränkung senkt die Wahrscheinlichkeit für tödliche Erkrankungen zumindest etwas. Trotzdem darf die Gefahr des leichten Rauchens nicht unterschätzt werden.

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  • Helena sagt:

    Ja, es stimmt sehr, denn wer einmal rückfällig wird, dem wird es nicht so leicht fallen, wieder aufzuhören. Ich habe das alles tausend Mal durchgekaut, bis ich auf Frau Rauchfrei und ihre Coachings gestoßen bin. Nun bin ich seit einem halben Jahr und dank Frau Rauchfrei Nichtraucherin.